Bluthochdruck (Hypertonie) – Diagnose

Den Blutdruck beispielsweise ab Mitte Dreißig von Zeit zu Zeit selbst messen und vom Arzt kontrollieren lassen – so einfach ist die Früherkennung von Bluthochdruck

aktualisiert am 20.04.2016

Bluthochdruck: Das Wichtigste ist erst mal, überhaupt daran zu denken

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Bluthochdruck? Messen Sie doch mal

Ab Mitte Dreißig sollte man den Blutdruck von Zeit zu Zeit überprüfen, bei familiärer Belastung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch schon früher. Noch besser wäre es, regelmäßig die kostenlos angebotenen Herz-Kreislauf-Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Die Krankenkassen bezahlen sie derzeit alle zwei Jahre, beginnend ab 35 Jahren; die Blutdruckmessung ist hier fester Bestandteil (siehe Kapitel "Bluthochdruck – Wissenswertes"). Zudem bieten auch Apotheken Blutdruckmessungen an.

In vielen Fällen wird das Ergebnis normal ausfallen. Werden jedoch zu hohe Blutdruckwerte gemessen, geht es als Nächstes um die Frage: "Liegt wirklich ein Bluthochdruck vor?" Die Diagnose ist meist schnell gestellt. Bei Verdacht auf einen sekundären Hochdruck oder Folgekrankheiten schließen sich weitere Untersuchungen an.


Bluthochdruck: Oft steht die Diagnose schnell fest

Zu den ersten Diagnosemaßnahmen bei Verdacht auf Bluthochdruck gehören:

  • Kontrolle der bisherigen Blutdruckmessungen
  • Krankengeschichte (Anamnese) und Familienanamnese
  • Labormedizinische Untersuchung des Blutes und des Urins (Urintest, Mikroalbuminurie)
  • Ableitung eines Elektrokardiogramms (EKG)
  • Gegebenenfalls Langzeit-Blutdruckmessung (ABDM = ambulantes Blutdruck-Monitoring)

Die Krankengeschichte des Patienten sowie ein bekannter Bluthochdruck und andere Herz-Kreislaufkrankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Familie sind Anhaltspunkte für eine Tendenz oder Veranlagung zu Bluthochdruck. Wichtig sind außerdem Angaben über eingenommene Medikamente.

Bei der körperlichen Untersuchung stehen Herz und Gefäße im Mittelpunkt: Abhören von Herz und Lungen mit dem Stethoskop, Pulstastung, Blutdruckmessung. Ebenfalls relevant: Die Überprüfung der Körpergröße, des Gewichts und des Bauchumfangs. Ergänzende Untersuchungen sind weiter unten beschrieben.


Klassische Blutdruckmessung

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– Blutdruckmessung beim Arzt

Nach einer Ruhepause von wenigen Minuten wird der Druck zweimal kurz nacheinander gemessen. Eine einzelne Messung genügt nicht. Denn die in der Arztpraxis erhobenen Einzelwerte können spontan auch mal zu hoch sein. Dieser sogenannte Weißkitteleffekt täuscht mitunter auch ein fehlendes Ansprechen auf die Therapie vor.

Gelegentlich sind die in der Praxis festgestellten Werte jedoch annähernd normal, während die Messungen zu Hause beziehungsweise bei der Langzeit-Blutdruckmessung erhöhte Werte ergeben (sogenannter maskierter Hochdruck).

Gemessen wird an beiden Oberarmen, etwa zwei Finger oberhalb der Armbeuge und in ruhiger Sitzposition. Bei Patienten mit Diabetes und bei älteren Menschen überpüft der Arzt den Blutdruck möglichst auch nach wenigen Minuten im Stehen. Außerdem sollte der Blutdruck an den Fußknöcheln im Liegen ermittelt werden. Bei den späteren Verlaufskontrollen und wenn sonst keine Besonderheiten vorliegen, genügt die Messung am Oberarm.


Gemäß Herzaktion, also den Pump- und Füllungsphasen der beiden Hauptherzkammern, werden ein systolischer und ein diastolischer Druck in mmHg bestimmt. Der systolische Druck entspricht dem ersten, oberen Wert bei der Blutdruckmessung, der diastolische dem zweiten, unteren. Werte oberhalb des Normalbereiches kennzeichnen verschiedene Schweregrade der Hypertonie.

Normalwerte und Klassifikation des Bluthochdrucks

Optimal:

Unter 120 mmHg systolisch / unter 80 mmHg diastolisch

Normal:

120 – 129 mmHg systolisch / 80 – 84 mmHg diastolisch

Hoch normal:

130 – 139 mmHg systolisch / 85 – 89 mmHg diastolisch

Hypertonie Grad 1:

140 – 159 mmHg systolisch / 90 – 99 mmHg diastolisch

Hypertonie Grad 2:

160 – 179 mmHg systolisch / 100 – 109 mmHg diastolisch

Hypertonie Grad 3:

ab 180 mmHg systolisch / ab 110 mmHg diastolisch

Isolierte systolische Hypertonie (Pulsdruckhypertonie):

ab 140 mmHg systolisch / unter 90 mmHg diastolisch

*jeweils für Nichtdiabetiker; Quelle: European Society of Hypertenion (ESH)/European Society of Cardiology (ESC) 2013

Sämtliche Werte gelten für Erwachsene aller Altersgruppen. Ein beständiger Seitenunterschied des Blutdrucks am rechten und linken Arm von mehr als 10 mmHg, insbesondere wenn nacheinander gemessen wurde, ist nicht mehr normal (mehr dazu siehe auch im Kapitel "Bluthochdruck – Wissenswertes", Abschnitt "Blutdruckselbstmessung, Praktische Tipps"). Es wird empfohlen, den Betroffenen dann genauer zu untersuchen.

