Bluthochdruck (Hypertonie) – Ursachen, Risikofaktoren

Bluthochdruck kommt in zwei Formen vor: als primäre (häufig) und sekundäre Erkrankung (selten). Letztere ist Folge anderer Krankheiten, tritt mitunter auch in der Schwangerschaft auf oder vereinzelt unter Medikamenten

aktualisiert am 20.04.2016

Es gibt einen oberen (systolischen) und einen unteren (diastolischen) Blutdruckwert. Hier ein Bild zur Langzeitblutdruckmessung

W&B/Ulrike Möhle

Vorab: Über den Blutdruck

Wie kommt der Blutdruck überhaupt zustande? Der Herzzyklus durchläuft zwei Phasen: Die Pump-Phase (Systole) und die Füllungsphase (Diastole). In den Gefäßen baut sich dementsprechend ein systolischer und diastolischer Druck auf. Der (höhere) systolische Druck entsteht, wenn das Herz sich zusammenzieht und das Blut in die Gefäße pumpt. Der (niedrigere) diastolische Druck ergibt sich, wenn das Herz sich wieder weitet, um sich erneut mit Blut zu füllen.

Außerdem beeinflussen die elastischen herznahen großen Schlagadern wie auch die kleineren Organschlagadern (Widerstandsgefäße) den Blutdruck. Bei gesunden Menschen reagiert der Druck durch erhöhte Herzleistung und Eng- oder Weitstellung der Widerstandsgefäße flexibel auf die Erfordernisse des Körpers. So ist stets eine ausreichende Durchblutung gewährleistet, etwa bei körperlicher Aktivität.


Bei Bluthochdruck verdicken sich die Gefäßwände und werden steifer. Es bilden sich Ablagerungen

W&B/Ulrike Möhle

Gewisse Blutdruckschwankungen sind normal

Der Blutdruck ist keine absolut konstante Größe, tageszeitliche Schwankungen sind normal. Während der Nachtruhe sinkt der Blutdruck. Die Unterschiede zwischen Menschen mit normalem und erhöhtem Druck werden vor allem bei den Durchschnittswerten tagsüber und nachts deutlich (siehe Kapitel "Bluthochdruck – Diagnose").

Mit den Jahren ändert sich mehr

Vor allem bei älteren Menschen, aber nicht nur bei ihnen, kann mit nachlassender Elastizität der Arterien beziehungsweise Arteriosklerose der systolische Blutdruck deutlicher steigen, während der diastolische eher sinkt oder niedrig bleibt. Die Konstellation entspricht einer isolierten systolischen Hypertonie. Allerdings entwickelt sich vor allem der klassische primäre Bluthochdruck, bei dem sowohl der systolische als auch der diastolische Druck nach oben tendieren, mit zunehmendem Lebensalter sehr häufig.


Wer ist überhaupt von Bluthochdruck betroffen?

Nach Angaben des Robert Koch Institutes hat ein Drittel der erwachsenen Deutschen (18 bis 79 Jahre) Bluthochdruck, also Druckwerte über 140/90 mmHg. 60 Prozent der blutdruckgesunden zwei Drittel haben jedoch bereits Werte, die nicht mehr optimal sind oder schon knapp unter der Hochdruckgrenze (140/90 mmHg) liegen. Auch wenn diese, insbesondere letztere Werte derzeit nicht als behandlungsbedürftig gelten, sind sie nicht einfach nur harmlos. Kontrollen empfehlen sich auf jeden Fall.

In der Altersgruppe von 70 bis 79 Jahren wird bei drei von vier Personen ein Bluthochdruck diagnostiziert. Längst aber ist Bluthochdruck auch bei jungen Menschen angekommen. Fünf Prozent der Kinder in Deutschland haben nach Angaben der Kinder- und Jugendärzte eine Hypertonie. Und: In der Altersgruppe von 14 bis 17 Jahren hatten der KiGGS-Studie zufolge 52,5 Prozent der Jungen und 26,2 Prozent der Mädchen Werte oberhalb des Optimalbereiches (Quelle siehe unter "Fachliteratur" im Kapitel "Bluthochdruck – Überblick" in diesem Beitrag).


Wie kommt es zu Bluthochdruck?

