Von Herzklopfen sprechen Mediziner, wenn der Herzschlag stärker, vor allem aber schneller wird. Meist tritt das in Stresssituationen oder bei körperlicher Anstrengung auf. Zu hoher Blutdruck allein lässt das Herz nicht schneller schlagen, wohl aber werden Patienten mit Bluthochdruck stressbedingtes Herzklopfen und die damit verbundene zusätzliche Blutdrucksteigerung stärker spüren als Menschen mit normalem Ausgangsblutdruck.
Anders verhält es sich beim Herzstolpern. Dabei kommt es zu Extraschlägen des Herzens, die den regelmäßigen Herzrhythmus unterbrechen. Sie werden Extrasystolen genannt und können sowohl in den Herzvorhöfen als auch in den Herzkammern ihren Ursprung haben. Hoher Blutdruck kann nicht nur diese vergleichweise harmlose Form von Herzstolpern auslösen, sondern gilt auch als Hauptrisikofaktor für das so genannte Vorhofflimmern. Dabei handelt es sich um einen ständig unregelmäßigen Herzschlag mit meist sehr hoher Frequenz. Allerdings spüren die Patienten das Flimmern nicht unbedingt. Ein Warnzeichen kann ein unregelmäßiger Pulsschlag/-ton bei der Blutdruckmessung sein. Bei Auftreten einer solchen Herzrhythmusstörung sollte immer sofort ein Arzt aufgesucht werden. Er kann mithilfe eines EKGs das Flimmern dann zuverlässig nachweisen beziehungsweise ausschliessen.
Professor Dr. med. Wolfram Delius, München
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