Hier erfahren Sie, wie es zu einer Blasenentzündung kommen kann und wie man den Infekt am besten verhindert.
Wann kommt es zu einer Blasenentzündung?
Die Verursacher des Problems sind Krankheitserreger, meist Darmbakterien wie Escherichia coli. Sie können durch die Harnröhre aufsteigen und sich in der Blase vermehren. Frauen erkranken deutlich öfter als Männer an einer Cystitis – so der Fachausdruck für Blasenentzündung. Ihre Harnröhre ist kürzer und mündet nah am Darmausgang, weshalb leichter eine Infektion auftritt. Falsche oder übertriebene Intimhygiene kann die Infektion begünstigen, ebenso sexuelle Aktivität.
Entgegen einer verbreiteten Vorstellung kann man sich die Blase nicht „verkühlen“. Einige Untersuchungen weisen aber darauf hin, dass lokale Kälte bestimmte Abwehrfunktionen der Schleimhaut schwächt. Auch ist davon auszugehen, dass sich Keime in nassen Badesachen gut vermehren können, aber nicht wegen der empfundenen Kälte, sondern wegen des feuchtwarmen Milieus.
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Wie macht sich der Infekt bemerkbar?
Bei einem normalen Harnwegsinfekt treten ziehende oder brennende Schmerzen beim Wasserlassen auf. Es können auch Unterbauchbeschwerden bestehen, ebenso häufiger und plötzlicher Harndrang. Der Arzt bestätigt den klinischen Verdacht, indem er den Urin untersucht. Darin finden sich im Fall einer Infektion Bakterien. Außerdem weisen weiße Blutkörperchen und Eiweiß im Harn auf eine Entzündung hin.
Einen Arzt konsultieren sollten Betroffene, wenn Fieber, starkes Krankheitsgefühl oder Schmerzen in Rücken oder Flanke auftreten. Dies sind Signale für einen komplizierten Harnwegsinfekt. Gelegentlich werden bei Routinekontrollen des Urins auch Entzündungszeichen fest gestellt, ohne dass klinische Symptome bestehen. So einen „asymptomatischen“ Befund muss man nicht behandeln, wenn sonst keine Risiken bestehen – etwa durch eine Schwangerschaft. Der Arzt sollte aber den Urin nach ein oder zwei Wochen noch einmal kontrollieren.
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Was kann man gegen die Entzündung tun?
Das Mittel der Wahl bei einer Bakterieninfektion ist ein Antibiotikum. Meist kommt der Wirkstoff Trimethoprim-Sulfamethoxazol zum Einsatz oder auch Fosfomycin. Beide wirken gut gegen jene Keime, die am häufigsten die Entzündung auslösen. Da die Trefferquote hoch ist, werden unkomplizierte Fälle „blind“ behandelt, das heißt ohne vorher die Empfindlichkeit des Erregers auf das Mittel zu testen. In letzter Zeit treten aber vermehrt Resistenzen gegen Standard-Antibiotika auf.
Schlägt eine Therapie daher nicht an, muss mithilfe eines sogenannten Biogramms ein wirksames Medikament gegen den Erreger gesucht werden. Um Resistenzen vorzubeugen, müssen Patienten verordnete Antibiotika stets bis zur letzten Tablette einnehmen. Außer der ursächlichen Therapie gibt es unterstützende Maßnahmen: Schmerzmedikamente dämpfen das lästige Brennen. Krampflösende Mittel lindern Bauchweh. Wer viel trinkt, spült so die Keime schneller aus den Harnwegen.
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Welche Komplikationen können auftreten?
Unbehandelt kann sich die Infektion in den Harnwegen weiter ausbreiten und die Nieren befallen. Eine solche Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) geht mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl einher, außerdem droht eine lebensgefährliche Blutvergiftung (Sepsis) oder ein Verlust der Nierenfunktion. „Ein schwerer Harnwegsinfekt muss daher im Krankenhaus mit gezielter Antibiotikagabe bekämpft werden“, sagt Professor Wolfgang Weidner, Direktor der Klinik für Urologie an der Universität Gießen.
Blasen- oder Nierensteine erschweren den Verlauf der Krankheit. Sie sollten gesondert behandelt werden. Bei einer Schwangerschaft stellt ein Harnwegsinfekt ebenfalls eine besondere Gefahr dar, denn die Bakterien infizieren bei Schwangeren leichter die Nieren. Auch drohen durch die Erkrankung Früh- oder Fehlgeburten.
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Muss man immer zum Arzt gehen?
Frauen mit einem sogenannten unkomplizierten Harnwegsinfekt – das heißt ohne Fieber und ohne weitere Risikofaktoren – können die Beschwerden selbst symptomatisch lindern, zum Beispiel mit örtlicher Wärme, viel Flüssigkeit oder pflanzlichen Mitteln. Sind die Symptome nach drei Tagen nicht abgeklungen, muss ein Arzt aufgesucht werden.
Kinder, Schwangere und Männer hingegen sollten gleich einen Arzt aufsuchen. Ihnen drohen schneller Komplikationen. Bei Männern steckt oft eine andere, begünstigende Erkrankung dahinter, zum Beispiel eine Vergrößerung der Prostata.
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Wie lässt sich vorbeugen?
Bei manchen Patientinnen treten Harnwegsinfekte immer wieder auf. „Dem können manchmal schon einfache Verhaltensregeln vorbeugen“, sagt der Apotheker Uwe Knabe aus Elmshorn: Vor und nach dem Sex die Blase entleeren, bei der Toilettenhygiene darauf achten, von den Harnwegen weg zu wischen, lauten probate Ratschläge. Übertriebene Intimhygiene hingegen stört die natürliche Scheidenflora und kann die Ausbreitung krank machender Bakterien begünstigen.
Reichlich trinken soll dagegen vorbeugend wirken, denn eine hohe Flüssigkeitszufuhr erhöht die Ausscheidungsmenge der Nieren. Dadurch werden die Harnwege kräftig durchgespült, und Bakterien können sich dort schwerer ausbreiten. „Bei einem hartnäckigen Wiederauftreten von Blasenentzündungen empfiehlt sich manchmal auch die prophylaktische Einnahme von Antibiotika“, sagt der Urologe Wolfgang Weidner. Dies könne im „Bedarfsfall“ erfolgen, also vor dem Sexualverkehr.
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Unser Experte:
Uwe Knabe ist Apotheker aus Elmshorn in Schleswig-Holstein.
Dr. Christian Guht / Apotheken Umschau;
08.08.2011, aktualisiert am 08.08.2011
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