Die Antwort auf die Frage, wie die primäre Hypertonie entsteht, ergibt ein gemischtes Bild: 
Konkrete Risikofaktoren, etwa Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel sind zwar seit langem bekannte Fakten. Doch während der eine tatsächlich frühzeitig Bluthochdruck bekommt, hat der andere in dieser Hinsicht zunächst keine Probleme. Warum genau es hier so unterschiedlich laufen kann, ist noch unklar.

Vermutlich liegt es an den Genen, das heißt, wie häufig Bluthochduck und Schlaganfälle in der engeren Verwandtschaft – Geschwister, Eltern, Großeltern – schon aufgetreten sind. Auch Wechselwirkungen zwischen Genen und dem, was sich unter "Umwelt" oder "Lebensstil" fassen lässt, können Krankheiten, darunter Bluthochdruck, fördern. Besonders deutlich wird das beim erhöhten Kochsalzverzehr, ein weiterer Risikofaktor – teilweise jedenfalls: Viele, doch nicht jeder, der fortan Kochsalz einspart, sieht einen Minuseffekt beim Blutdruck.

Der kleinste gemeinsame Nenner in der nach wie vor kontrovers geführten "Salzdiskussion" lautet: Nicht bei allen ist der Blutdruck salzempfindlich. Bei Salzempfindlichen trägt erhöhte Kochsalzzufuhr zu Bluthochdruck und Folgeschäden im Herz-Kreislaufsystem bei. Kochsalzbeschränkung dagegen hilft hier, den Blutdruck zu senken, bei Menschen mit Hochdruck noch deutlicher als mit normalem Blutdruck. Da sich die individuelle Salzempfindlichkeit noch nicht messen lässt, heißt es also: ausprobieren. Jedenfalls wird es immer wieder eindringlich empfohlen, und zwar allen.

Rauchen schädigt die Gefäße nachhaltig und ist in vieler Hinsicht gesundheitsschädlich. Beständig zu hoher Alkoholkonsum ist ebenfalls kritisch für den Blutdruck. Je mehr Risiken zusammenkommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Bluthochdruck entwickelt.



Die Störfaktoren setzen beim komplizierten Regelwerk des Blutdrucks an. Hier greifen mehrere Komponenten ineinander:

  • Das sympathische Nervensystem (der Sympathikusnerv)
  • Das Renin-Angiotensin-System (RAS)
  • Die Nieren und Nebennieren (Letztere bilden unter anderem das blutdruckwirksame Hormon Aldosteron)
  • Der Salz- und Wasserhaushalt
  • Die Blutgefäße, vor allem die großen, elastischen Leitungsschlagadern

Zur Erklärung: Zentrale Blutdruckregler sind das sympathische Nervensystem mit den bekannten Neurohormonen Adrenalin und Noradrenalin und das allgemein weniger bekannte sogenannte Renin-Angiotensin-System (RAS). Zwischen beiden gibt es vielfältige Wechselwirkungen. Ist das sympathische Nervensystem überaktiv, zum Beispiel bei Stress, begibt sich der Körper in den Angriffs- oder Verteidigungsmodus. Das Herz schlägt schneller, und der Blutdruck steigt. Daran wirken auch die Nieren mit: Sie bilden unter anderem mehr von dem Enzym Renin, in der Folge entsteht im Körper auch mehr Angiotensin II. Das stark blutdrucksteigerende Hormon erhöht den Blutdruck gleich über mehrere Mechanismen. Dazu gehört, dass die Nebennieren vermehrt kreislaufwirksame Hormone wie Aldosteron abgeben. Das komplizierte Zusammenwirken findet seinen Ausdruck auch in der (erweiterten) Bezeichnung Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS).

Zudem kommt hier der Salz-Wasserhaushalt noch ins Spiel. Ungleichgewichte der Mineralsalze Kalium und Natrium oder ein Flüssigkeitsmangel können direkt die Freisetzung von Aldosteron bewirken und damit den Blutdruck anheben.

Eine weitere Blutdruckregelgröße ist die Elastizität, also die Anpassungsfähigkeit der Schlagadern, vor allem der großen Leitungsarterien, auf Druckänderungen.