Die isolierte systolische Hypertonie ist Folge einer erhöhten Gefäßsteifigkeit und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Die Hochdruckform ist daher eher vor allem für ältere Menschen charalteristisch. Wegen des erhöhten Schlaganfall- und Herzinfarktrisikos muss der Blutdruck gut im Auge behalten werden. Eine Erhöhung vor allem des systolischen Blutdrucks kommt mitunter aber auch bei jungen Menschen vor und gehört abgeklärt.

Bei Kindern ist der Blutdruck niedriger als bei Erwachsenen, er wächst aber sozusagen mit dem Kind mit. Die systolischen und diastolischen Blutdruckwerte werden daher auf die Standardwerte (Perzentilen) der alters-, größen- und geschlechtsabhängigen Körperentwicklung des Kindes bezogen. Das heißt: Je nach Alter und Körpergröße sind die Werte unterschiedlich. Für unterschiedlich große Gleichaltrige gelten unterschiedliche Blutdruckwerte als normal.

Dies bilden die sogenannten Perzentilenkurven ab. Blutdruckwerte oberhalb der 95. Perzentile gelten als hyperton. Es bedeutet, dass nur fünf Prozent der Kinder gleichen Alters, gleichen Geschlechts und gleicher Körpergröße einen höheren Blutdruck aufweisen. Werte zwischen der 90 und 95. Perzentile werden als hochnormal eingestuft. Ab dem 14. Lebensjahr ist der Blutdruck von Jungen höher als derjenige von Mädchen. Ein Blutdruck über 140 mmHg systolisch oder über 90 mmHg diastolisch gilt (derzeit) nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Jugendlichen als Bluthochdruck. Der Wert kann allerdings bei sehr großwüchsigen Jugendlichen durchaus noch unter der 95. Perzentile liegen. (Quelle: KiGGS, siehe unter "Fachliteratur" im Kapitel "Bluthochdruck – Überblick" in diesem Beitrag).

– Untersuchungen des Blutes

Bluttests beinhalten zum einen die Bestimmung der Blutfette – Triglyzeride, Gesamt-, HDL- und LDL-Cholesterin – und des Blutzuckers.

  • Ein kritischer Triglyzeridspiegel des Blutes beginnt ab 150 mg/dl (ab 1,7 mmol/l).
  • Das Gesamtcholesterin im Blut sollte unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l) liegen.
  • Der LDL-Cholesterinwert ist ein wichtiger Parameter zur Einschätzung des Herzkreislaufrisikos. Er steht in einer Reihe mit anderen wichtigen Faktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Lebensalter, erhöhter Taillenumfang (Bauchfett), Diabetes sowie Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Verwandten ersten Grades unter 60 Jahren. Nach der Risikobeurteilung insgesamt, dem sogenannten Zehnjahres-Gesamtrisio für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, richten sich die empfohlenen Zielwerte für eine das (LDL-)Cholesterin senkende Therapie (siehe auch nachfolgend).
  • Non-HDL-Cholesterin: Bei Triglyzeridwerten über 200mg/dl wird neben dem zuvor beschriebenen LDL-Cholesterin heute auch das Non-HDL-Cholesterin zur Risikobeurteilung herangezogen. Es ergibt sich, wenn man vom Gesamtcholesterinwert den HDL-Cholesterinwert abzieht. Bei der alleinigen Berücksichtigung des LDL-Cholesterins als Risikofaktor können andere gefäßschädigende Cholesterinpartikel außen vor bleiben. Falls zum Beispiel bei einem Patienten das LDL-Cholesterin nicht sehr hoch ist, würde das Gefäßrisiko womöglich unterschätzt. Das lässt sich vermeiden, wenn man auch das Non-HDL-Cholesterin betrachtet. Ein Non-HDL-C von 130 bis 159 mg/dl (3,4 bis 4,0 mmol /l) zum Beispiel gilt als nahezu ideal.

    Der Non-HDL-Zielwert einer cholesterinsenkenden Behandlung liegt jeweils 30 mg/dl über dem angestrebten LDL-Cholesterin-Zielwert. Die Festlegung der Zielwerte richtet sich danach, ob die Therapie zur Erst- oder Zweitvorbeugung eines Herzinfarktes dient. Bei der Erstvorbeugung wiederum werden verschiedene Punktsysteme (Scores) zur Einschätzung des Herz-Kreislaufrisikos herangezogen. Darin sind auch die oben unter "LDL-Cholesterinwert" genannten Risikofaktoren berücksichtigt.
  • Erhöhte Nüchtern-Blutzuckerspiegel sind Werte über 100 mg/dl (über 5,6 mmol/l)*.
  • Einen Diabetes zeigen zum Beispiel Blutzuckernüchternwerte ab 126 mg/dl (ab 7 mmol/l)* an.

