Fragen an die Experten: Herz und Kreislauf
Bluthochdruck im höheren Lebensalter

Stimmt es (noch), dass bei älteren Menschen ein erhöhter Blutdruck nicht so nachhaltig gesenkt werden muss wie bei jüngeren?

Der Normalblutdruck Erwachsener kennt keine Altersunterschiede

Früher wurde häufig die Auffassung vertreten, ältere Menschen könnten von einem erhöhten Blutdruck profitieren, weil das Gehirn so besser durchblutet würde. Inzwischen ist die These vom sogenannten Erfordernishochdruck klar widerlegt. Es ist heute eindeutig erwiesen, dass auch ältere und sehr alte Patienten von einer Blutdrucksenkung profitieren. Eine im Jahr 2008 abgeschlossene Studie bei über 80-jährigen Hochdruckpatienten hat klar gezeigt, dass schon eine Absenkung des systolischen Blutdrucks auf 150 mmHg zu einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit, insbesondere auch der Schlaganfall- und Herzinfarkthäufigkeit, führt. Heute definieren die medizinischen Fachgesellschaften die Grenze für Bluthochdruck bei jüngeren und älteren Menschen wieder gleich: Bis zur Obergrenze von 140/90 mmHg gilt der Blutdruck noch als normal, darüber als erhöht.


Professor Dr. med. Wolfram Delius, München



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