Besenreiser: Schönheitsmakel oder gefährlich?

Schimmern die kleinen Venen durch die Haut, spricht man von Besenreisern. Welche Ursachen dahinterstecken und wie sie sich entfernen lassen
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 23.03.2017

Viele Frauen haben Besenreiser – zum Beispiel an den Oberschenkeln

Thinkstock/iStockphoto, Hemera

Venenprobleme sind weit verbreitet. Bei nahezu jeder zweiten Frau leiern die Venen im Laufe des Lebens aus. Als Folge können Krampfadern oder eine Venenschwäche drohen. Männer betrifft dies seltener. Worum es sich bei Besenreisern handelt, erklärt Aljoscha Greiner, Facharzt für Allgemeinmedizin an der Capio Mosel-Eifel-Klinik in Bad Bertrich, einer Fachklinik für Venenerkrankungen.

Was sind Besenreiser?

Besenreiser sind erweiterte, winzige Venen, die in der Haut verlaufen und von außen sichtbar sind. Sie sind eine Form von Krampfadern. Von weitem können sie wie ein blauer Fleck aussehen. Wer genauer hinblickt, erkennt die feinen Äderchen, die rötlich bis bläulich durch die Haut schimmern. Da sie sich teilweise wie eine Art Reisigbesen ausbreiten, nennen sie sich umgangssprachlich Besenreiser. Auch Begriffe wie "Besenreiservarizen" oder "Besenreiservarikosis" stehen für diese Krampfaderform.


Besenreiser sind winzige Venen, die erweitert sind und rötlich bis bläulich durch die Haut schimmern

Your Photo Today/BSIP/Manceau

Ursache: Wie kommt es zu Besenreisern? Sind sie gefährlich?

Besenreiser gelten üblicherweise als harmlos. Sie treten häufig isoliert an winzigen Venen in der Haut auf – ohne dass gleichzeitig weitere Probleme an größeren Venen bestehen. Letzteres kann sich in Form von Krampfadern und Beschwerden in den Beinen äußern. Nur selten können Besenreiser ein Anzeichen dafür sein, dass tiefer gelegene Venen erkrankt sind. Deshalb sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen – auch, wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Besenreiser handelt.

Dennoch haben Besenreiser dieselben Ursachen wie Krampfadern an den größeren Venen. Auch für Besenreiservarizen gibt es eine erbliche Veranlagung. Hat ein Elternteil oder haben sogar beide Eltern Krampfadern, erhöht sich für die Kinder die Wahrscheinlichkeit, diese ebenfalls zu bekommen. Auslöser ist eine Bindegewebsschwäche. Sie führt im Laufe des Lebens dazu, dass die Venenwände – besonders in den Beinen – ausleiern. Das Blut wird weniger effektiv weiterbefördert und versackt. Betrifft der dadurch entstehende Rückstau die kleinsten Hautvenen, werden sie als Besenreiser unter der Haut sichtbar. Versackt das Blut in diesen winzigen Gefäßen, beeinträchtigt dies im Normalfall nicht die Durchblutung in den Beinen.

Symptome: Bereiten Besenreiser Beschwerden?

Besenreiser treten vor allem an den Beinen auf. Sie betreffen häufig die Außenseite der Oberschenkel, den Bereich oberhalb der Kniebeuge oder auch die Innenseite der Unterschenkel. Dort erscheinen Besenreiser als rötliche bis bläuliche feine Äderchen, die durch die Haut schimmern. Beschwerden rufen sie in den allermeisten Fällen keine hervor. Selten treten Besenreiser großflächig auf. Dann kann es an der betreffenden Hautstelle zu Überwärmung und leichten Schmerzen kommen.

Therapie: Sollten Betroffene die Besenreiser entfernen lassen?

Da Besenreiser– im Gegensatz zu anderen Krampfaderformen – als unbedenklich gelten, müssen sie nicht entfernt werden. Wen die bläulichen Äderchen aber vehement stören, der kann sie bei einem Venenspezialist behandeln lassen. Bevor dies geschieht, untersucht er die Venen mit einem speziellen Ultraschallgerät. So schließt der Arzt aus, das nicht doch tiefer liegende Beinvenen lädiert sind und es einer entsprechenden Therapie bedarf.

Es gibt verschiedene Methoden, mit den Ärzte die Besenreiser beseitigen: Der Fachmann kann in die winzigen Venen ein Mittel geben, durch welches sie veröden. Der Fachbegriff für dieses Verfahren lautet Sklerosierung. Das Medikament bewirkt, dass die Venenwände der Besenreiser verkleben und nicht mehr durchblutet werden. Sie werden vom Körper langsam abgebaut und verblassen nach einigen Wochen. Manchmal kann sich die Haut an der betreffenden Stelle allerdings bräunlich verfärben. Nach dem Veröden sollte der Patient für einige Tage einen Kompressionsstrumpf tragen, den der Arzt verordnet. Meistens reicht eine einzige Behandlung nicht aus, sondern der Patient muss sich ihr mehrmals unterziehen.

Eine Alternative ist die Lasertherapie. Hierbei werden die Besenreiser durch die Energie des Lasers verödet. Der Eingriff eignet sich für sehr feine Äderchen. Narben hinterlässt das Lasern nicht, zu Pigmentveränderungen der Haut kann es jedoch auch kommen. Der Patient muss im Anschluss ebenfalls für eine gewisse Zeit einen Kompressionsstrumpf anziehen und mehrere Behandlungstermine einplanen.

Manchmal kombinieren Ärzte beide Verfahren oder setzen andere Techniken ein. Lassen Sie sich im Vorfeld am besten eingehend zu Vor- und Nachteilen beraten und suchen Sie gegebenenfalls einen weiteren Arzt beziehungsweise eine Fachklinik auf. Da Besenreiser vor allem aus kosmetischen Gründen entfernt werden, übernehmen die Krankenkassen die Kosten normalerweise nicht.

Mit diesen Übungen können Sie Ihre Venen fit halten:


Niko Remy, screenpulse

 

 


Unser Experte: Aljoscha Greiner

Dominik Ketz Fotografie

Beratender Experte: Aljoscha Greiner, Facharzt für Allgemeinmedizin, Zusatzbezeichnung Phlebologie (Fachgebiet Venenerkrankungen), Capio Mosel-Eifel-Klinik in Bad Bertrich


Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Angiologie –Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA): Patientenratgeber Venen: Krampfadern. Online: http://www.dga-gefaessmedizin.de/fileadmin/user_upload/PDFs/dga_krampfaderbroschuere_screen.pdf (Abgerufen am 18.07.13)

Böhm M, Hallek M, Schmiegel W (Hrsg): Innere Medizin, begr. von Classen M, Diehl V, Kochsiek K, 6. Auflage, München Elsevier Urban & Fischer Verlag 2009

Moll I: Dermatologie, 7. Auflage, Stuttgart Thieme Verlag 2010

Karloff B: Selbstzahlerleistungen in der Dermatologie und der ästhetischen Medizin, 1. Auflage, Heidelberg Springer Medizin Verlag 2005


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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