    Mehr zur Diagnose von Diabetes im Ratgeber Typ-2-Diabetes.

*jeweils im venösen Plasma gemessen

Zum anderen lässt der Arzt ein Blutbild anfertigen und kontrolliert Blutwerte wie Natrium und Kalium, die Harnsäure, das Kreatinin, den Leberwert Gamma-GT sowie das TSH. TSH ist ein Hormon aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Es lässt erkennen, ob eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion vorhanden ist.

– Untersuchungen des Urins

Der Urin wird auf Beimengungen von Eiweiß und roten Blutkörperchen untersucht (Teststreifen). In Verbindung mit dem Blutwert Kreatinin kann sich der Arzt so schon ein erstes Bild von der Nierenfunktion machen. Wurde eine Eiweißausscheidung festgestellt, folgt ein Urintest auf Mikroalbuminurie. Albumin ist ein wichtiges Körpereiweiß, das die Nieren bei der Filterung des Blutes normalerweise weitgehend zurückhalten. Schon eine leicht vermehrte Ausscheidung von Albumin zeigt nicht nur eine Nierenschädigung, sondern ganz allgemein eine Gefäßschädigung und damit ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko an (mehr zur Mikroalbuminurie weiter unten, Abschnitt "Urineiweiß-Differenzierung").


Herzstromkurve (EKG)

Stockbyte/RYF

– Elektrokardiogramm (EKG)

Die Herzstromkurve gibt Auskunft über den Herzrhythmus und eventuelle Herzmuskelschädigungen. Spezielle, aus dem EKG errechnete Messwerte zeigen an, ob ein bestehender Hochdruck bereits Spuren am Herzen hinterlassen hat, beispielsweise eine Verdickung des Herzmuskels.

– Langzeitblutdruckmessung
(ambulantes Blutdruck-Monitoring, ABDM)


Das entsprechende Gerät lässt sich unauffällig unter der Kleidung tragen. Das Registrierkästchen wird an einem Gürtel um den Bauch befestigt, die Druckmanschette am Oberarm angelegt. Die Langzeitmessung erfasst die Blutdruckwerte tagsüber (automatische Messung alle 15 Minuten) und nachts (automatische Messung alle 30 Minuten). Die aufgezeichneten Daten informieren über die Ausprägung des Hochdrucks, die Schwankungsbreite der Druckwerte (auch stark schwankende Blutdruckwerte werden als risikoträchtig angesehen) und den Therapieerfolg.

Mittelwerte der Blutdruck-Langzeitmessung:

Tagesmittelwert*: normal: unter 135 / 85 mmHg

Nachtmittelwert*: normal: unter 120 / 70 mmHg

24-Stunden-Mittelwert*: normal: unter 130 / 80mm Hg

* Quelle: European Society of Hypertenion (ESH)/European Society of Cardiology (ESC) 2013


Dem Bluthochdruck genauer auf der Spur

  • Belastungs-EKG (je nach Höhe des Blutdrucks)
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens einschließlich Farbdopplersonografie
  • Gegebenenfalls eine Ultraschalldoppleruntersuchung der Halsgefäße, eventuell auch der Beingefäße (Knöchel-Arm-Index, engl. ankle-brachial-index, abgekürzt ABI)
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches (Bauchschlagader, Nieren, Nebennieren, Leber)
  • Urineiweiß-Differenzierung: Bestimmung der Menge und Art der Eiweißausscheidung
  • Überprüfung der Augen durch den Augenarzt
  • Bei entsprechenden Anhaltspunkten ein Schlafapnoe-Screening
  • Messung der arteriellen Gefäßsteifigkeit (Pulswellengeschwindigkeit, zentrale Druckmessung beziehungsweise zentraler Aortendruck)
  • Bei Bedarf spezielle Bluttests und weiterführende Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren

– Belastungs-EKG

Herz und Kreislauf werden nach einem vorgegebenen Protokoll zunehmend belastet. Entweder heißt es Rad fahren und dabei gegen einen alle zwei Minuten steigenden Widerstand in die Pedale treten (Fahrradergometrie, im Sitzen oder im Liegen) oder auf einem Band laufen (Laufbandergometrie). Die Durchführung auf dem Laufband bedeutet, dass die Geschwindigkeit und der Neigungswinkel des Laufbandes in bestimmten zeitlichen Abständen gesteigert werden, beispielsweise alle drei Minuten.

Die kontinuierliche Aufzeichnung der Herzstromkurve und wiederholte Messungen des Blutdrucks vor, während und nach der Belastung erlauben Aussagen über das Blutdruckverhalten, die Herzfrequenz, eine eventuelle Durchblutungsstörung des Herzmuskels, mögliche Herzrhythmusstörungen, natürlich auch über subjektive Beschwerden des Patienten und seine objektive Belastbarkeit.


