Gerade im Winter trocknen die Schleimhäute in der Nase leicht aus und werden anfällig für kleine Verletzungen. Auch häufiges oder heftiges Schnäuzen, eine Erkältung, Heuschnupfen oder Nasenbohren können eine Blutung auslösen. „Epistaxis“ nennen Ärzte diese, was so viel heißt wie Darauftröpfeln.
Nasenbluten kann zwar ein Indiz für einen zu hohen Blutdruck darstellen. In den meisten Fällen ist das Rinnsal jedoch nicht unmittelbar bedrohlich. Erste Maßnahme sollte sein: Sich auf einen Stuhl setzen und den Kopf nach vorne neigen. So kann das Blut gut abfließen und Sie können besser abschätzen, wie stark die Blutung ist. Auf keinen Fall sollte das Blut einfach hinuntergeschluckt werden. Das kann Übelkeit und Brechreiz auslösen.
Kälte drosselt den Blutfluss
In der Zwischenzeit sollte man ruhig durch den Mund atmen. Ein kalter Lappen oder ein Eisbeutel im Nacken bewirkt, dass sich die Gefäße reflexartig verengen und weniger Blut fließt. Einmaliges Nasenbluten, das sich auf diesem Weg stillen lässt, stellt keine Bedrohung dar.
Wenn die Blutung jedoch nach 30 Minuten nicht aufhört, sehr stark ist oder immer wieder einsetzt, sollte man einen Arzt aufsuchen. Besondere Vorsicht gilt beim Vorliegen von Risikofaktoren wie der Einnahme von Gerinnungshemmern, aber auch bei krankheitsbedingten Gerinnungsstörungen, erblichen Gefäßerkrankungen wie Morbus Osler oder Hämophilie, der Bluterkrankheit.
„Wer von solchen Risiken weiß, sollte bei Nasenbluten nicht abwarten, sondern umgehend entweder den Notruf alarmieren oder sich zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt fahren lassen“, betont Jürgen Strutz.
Wie groß ist der Blutverlust?
In solchen Fällen ist meist ein Gefäß im hinteren Teil der Nase betroffen – der Blutverlust kann dann sehr hoch ausfallen. Wird das Blut mit Handtüchern oder in einem Eimer aufgefangen, lässt sich abschätzen, welche Menge verloren ging, und der Arzt kann entscheiden, ob eine Infusion nötig ist.
Je stärker die Blutung, desto wichtiger ist es, dass das Blut nicht in den Rachen läuft. Das Verschlucken kann starke Übelkeit verursachen. Der Arzt wird mithilfe abschwellender Tropfen zunächst versuchen, die Blutungsquelle zu finden. Gelingt dies, kann er die betroffene Stelle veröden.
Wenn dies aufgrund der starken Blutung nicht möglich ist, muss er die Nase ausstopfen. Spezielle Tamponaden erzeugen einen so hohen Druck, dass der Blutfluss aus dem verletzten Gefäß stoppt. Die Tamponade bleibt zwei Tage in der Nase und wird dann langsam und schrittweise wieder entfernt.
Verursacht eine Krankheit oder ein bestimmtes Medikament das Nasenbluten, hilft meist nur die Tamponade zur Erstversorgung. Danach sollte der behandelnde Hausarzt prüfen, ob blutdrucksenkende Mittel nötig sind, die Dosierung neu angepasst werden muss oder eine Medikamentenumstellung notwendig ist.
Fazit: Wer Nasenbluten vorbeugen möchte, sollte vor allem im Winter die Schleimhäute mit Nasensalbe geschmeidig halten, sich nicht zu kräftig schnäuzen, nicht in der Nase bohren und Bluthochdruck sowie Medikamenteneinstellungen regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen.
Dr. Karoline Stürmer, Apotheken Umschau;
18.01.2011, aktualisiert am 10.05.2011
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle, Thinkstock/Pixland
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