Schließlich spannen sich kleine Schlagadern im Körper, die sogenannten Widerstandsgefäße, stärker an, verengen sich und entwickeln einen erhöhten Gefäßwiderstand. Jedes Element für sich und alle zusammen beinflussen den Blutdruck. Wenn die blutdrucksteigernden Einflüsse anhalten und der Körper das erhöhte Blutdruckniveau fortschreibt, bleibt der Druck zu hoch eingestellt. 

Das Renin-Angiotensin-System kommt außer in den Nieren, Nebennieren und Gefäßen auch noch in anderen Organen vor, zum Beispiel im Herz, und es ist auch über das Blut wirksam. Bei der Therapie des Bluthochdrucks (siehe Kapitel "Bluthochdruck – Therapie") und der Herzschwäche stellt es einen zentralen Ansatzpunkt dar.

Bluthochdruck und die Folgen

Durch die erhöhten Blutdruckwerte kommt es an den Schlagadern zu einem Wandumbau und zu Schäden der empfindlichen Innenauskleidung, des Endothels. Mit der Zeit bilden sich vermehrt Ablagerungen (Plaques) und Kalk. Die Wandveränderungen führen zu vermehrter Steifigkeit und Einengungen des Gefäßes (Arteriosklerose, siehe auch weiter unten unter "Rauchen"). Dann trifft der Blutstrom auf mehr Widerstand, der Blutdruck steigt. Die Herzarbeit nimmt zu, und damit auch die Muskelmasse des linken Herzens (Linksherzhypertrophie). Mit der Zeit kann jedoch eine Herzschwäche entstehen. Weitere ernsthafte Hochdruckfolgen: Herzkranzgefäßerkrankungen (Koronare Herzkrankheit) und Herzinfarkt, Schlaganfälle, Nierenversagen, Netzhautschäden der Augen (hypertensive Retinopathie).


Bluthochdruck-Risikofaktoren unter der Lupe

Beim primären Bluthochdruck sind die Risikofaktoren klar definiert und großteils über den Lebensstil beeinflussbar:

  • Rauchen
  • Übergewicht und Bauchfettsucht
  • Bewegungsmangel
  • Chronischer Stress
  • Zu viel Alkohol
  • Teilweise Speisesalz

Erbanlagen, Alter und Geschlecht – also nicht beeinflussbare Faktoren – spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Und: Bei Veranlagung zu Bluthochdruck können die vom Lebensstil abhängigen Risikofaktoren leichter Einfluss nehmen.

Im Einzelnen:


Der blaue Dunst: megaschädlich

PhotoDisc/ RYF

– Rauchen: Der blaue Dunst greift die Gefäße an, besonders die Herzkranzgefäße und Beinarterien. Die beim Rauchen (übrigens auch von Wasserpfeifen (Shishas)) aufgenommenen Schadstoffe, insbesondere sogenannte freie Radikale, zerstören das gefäßerweiternde Potenzial der zarten Innenauskleidung der Gefäße, des Endothels. Dadurch fördern sie die Arteriosklerose. Auch die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtern sich. Sprichwörtlich bekannt ist das Raucherbein: Schmerzhafte Durchblutungsstörungen mit zunehmend eingeschränkter Gehstrecke machen den Betroffenen das Leben schwer. Es drohen Gewebeschäden mit Amputationsgefahr. Wie Sie vom Nikotin loskommen, lesen Sie im Kapitel "Bluthochdruck – Wissenswertes".


Warnzeichen: Pralle Taille

W&B/Ronald Frommann

– Übergewicht: Nicht nur auf die Fettpolster als solche, sondern auf ihre Verteilung kommt es an, wenn es darum geht, mögliche Kreislaufrisiken einzuschätzen. Besonders dem Bauch und der Taille gilt heute das Augenmerk. Hier lässt sich sehr einfach Maß nehmen. Messen Sie an der dicksten Stelle knapp oberhalb des Nabels. Wenn der Taillenumfang bei Männern 102 Zentimeter und bei Frauen 88 Zentimeter überschreitet, so ist das ein "dickes" Warnzeichen, und zwar unabhängig von der Körpergröße: Mit der Taille wächst das Gesundheitsrisiko.