Ultraschallbild des Herzens

W&B/Fossdal/Delius

– Ultraschalluntersuchung des Herzens

Die Echokardiografie und die sogenannte Farbdopplersonografie, wie diese beiden in der Herzdiagnostik sehr wichtigen Untersuchungen auch genannt werden, ermöglichen eine Darstellung der Größe und Funktion der Herzkammern von außen, also nicht invasiv, ohne einen Eingriff.

Bei der Echokardiografie sind hochdruckbedingte Veränderungen, etwa eine Verdickung der Herzmuskulatur oder eine Vergrößerung der linken Herzkammer, gut zu erkennen. Die Dopplersonografie ist ein Verfahren zur Messung der Blutströmung im Herzen und in den Gefäßen, benannt nach dem österreichischen Physiker C. A. Doppler (1803 bis 1853). Durch eine Farbkodierung, etwa blau oder rot, wird die Strömungsrichtung des Blutes gekennzeichnet. Der Arzt sieht zum Beispiel, ob die Herzklappen normal arbeiten.

– Ultraschalldoppleruntersuchung der Gefäße


Mithilfe der (Farb-)Dopplersonografie können der Blutfluss in den Gefäßen und deren Wandbeschaffenheit beurteilt werden. Bei Hochdruckpatienten liegt der Fokus zum einen auf den Halsschlagadern. Denn eine arteriosklerotisch veränderte Wand dieser das Gehirn versorgenden Gefäße (wie auch der Gehirngefäße selbst) gehört zu den kritischen Organschäden des Bluthochdrucks: Das Schlaganfallrisiko ist erhöht. Die Halsgefäße können mit dem Doppler sehr gut von außen untersucht werden.
 
Zum anderen kann der Arzt durch Messungen des Blutdrucks am Fuß mittels Dopplersonografie eine Durchblutungsstörung der Beingefäße (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK) erkennen. Die Messung erfolgt im Liegen. Es werden auf beiden Körperseiten die systolischen Druckwerte über den Knöchel- und Armarterien gemessen und miteinander verglichen. Bei gefäßgesunden Menschen entspricht der Blutdruck am Knöchel im Liegen dem am Oberarm oder ist etwas höher. Teilt man den Knöchel- durch den Armwert, so ist das Ergebnis (der Quotient) im Normalfall also größer oder gleich ( >) 1. Ein Ergebnis unter 0,9 dagegen ist krankhaft: Es weist auf verengte Arterien mit erniedrigten Blutdruckwerten am Bein, somit auf eine Arteriosklerose und ein Herz-Kreislaufrisiko hin. Zur Beurteilung wird die Seite mit dem niedrigeren Quotienten herangezogen.

Auch Einengungen der Nierengefäße, ebenfalls eine mögliche Ursache von Bluthochdruck, können unter bestimmten Voraussetzungen mit der Farbdopplersonografie aufgedeckt werden (siehe unten, Absatz: "Bluthochdruck bei Nierengefäßverengung").

– Urineiweiß-Differenzierung

Dabei geht es um die Menge des ausgeschiedenen Albumins Blut (siehe oben: Urinuntersuchung). Sie lässt sich laborchemisch genauer bestimmen. Die Ausscheidung von 20 bis 200 mg/l (Spontanurin) oder von 30 bis 300 mg Albumin pro Tag (24-Stunden-Sammelurin) entspricht einer Mikroalbuminurie: ein wichtiger Parameter für die Nieren, gerade im Zusammenhang mit Bluthochdruck und Diabetes. Um die Nierenfunktion noch genauer zu erfassen, wird ergänzend die sogenannte errechnete glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) oder auch Kreatininclearance bestimmt.

– Überprüfung der Augen

Ohne eingreifende Maßnahmen, das heißt lediglich über eine Augenspiegelung, gibt die Netzhaut am Augenhintergrund den Blick frei auf die dort verlaufenden größeren und kleineren Arterien (Arteriolen). Wenn der Bluthochdruck Netzhautgefäße geschädigt hat (hypertensive Retinopathie), kann es zu Gefäßverengungen und Einblutungen und damit deutlichen Beeinträchtigungen des Sehvermögens kommen.


– Schlafapnoe-Screening

Bei Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoesyndrom überweist der Hausarzt den Patienten an einen Lungenfacharzt (Pneumologen) oder Schlafmediziner. Dieser wird nach Untersuchung des Patienten die nächsten Schritte festlegen, etwa eine Polygrafie (Screening-Untersuchung auf Schlafapnoe). Dazu gibt der Arzt dem Patienten ein schon programmiertes Messgerät mit nach Hause. Bevor der Patient sich zum vereinbarten Zeitpunkt zur Nachtruhe begibt, legt er sich nach Anleitung die mit dem Apparat verbundenen Messvorrichtungen an, welche den Atemluftstrom, Atembewegungen von Brust und Bauch, den Puls, die Sauerstoffsättigung des Blutes, die Körperlage und gegebenenfalls auch Schnarchgeräusche im Schlaf registrieren. Die Ergebnisse können bereits eine Schlafapnoe weitgehend ausschließen oder den Verdacht erhärten. Vertiefende Untersuchungen erfolgen dann in einem zertifizierten Schlaflabor.

