Harnwege:
Keime mögen es kühl

Eine Blasenentzündung hatte fast jede Frau schon einmal. Experten geben Tipps, wie sie zu vermeiden ist

Dran denken: Wechseln Sie nach dem Baden den nassen Bikini

Die kalte Bank im Biergarten, ein frischer Wind an einem Sommerabend oder ein paar Minuten zu lange im nassen Badeanzug können reichen – am nächsten Tag brennt es beim Wasserlassen. Diagnose: Blasenentzündung. Fast jede Frau ist in ihrem Leben mindestens einmal von der klassischen bakteriellen Zystitis betroffen.

Die wichtigsten Fragen zu Behandlung und Vorbeugung beantworten unsere Experten: die Urologen Professorin Daniela Schultz-Lampel vom Kontinenzzentrum Villingen-Schwenningen und Professor Klaus-Peter Jünemann von der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Kiel.

Wie kommt es zu einer Blasenentzündung?

Die bakterielle Zystitis wird von Keimen ausgelöst, die über die Harnröhre in die Blase gelangen und dort eine Entzündung verursachen. Das passiert besonders leicht bei Kälte oder Nässe. „Wenn der Körper auskühlt, ist er sehr empfänglich für Entzündungen“, sagt Klaus-Peter Jünemann. Kälte schwächt das Immunsystem, Keime werden nicht zur Genüge abgewehrt und können besser eindringen. Manchmal reichen schon kalte Füße oder das Sitzen auf einem kühlen Stein. Die Symptome machen sich schnell bemerkbar: ständiger Harndrang, beim Wasserlassen kommen aber nur ein paar Tropfen, es brennt und sticht.

Tipp:
Tauschen Sie den nassen Badeanzug nach dem Schwimmen gleich gegen einen trockenen aus, oder schlüpfen Sie in Shorts und T-Shirt. Achten Sie auch im Sommer darauf, Unterleib und Füße immer warm zu halten, und meiden Sie kalte Sitzgelegenheiten.