Tatsächlich sind die gesundheitlich günstigen Effekte regelmäßiger sportlicher Aktivität sowohl für Menschen mit hohem als auch niedrigem Blutdruck nachgewiesen. Allerdings sind die Mechanismen, die im einen wie im anderen Fall zur Verbesserung beitragen, sehr komplex und unterschiedlich.
Gut verständlich ist der Trainingseffekt bei Hochdruckpatienten, bei denen ein ständig relativ hoher Puls in Ruhe und andere Zeichen wie zum Beispiel Nervosität oder Schwitzen auf einen erhöhten Stresshormonspiegel als Ursache ihres Hochdrucks hinweisen. Ausdauertraining bewirkt bei diesen Menschen eine deutlich messbare Verringerung der Stresshormonaktivität, was in der Folge auch den Puls und Blutdruck senkt.
Bei den meisten Patienten mit Bluthochdruck kommen jedoch andere Mechanismen zum Tragen. Bei ihnen bewirkt Ausdauertraining letztlich eine allmähliche Weiterstellung der kleinen arteriellen Gefäße im ganzen Körper. Da der Widerstand damit geringer wird, fällt auch der Blutdruck ab.
Bei Menschen mit chronisch niedrigem Blutdruck wiederum ist das Ziel regelmäßigen sportlichen Trainings nicht ein Blutdruckanstieg, sondern eine verbesserte Kreislaufregulation. So kann regelmäßiges Training einem zu starken Blutdruckabfall oder gar einer Ohnmacht bei längerem Stehen ebenso vorbeugen wie einem übermäßigen Pulsfrequenzanstieg bei relativ geringer körperlicher Belastung.
Professor Dr. med. Wolfram Delius, München
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14.10.2008, aktualisiert am 28.09.2011
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