– Messung der arteriellen Gefäßsteifigkeit (des zentralen (aortalen) Blutdrucks)

Bei Bluthochdruck, aber auch aus anderen Gründen, etwa genetisch bedingt, können die großen Gefäße einschließlich Hauptschlagader (Aorta) mit der Zeit an Elastizität verlieren. Dann wird die mit jedem Herzschlag sich neu aufbauende und in den Gefäßen fortpflanzende Druckwelle (Pulswelle) früher und verstärkt in die Aorta zurückgeworfen (Reflexion oder Rückwelle). Der damit verbundene Druckanstieg ist eine Mehrbelastung für das Herz. Solche Veränderungen zu erkennen, kann zur besseren Kontrolle des Herzkreislaufrisikos eines Patienten beitragen. Die Gefäßsteifigkeit lässt sich durch die Pulswellengeschwindigkeit erfassen.

Dazu wird über einer Armarterie, ähnlich einer Blutdruckmessung, ein Pulswellensignal aufgezeichnet und dann die Pulswellengeschwindigkeit sowie der Druckwert in der herznahen Aorta (zentraler, aortaler Blutdruck) automatisch berechnet. In der Aorta eines gefäßgesunden Erwachsenen mit einem normalen Blutdruck beträgt die Pulswellengeschwindigkeit etwa 5 (4-9) m/s. Werte ab etwa 11 m/s weisen auf eine erhöhte Gefäßsteifigkeit hin. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Untersuchung nicht, sie ist eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird zur Zeit noch genauer bewertet.


Sekundärer Bluthochdruck: Betrifft gelegentlich jüngere Patienten

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Sekundärer Bluthochdruck: Ursachen und Diagnosen 

Die häufigsten sekundären Hochdruckformen sind hormonell bedingt. Dabei geht es um verschiedene, teilweise komplizierte Krankheitsbilder mit nicht weniger komplizierten Namen. Im Einzelnen sind das: die Gruppe der sogenannten Mineralokortikoid-Hypertonien (vor allem Conn-Syndrom), der Hyperkortisolismus, das Phäochromozytom und andere, seltenere Formen. Sie alle beziehen sich auf Störungen der Nebennierenhormone. Bluthochdruck bei Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion) stellt eine weitere Gruppe dar. Auch der Schwangerschaftshochdruck gehört zu den hormonellen Formen.

Bluthochdruck, der auf einer Erkrankung des Nierengewebes oder der Nierengefäße beruht, zum Beispiel einer Nierenarterienverengung, ordnen Ärzte ebenfalls den sekundären Hypertonieformen zu. Allerdings sind die Grenzen zwischen primärem und sekundärem Bluthochdruck bei Nierenerkrankungen mitunter fließend.

Ein durch Medikamente bedingter Bluthochdruck sowie eine Hypertonie infolge einer Verengung der Hauptschlagader im Brustbereich (Fachbegriff: Aortenisthmusstenose) sind weitere Beispiele für sekundäre Hochdruckformen.

– Primärer (Hyper-)Aldosteronismus (Mineralokortikoid-Hypertonien, Conn-Syndrom): Bluthochdruck und Muskelschwäche, Verstopfung, Durst ...

Das Hormon Aldosteron aus der Nebennierenrinde, ein sogenanntes Mineralokortikoid, ist hier im Blut erhöht. Mit seiner Hilfe spart der Körper Natrium ein. Als Element des Kochsalzes spielt Natrium bei der Blutdruckregelung eine Rolle. Zuviel Aldosteron bedeutet gemeinhin zu viel Natrium im Körper – der Blutdruck steigt. Nach neueren Daten verursacht das Conn-Syndrom, ein Oberbegriff für verschiedene, auch erbliche Formen des primären Hyperaldosteronismus, mindestens zehn Prozent aller Bluthochdruck-Fälle. Häufiger liegt eine Vergrößerung einer oder beider Nebennieren, in einem Drittel der Fälle ein hormonproduzierender gutartiger Tumor der Nebennieren vor (im Bereich der sogenannten Rindenzone). Er kann ebenfalls ein- oder beidseitig auftreten. Mögliche Hinweise sind:  
- Therapieresistenz: Bei vielen Betroffenen erreicht der Bluthochdruck trotz intensiver Therapiebemühungen – drei oder mehr Blutdrucksenker in voller Dosis  – nicht die Zielgerade von unter 140/90 mmHg.
- und Symptome wie Muskelschwäche, Verstopfung, Müdigkeit, wiederholtes Wasserlassen, vermehrtes Durstgefühl, Kopfschmerzen.
Diagnose: Der Screening-Test umfasst die Bestimmung des Verhältnisses der Aldosteron- und Renin-Konzentration im Blut (zu Renin siehe Kapitel "Bluthochdruck: Therapie"). Der Kaliumwert im Blut ist häufig normal, Conn-Syndrome mit niedrigem Kalium kommen in etwa einem Drittel der Fälle vor. Im Einzelfall sind spezielle Untersuchungen notwendig, zum Beispiel ein Katheterverfahren, um das Krankheitsbild einzugrenzen und die genaue Ursache herauszufinden.

