Ob ein Restless Legs Syndrom behandelt werden sollte oder nicht, ist eine individuelle Entscheidung Ausschlaggebend sind die Beschwerden des Patienten. Leidet er deutlich unter den Symptomen, kann ihm der Arzt Medikamente verschreiben. Hat sich das Syndrom aufgrund einer anderen Erkrankung oder Störung entwickelt, reicht es manchmal aus, diese zu behandeln. Das RLS verschwindet dann von selbst.
Arzneien überprüfen
Da manche Medikamente ein Restless Legs Syndrom verstärken können, sollten Menschen mit RLS keine Arzneimittel ohne vorherige ärztliche Rücksprache einnehmen. Manchmal hilft es, in Abstimmung mit dem Arzt bestimmte Medikamente gegen geeignetere auszutauschen.
Begleitende Krankheiten behandeln
Wenn das RLS aufgrund einer anderen Erkrankung entsteht, lässt sich das Syndrom durch eine Therapie der Grundkrankheit oft heilen. Bei einem Eisenmangel ist üblicherweise die Einnahme eines Eisenpräparats angezeigt. Eine schwere Nierenfunktionsstörung muss entsprechend behandelt werden.
Therapie mit Medikamenten
Ein Restless Legs Syndrom unbekannter Ursache lässt sich symptomatisch behandeln. Das heißt, dass die Symptome der Erkrankung mit Medikamenten gelindert werden können, das Syndrom selbst ist jedoch nicht heilbar. Bei vielen Menschen mit einem RLS bringen solche Wirkstoffe eine deutliche Besserung, die in höherer Dosierung auch gegen die Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, zum Beispiel Dopamin-Präparate. Ähnlich wie der körpereigene Botenstoff Dopamin wirken diese Arzneien auf die Kommunikation der Nervenzellen. Mittel der Wahl bei leichten Restless Legs Beschwerden ist L-Dopa in Kombination mit Benserazid. Neben diesem Medikament gibt es auch eine Version, die den Wirkstoff nach und nach mit Verzögerung freigibt (Retardform), die jedoch häufig weniger wirksam ist als das Standard-Präparat. Ebenfalls bei RLS zugelassen sind Ropirinol oder Pramipexol und Rotigotin. Diese sogenannten Dopaminagonisten wirken ähnlich wie L-Dopa. Bei all diesen Medikamenten können Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schwindel vorkommen, vor allem in der ersten Zeit nach Therapiebeginn.
Wenn diese Wirkstoffe nicht anschlagen oder Nebenwirkungen auftreten, kann der Arzt eventuell auf starke Schmerzmittel (Opioide), wie Oxycodon ausweichen. Auch Wirkstoffe gegen Epilepsien wie Carbamazepin oder Gabapentin können die RLS-Symptome lindern.
Problem "Augmentation"
Manchmal verstärken Dopamin-Präparate die Beschwerden des Restless Legs Syndroms, medizinisch Augmentation genannt. Die Symptome entwickeln sich dann schon früher am Tag und nicht erst abends oder in der Nacht. Oft sind sie quälender als zuvor. Sie setzen in Ruhe rascher ein und können sich auf andere Körperregionen ausbreiten. In diesem Fall muss auf ein anderes Medikament umgestellt werden.
Ein Restless Legs Syndrom kann die Lebensqualität und das psychische Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Mit dem Arzt kann in solchen Fällen die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Unterstützung besprochen werden.
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12.01.2010, aktualisiert am 16.12.2011
Bildnachweis: W&B/Christine Schneider
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