Eigentlich sollten Männer schon bei Taillenumfängen ab 98 Zentimetern aufpassen, Frauen ab 80 Zentimetern. Denn das Bauchfett löst zahlreiche ungünstige Veränderungen im Körper aus. Zum Beispiel sprechen Leber-, Muskel- und Fettgewebszellen schlechter auf das zuckersenkende Hormon Insulin an (Insulinresistenz). Dann benötigt der Körper mehr Insulin. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine Zuckerstoffwechselstörung wie Typ-2-Diabetes. Die Insulinresistenz kann im Rahmen der Fettsucht auch zur Folge haben, dass der Blutdruck steigt und auf dem erhöhten Level bleibt.

Zur Einstufung des Gewichts dient der Body-Mass-Index (BMI). Berechnet wird der BMI, indem man das Körpergewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Körpergröße (in Metern) teilt. Übergewicht beginnt bei einem BMI von 25 (kg/m2), ab 30 (kg/m2) besteht eine Fettsucht. Da auch normal- oder untergewichtige Menschen vermehrt Bauchfett entwickeln können, ist bei ihnen der zusätzliche Blick auf die Taille unerlässlich, wenn es darum geht, ein mögliches Risiko für Herz und Kreislauf abzuschätzen.


Raus an die frische Luft!

W&B/creativ collection

– Bewegungsmangel: Körperliche Inaktivität schwächt den Körper auf der ganzen Linie, abgesehen davon, dass sie den Fettansatz steigert. Herz, Kreislauf und Lungen körperlich inaktiver Menschen arbeiten unökonomisch. Schon bei kleinen Anstrengungen, die Trainierte locker wegstecken, reagiert das Herz hochtourig. Knochen, Muskeln und Gelenke verlieren an Substanz, der Stoffwechsel ist unterfordert und einseitig auf Anbau statt Abbau der Fettdepots ausgerichtet. Sogar das Gehirn wird träger und die Psyche anfälliger.

Regelmäßige, moderate Bewegung erhöht das Wohlbefinden und kann vor vielen Krankheiten, darunter Bluthochdruck, schützen. Bei hypertonen Menschen trägt körperliche Aktivität oft dazu bei, erhöhte systolische und diastolische Druckwerte erfolgreich zu senken.


Alkohol: Weniger ist mehr (Gesundheit)

PhotoDisc/ RYF

– Alkohol: Akut in größerer Menge konsumiert, erhöht das Genussgift den Blutdruck vorübergehend, und bei dauerndem Zuspruch chronisch. Dann schadet Alkohol nicht nur Blutdruck, Herz und Kreislauf, sondern auch anderen empfindlichen Organen wie Leber und Gehirn.


Stress besser bewältigen hilft gesund zu bleiben

Dynamic Graphics/ John Foxx

– Stress: Wird er lange Zeit nicht ausgeglichen oder überwunden, kann Stress den Blutdruck über den Hebel des vegetativen Nervensystems nach oben treiben. Besonders der "Sympathikus" genannte Anteil steuert viele lebenswichtige Funktionen, allen voran Blutdruck und Kreislauf. Der Sympathikus stellt die Weichen für schnelle Leistungssteigerungen und ist daher auch direkt an der Stressreaktion beteiligt. Dämpfende Impulse werden über den als "Parasympathikus" bezeichneten Arm des vegetativen Systems vermittelt – Entspannung und Stressausgleich haben also auch eine physiologische Grundlage. Unbewältigter Stress führt außerdem oft zu Schlafstörungen. Auch sie beeinflussen den Blutdruck ungünstig.


Mehr Geiz beim Salz!

Jupiter Images GmbH/Thinkstock

– Kochsalz: Natriumchlorid, gemeinhin Speise- oder Kochsalz genannt, kann, wie oben beschrieben, Bluthochdruck begünstigen. Dabei reagieren die an der Druckregelung beteiligten kleineren Arterien empfindlicher auf Kreislaufhormone. Der durchschnittliche tägliche Kochsalzkonsum ist in Deutschland zu hoch: Mehr als ein Drittel aller Frauen und die Hälfte der Männer nimmt mehr als 10 Gramm pro Tag zu sich. Viele Experten, darunter Ernährungswissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen, sich an einem Limit von sechs Gramm Speisesalz zu orientieren. Das entspricht etwa einem Teelöffel Salz. Stark konsumierte Salzquellen sind Brot, Brotbeläge (Wurstwaren, Schinken, Käse) wie überhaupt industriell verarbeitete Lebensmittel. Zu viel Kochsalz kann auch eine blutdrucksenkende Behandlung erschweren, weniger Kochsalz kann sie erleichtern.