– Hyperkortisolismus und Cushing-Syndrom: Kortison-Überschuss, Vollmondgesicht ...

Hyperkortisolismus bedeutet zu viel Kortisol beziehungsweise Glukokortikoide im Blut, kurz: einen erhöhten Kortisolspiegel. Kommen neben Bluthochdruck bestimmte Symptome wie nachfolgend gelistet dazu, ist von einem Cushing-Syndrom auszugehen:

- Fettsucht des Leibes
- Rundes Gesicht (Vollmondgesicht)
- Fettwulst im Nacken
- Veränderungen der Körperbehaarung
- Haut, Knochen- und Muskelschmerzen, Muskelschwäche
- Störungen des Zuckerstoffwechsels
- Psychische Veränderungen
- Bei Frauen außerdem Zyklusstörungen

Dahinter steckt entweder eine Erkrankung der Kortisol bildenden Drüsenzellen in der Nebennierenrinde wie eine gutartige, seltener eine bösartige Geschwulst. Oder das Problem liegt auf der Ebene bestimmter Steuerzentren im Gehirn, die auf die Nebennieren einwirken, wie der Hirnanhangdrüse. Unterschieden werden daher ganz allgemein sogenannte ACTH-abhängige und ACTH-unabhängige Formen. ACTH ist ein Hormon aus der Hirnanhangdrüse, das die Bildung von Hormonen wie Kortisol in der Nebennierenrinde anregt. Ein ACTH-abhängiges Cushing-Syndrom kann zum Beispiel durch eine Geschwulst der Hirnanhangdrüse entstehen.

Basis-Untersuchungen: Erhöhter mitternächtlicher Kortisolspiegel im Blutserum (aufgehobene Tagesrhythmik), Kortisol im 24-Stunden-Sammelurin oder auch in einer morgens und spätabens entnommenen Speichelprobe erhöht; der sogenannte niedrig dosierte Dexamethason-Test und der Insulin-Hypoglykämie-Test fallen krankhaft aus. Je nach Ergebnis sind noch weitere Tests nötig, um die genaue Diagnose zu stellen. Mehr im Ratgeber "Cushing-Syndrom".

Ein Hyperkortisolismus ist auch bei einer länger dauernden Behandlung bestimmter Erkrankungen mit Kortison oder mit dem Hormon ACTH möglich und wird dann "medikamentöses Cushing-Syndrom" genannt. Unterhalb der sogenannten Cushing-Schwellendosis jedoch ist auch bei längerfristiger Kortisontherapie ein medikamentöses Cushing-Syndrom normalerweise nicht zu erwarten. Die Cushing-Schwellendosis entspricht der Wirkungsstärke von 7,5 mg Prednisolon täglich (sogenanntes Prednisolon-Äquivalent). Prednisolon ist ein künstliches (synthetisches) Kortison.

– Phäochromozytom: Blutdruckkrisen, Schweißausbrüche, Herzrasen ...

Bei dieser seltenen hormonellen Erkrankung steigt der Blutdruck oft krisenhaft an; es kommt zu Symptomen wie Schweißausbrüche und Herzrasen, Blässe, Kopfschmerzen, nicht selten auch zu Gewichtsverlust. Ursache ist meist ein Tumor einer oder beider Nebennieren (diesmal jedoch weiter innen, in der Markzone). Das Phäochromozytom kann zudem im Kopf-Hals-Bereich (dann Paragangliome genannt) und im Rahmen seltenerer erblicher Erkrankungen wie der multiplen endokrinen Neoplasie vorkommen. Dabei bilden sich Tumoren in verschiedenen hormonell aktiven Drüsen, unter anderem in der Schilddrüse. Auch bei Neurofibromatose Recklinghausen (verschiedene erbliche Krankheiten mit Geschwülsten bestimmter Nerven- und Bindegewebszellen) und dem Von-Hippel-Lindau-Syndrom (seltener, erbliche Geschwulsterkrankung mit Gefäßknäueln) sind Phäochromozytome beschrieben.

Allgemein liegt bei etwa einem Viertel der Betroffenen eine familiäre Veranlagung vor. Daher ist eine Untersuchung verwandter Familienmitglieder empfehlenswert, wenn ein Phäochromozytom oder eine der zuvor genannten Erkrankungen festgestellt wurde.

Zur Diagnose dient heute in erster Linie die Bestimmung der  sogenannten freien Metanephrine im Blutplasma (Blutflüssigkeit ohne Blutkörperchen) unter besonderen Abnahmebedingungen oder im 24-Stunden-Sammelurin. Metanephrine entstehen beim Abbau der aus dem Nebennierenmark stammenden Hormone Noradrenalin und Adrenalin. Bei wiederholt auffälligem Ergebnis werden ergänzende Tests durchgeführt. Fallen sie positiv aus, schließen sich eine Sonografie und Computer- oder Magnetresonanztomografie der Nebennieren an, manchmal auch eine spezielle szintigrafische Untersuchung.


