„Schätzungsweise ein Drittel der Patienten weiß überhaupt nichts von seinem Leiden“, beschreibt Höfs ein Kernproblem. Denn Hypertonie tut – zumindest anfangs – nicht weh. Die Kranken spüren lange nichts von den Verheerungen, die an ihren Blutgefäßen entstehen. Meist bereiten erst irreparable Folgeschäden Schmerzen.
Längst haben Studien bewiesen, dass konsequente Blutdrucksenkung die Gesundheits-Prognose deutlich verbessert. Der wichtigste Schritt, um der Gefahr zu entgehen: „Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck messen – und wenn Sie Hypertoniker sind, messen Sie ihn am besten auch selbst“, rät Höfs. Einmal erkannt, lässt sich das Problem fast immer beherrschen, vorausgesetzt, die Patienten engagieren sich für sich selbst. „Eine Bluthochdrucktherapie“, erklärt Höfs, „ist in der Regel eine lebenslange Notwendigkeit.“
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser. „Neben einer konsequenten medikamentösen Therapie sind dazu Veränderungen im Lebensstil sehr wichtig“, erläutert Klaus: Bewegung, Abbau von Übergewicht, eine fettärmere, salzarme Ernährung, weniger Stress und ein Rauchstopp.
Bei sonst gesunden Menschen mit leichter Hypertonie kann allein schon diese Lebensumstellung den Blutdruck wieder in den normalen Bereich bringen. Betroffene mit stärkerem Hochdruck oder weiteren Erkrankungen müssen in der Regel lebenslang Medikamente einnehmen. Doch auch sie können durch die Veränderung ihrer Alltagsgewohnheiten das Risiko für Herz und Gefäße deutlich senken.
„Besonders in der körperlichen Aktivität steckt ein enormes Potenzial. Durch Bewegung wird nicht nur das Abnehmen unterstützt und der Stressabbau gefördert. Die Menschen gewinnen dadurch auch schnell an Lebensqualität“, ergänzt Professor Peter Billigmann, Allgemeinmediziner und Sportarzt aus Polch bei Koblenz.