Primärer und sekundärer Bluthochdruck: Manchmal gibt es Überschneidungen

Am häufigsten kommt Bluthochdruck als primäre Hypertonie vor, als Bluthochdruck "an sich". Deutlich seltener sind andere Erkrankungen die Ursache, etwa der Nieren (mehr zu den sekundären Hochdruckkrankheiten im Kapitel "Bluthochdruck – Diagnose").

Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) ist bis zu einem bestimmten Maße ein normaler Alterungsvorgang der Gefäße. Unter dem Einfluss von Rauchen, Bluthochdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen – den typischen Risikofaktoren auch der primären Hypertonie – beschleunigen die Gefäßveränderungen das Tempo. Als Folge der verstärkten Arteriosklerose und Ursache eines dann möglicherweise schwer beherrschbaren Bluthochdrucks kann zum Beispiel eine Verengung einer oder beider Nierenarterien (Nierenarterienstenose) auftreten. Eigentlich ist das dann ein sekundärer Bluthochdruck. Die Betroffenen sind meistens über 55 Jahre alt, häufig eben auch Raucher. Die Arteriosklerose erstreckt sich bei ihnen meist noch auf andere Gefäße, entsprechend erhöht ist bei ihnen das Risiko für Nierenschwäche, Herzinfarkt, Schlaganfall.

Auch Patienten mit Schlafapnoe (genauer: Obstruktives Schlafapnoesyndrom, kurz OSAS, siehe wiederum Kapitel "Bluthochdruck – Diagnose") sind häufiger mit weiteren Gesundheitsrisiken wie Übergewicht und Rauchen belastet. Betroffen sind meist Männer im Alter zwischen 40 und 65 Jahren. Alkoholkonsum spielt ebenfalls eine Rolle. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist eine ernste schlafbezogene Atemstörung, bei der sich die Atemwege periodisch verengen. Das führt zu wiederholten Atemstillständen – sogenannten Apnoen über mindestens zehn Sekunden, oder zu deutlich vermindertem Atmen, oftmals zwischen lauten Schnarchepisoden.

Alkohol und (beruhigende) Schlafmittel schwächen zudem die Muskeln, die den Rachen offenhalten. Sofern der Arzt ein Schlafmittel nicht explizit verordnet hat, ist es bei einem Schlafapnoesyndrom tabu. Das OSAS gilt heute als erwiesener Risikofaktor des Bluthochdrucks beziehungsweise als möglicher Grund für einen schwer einstellbaren oder nächtlichen Bluthochdruck, eine Art sekundäre Hochdruckform. Erneut drohen ernsthafte Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms und der begleitenden Risikofaktoren kann die unangenehmen Beschwerden wie auch die gefährlichen Folgekrankheiten günstig beeinflussen.

Symptome bei Schlafaponoe: Die unterbrochene Atmung führt zu Sauerstoffmangel, der eine Weckreaktion auslöst – für den Körper viel Stress. Wiederholt sich das mehrmals, ist der Schlaf nicht mehr erholsam. Die Betroffenen sind weniger leistungsfähig, fühlen sich tagsüber oft müde, abgeschlagen und unkonzentriert. Manche Betroffenen klagen auch über Potenzprobleme. Am Tage und auch in der Nacht finden sich anhaltend zu hohe Blutdruckwerte. Außerdem nimmt die Tendenz zu Übergewicht zu.

! Info: Schnarchen ist nicht gleichbedeutend mit Schlafapnoe. Lassen Sie sich im Zweifelsfall vom Arzt untersuchen. Er kann dabei auch mögliche Atemhindernisse im Nasenrachenraum ausschließen. Mehr Informationen zu diesem Krankheitsbild einschließlich Therapie im Ratgeber "Schlafapnoe".

Bei den meisten sekundären Hochdruckformen ist keine spezielle Vorbeugung bekannt, außer sie hängen letztlich doch mit Störungen durch beeinflussbare Gesundheitsrisiken wie zuvor beschrieben zusammen. "Der Mensch ist so jung wie seine Gefäße", heißt es. Arteriosklerose ade! Übergewicht zu normalisieren, sich gesünder zu ernähren und regelmäßig zu bewegen, ist immer einen Versuch wert.



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