– Schilddrüsenerkrankungen: Herz, Blutdruck & Co. aus dem Lot

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion tritt erhöhter Blutdruck fast regelhaft auf. Oft ist besonders der systolische Blutdruck erhöht, während der diastolische Druck eher niedrig ist. Das Herz schlägt schnell, mitunter unregelmäßig (Herzrhythmusstörungen). Auch eine Schilddrüsenunterfunktion geht nicht spurlos am Blutdruck vorbei; meist sind beide Werte – systolischer wie diastolischer Druck – erhöht. Die Funktionsstörungen können verschiedene Ursachen haben und erfordern den Spezialisten, einen Endokrinologen. Mit der Normalisierung der Schilddrüsenfunktion bessern sich meist auch die Herz-Kreislauf-Parameter.


Die meisten Schwangerschaften verlaufen normal. Mitunter kann ein Bluthochdruck auftreten

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– Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Wenn bei einer Schwangeren mehrfach Blutdruckwerte über 140/90 mmHg gemessen werden, hat sie einen Bluthochdruck. Etwa bei zehn Prozent aller Schwangerschaften tritt ein Bluthochdruck auf. Es gibt es verschiedene Verlaufsformen. Entweder war der Hochdruck schon vor der Schwangerschaft vorhanden,  oder er hat sich in der Schwangerschaft entwickelt, meistens nach der 20. Woche oder im letzten Drittel. In beiden Fällen ist durchaus eine komplikationslose Schwangerschaft möglich. Ein in der Schwangerschaft entstandener Bluthochdruck klingt meistens ein paar Wochen nach der Entbindung wieder ab. Er kann aber bei einer erneuten Schwangerschaft wieder auftreten. Außerdem ist er ein mögliches Indiz für einen späteren Bluthochdruck.

Präeklampsie – so heißt eine eigenständige Form des Hochdrucks in der Schwangerschaft. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich Frauen in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Ein erhöhte Blutdruck und deutliche Eiweißverluste über die Nieren sind wichtige Merkmale. Vermehrte Wassereinlagerung (Ödeme) lässt nicht nur die Beine anschwellen, was bis zu einem bestimmten Grade während der Schwangerschaft normal ist, sondern es treten zum Beispiel auch Schwellungen an den Händen und im Gesicht (Gesichtsödem) auf. Neben den Nieren können auch die Leber, Lungen, Augen, das Blut und Gehirn Schaden nehmen. Die Ursachen sind nicht genau klar. Vereinfacht gesagt, kommt es zu einer Unverträglichkeit der Schwangerschaft. Biologisch gesehen spielen dabei wohl spezielle Eiweißstoffe eine Rolle. Dies lässt sich inzwischen für die Diagnose nutzen.

Erstgebärende Frauen haben ein höheres Präeklampsie-Risiko als Frauen, die schon einmal entbunden haben. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft, familiäre Belastung oder eine früher schon durchgemachte Präeklampsie disponieren zu der Schwangerschaftserkrankung. Desgleichen sind ältere (erstmals) Schwangere über 40 Jahre, Frauen mit Diabetes, Übergewicht oder Untergewicht, mit rheumatoider Arthritis, Lupus erythematodes und Sklerodermie. Auch Genveränderungen mit Einfluss auf die Blutdruckregulation können eine Rolle spielen.

Bei schon vor der Schwangerschaft bestehendem Bluthochdruck kommt es immer darauf an, zu wissen, welche Erkrankungsform vorliegt und ob die Nieren angegriffen sind, weil dies das Risiko für eine Präeklampsie erhöht und daher besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Sind eindeutig Präeklampsie-Risikofaktoren vorhanden, wird der mit der Schwangerenvorsorge betraute Frauenarzt neben dem Blutdruck die Eiweißausscheidung im Sammelurin über 24 Stunden messen und die Harnwerte regelmäßig kontrollieren. Auch überprüft er – wegen möglicher Wassereinlagerungen und Veränderungen der Fruchtwassermenge – regelmäßig das Körpergewicht der Frau, eine mögliche Wehentätigkeit sowie Parameter, welche die Entwicklung des Ungeborenen erfassen.

Wichtige Informationen gibt auch eine Ultraschalldoppleruntersuchung der Plazentagefäße. Ein geeigneter Zeitpunkt dafür ist die 22. bis 24. Schwangerschaftswoche. Spezielle Bluteiweiße unterstützen die Diagnose einer Präeklampsie und verbessern die Vorhersagemöglichkeiten. Denn trotz präeklampsieähnlicher Symptome bleiben viele Schwangere letztlich von der Komplikation verschont, fühlen sich aber durch beunruhigende Erstprognosen zurecht unnötig belastet. Zur Behandlung siehe Kapitel "Bluthochdruck – Therapie".


