Als Standardtherapie setzen Krebsspezialisten derzeit bei einer chronischen myeloischen Leukämie Tyrosinkinasehemmer ein, vor allem den Wirkstoff Imatinib. Diese Substanz hemmt eine Tyrosinkinase, ein spezielles Enzym, das in den Leukämiezellen überaktiv ist. Damit gelingt es in den meisten Fällen, die Leukämie zurückzudrängen.
Zu Beginn der Behandlung kann es durch das Medikament unter anderem zu Blutbildveränderungen, Übelkeit, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Hautausschlägen und Muskelkrämpfen kommen. Die Nebenwirkungen lassen jedoch mit zunehmender Therapiedauer nach.
Es ist notwendig, dass die Patienten regelmäßig Blut und Knochenmark untersuchen lassen. Nur so kann der behandelnde Arzt rechtzeitig erkennen, ob die Patienten gut auf die Behandlung ansprechen. Wird die Therapie abgebrochen, kommt es bei fast allen Patienten zu einem Rückfall. Deshalb ist es besonders wichtig, die verordneten Medikamente regelmäßig anzuwenden.
Schlägt die Behandlung mit Imatinib nicht oder nicht ausreichend an, kommen andere Behandlungsstrategien zum Einsatz, zum Beispiel die Gabe anderer Tyrosinkinasehemmer. In fortgeschrittenen Stadien kommt eine Chemotherapie infrage.
Eine vollständige Heilung der chronischen myeloischen Leukämie, bei der alle Krebszellen vernichtet werden, ist derzeit nur durch eine Knochenmark-Transplantation (KMT) oder Stammzell-Transplantation (SZT) von einem gesunden Spender möglich. Da es sich dabei um sehr risikoreiche Verfahren handelt, müssen im Vorfeld Risiken und Nutzen der Behandlung gründlich abgewogen werden.
Auch mit Interferon-alpha lässt sich die Erkrankung zurückdrängen. Die Behandlungserfolge sind allerdings weniger gut als mit Tyrosinkinasehemmern. Zudem treten deutlich mehr Nebenwirkungen auf. Aus diesen Gründen wird Interferon-alpha, das zu den sogenannten Immunmodulatoren gehört, bei der chronischen myeloischen Leukämie nur noch selten eingesetzt.
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13.09.2005, aktualisiert am 14.12.2011
Bildnachweis: Stockbyte/RYF
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