– Bluthochdruck bei Nierengefäßverengung (Nierenarterienstenose)

Wenn der Durchmesser der Nierenarterie um die Hälfte oder mehr eingeengt ist, spricht der Arzt von einer Nierenarterienstenose. Mögliche Folgen: Bluthochdruck als sekundäre Hochdruckform, fortschreitende Nierenschwäche, Komplikationen am Herzen. Allerdings können auch bei länger bestehender primärer Hypertonie Verengungen der Nierengefäße mit denselben Konsequenzen entstehen (Oberbegriff: renovaskuläre Hypertonie).

Nierenarterienstenosen – insgesamt sind sie eher selten – beruhen auf verschiedenen Ursachen. Mit Abstand am häufigsten liegt eine Gefäßverengung durch Verkalkung (Arteriosklerose) vor. Entsprechende Gefäßveränderungen finden sich vermehrt in der zweiten Lebenshälfte, häufiger bei Männern als bei Frauen, mit den Jahren zunehmend, und mit Betonung auf Rauchern. Oft sind auch die Hals- oder Herzkranzgefäße betroffen, denn die Arteriosklerose begnügt sich nicht immer mit einem Gefäßgebiet allein.

Andere, seltenere Ursachen einer Nierenarterienstenose sind Gefäßerkrankungen wie eine sogenannte fibromuskuläre Dysplasie. Die Erkrankung tritt überwiegend bei Frauen im jüngeren Alter auf und kommt häufig an beiden Nieren vor. Manchmal kommt es nach einer Nierentransplantation zu einer Nierengefäßverengung. Gefäßentzündungen sind meistens Teil sogenannter rheumatischer Systemerkrankungen, die mehrere Organe betreffen (daher die Bezeichnung Systemerkrankung).

Diagnose: Das Alter und Geschlecht der Betroffenen, die Krankengeschichte und der Zustand der Gefäße sprechen für oder gegen die jeweilige Form der Nierenarterienverengung. Ein neu entstandener Hochdruck vor dem 30. Lebensjahr wird den Arzt unter anderem an eine fibromuskuläre Dysplasie denken lassen. Hier kann besonders der diastolische Druck erhöht sein. Blutanalysen zur Überprüfung der Nierenfunktion, eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und eine farbkodierte Dopplersonografie der Nierengefäße sind die nächsten Schritte. Ergänzend kann eine Gefäßdarstellung mittels Magnetresonanztomografie oder Computertomografie, jeweils mit einem Kontrastmittel (MRT- oder CT-Angiografie), sinnvoll sein. Dies insbesondere dann, wenn ein Eingriff geplant wird, um die Gefäßverengung zu beheben. Eine Katheterangiografie, die ebenfalls ein Kontrastmittel benötigt, ist eingreifender. Diese Art der Gefäßdarstellung kommt zum Beispiel infrage, wenn eine Untersuchung der Herzkranzgefäße ansteht. Dabei lassen sich auch die Nierengefäße abbilden. Zur Abklärung von rheumatischen Erkrankungen dienen spezielle Blutuntersuchungen.


Unerwünschte Wirkung? Selten erhöht ein Medikament den Blutdruck

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– Bluthochdruck durch Medikamente und Drogen

Arzneimittel und Bluthochdruck – da sind zum Beispiel nicht steroidale Antirheumatika zu berücksichtigen, vor allem bei Langzeiteinnahme. Ungünstige Effekte auf den Blutdruck sind hier als Wechselwirkung mit einigen Blutdrucksenkern, zum Beispiel ACE-Hemmern, möglich. Auch die Pille zur Empfängnisverhütung (hormonale Kontrazeptiva), Kortison oder das Hormon ACTH, welches die Nebennieren veranlasst, vermehrt das körpereigene Hormon Kortisol auszuschütten, begünstigen Bluthochdruck.

Ciclosporin A ist ein Medikament, das in die Immunabwehr eingreift und unter anderem bei rheumatoider Arthritis eingesetzt wird. Es kann wie Tacrolimus, das die Abstoßung von Organtransplantaten unterdrückt, den Blutdruck erhöhen. Bekannt ist das auch vom Appetitzügler Phenylpropanolamin. Carbenoxolon wurde früher gegen Magengeschwüre eingesetzt und ist in Lakritze enthalten; zu viel davon kann blutdrucksteigernd wirken.
! Achtung: Wenn Sie vermuten, dass ein Medikament Ihren Blutdruck erhöht, lassen Sie das von Ihrem Arzt abklären.

Konsum von Kokain oder Amphetamin (Aufputschmittel), von Zubereitungen aus Ephedrakraut (Ma Huang) oder von synthetischen "Fatburnern", die chemisch hergestelltes Ephedrin oder Synephrin enthalten, kann den Blutdruck antreiben. Ephedrin ist in Deutschland eigentlich verschreibungspflichtig, es gehört auch zu den verbotenen Dopingmitteln, ebenso wie Clenbuterol (Dopingmittel). Gesundheitsschädliche Wirkungen betreffen unter anderem den Kreislauf.



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