Der Apple-Gründer Steve Jobs ist tot. Er wurde nur 56 Jahre alt. Schuld ist laut New York Times das langjährige Krebsleiden des Technik-Visionärs. Jobs, dem wir unter anderem iPod und iPhone zu verdanken haben, erkrankte bereits 2004 an Bauchspeicheldrüsenkrebs. 2009 musste er sich einer Lebertransplantation unterziehen. Im Januar 2011 zog er sich krankheitsbedingt aus dem operativen Tagesgeschäft zurück.
Nun konnten die Ärzte nichts mehr für ihn tun. Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den Krebserkrankungen mit sehr schlechten Heilungschancen. Dass Jobs an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war, wurde 2004 bekannt. Es ist möglich, dass er unter der selteneren und etwas weniger aggressiven Form des Bauchspeicheldrüsenkarzinoms litt: dem Neuroendokrinen Tumor. Professor Otmar Wiestler, Vorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums, erklärt, warum Bauchspeicheldrüsenkrebs so schwer zu heilen ist.
Weshalb überleben so wenige Patienten Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Im Frühstadium zeigt die Erkrankung meist keinerlei Symptome und bereitet keine Probleme. Deshalb wird der Krebs oft erst entdeckt, wenn er sich bereits im Bauchraum ausgebreitet hat und nicht mehr kurierbar ist.
Ist er besonders aggressiv?
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist gegen Bestrahlung und Chemotherapie oft resistent. Die einzige wirklich effektive Behandlung ist eine rechtzeitige Operation. Durch das späte Aufdecken der Erkrankung ist der chirurgische Eingriff in vielen Fällen nicht mehr möglich. Bauchspeicheldrüsenkrebs bildet im späten Stadium oft Metastasen in den Knochen und in der Leber.
Wie sehen die Symptome aus?
Oft bereitet der Krebs keine Probleme. Bei anhaltender Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden, zum Beispiel länger andauerndem Durchfall, bei einem Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch sollte man zum Arzt gehen. Bedenklich ist auch ein unerklärlicher Gewichtsverlust.
Wie groß sind die Heilungschancen?
Leider sind die Heilungsraten nach wie vor sehr schlecht. Die meisten Betroffenen – zirka 95 Prozent – erkranken am sogenannten Adenokarzinom, dem klassischen Bauspeicheldrüsenkrebs. Ihnen bleibt nach der Diagnose oft nicht mehr als ein Jahr Lebenszeit.
Wenige Patienten leiden an einem Neuroendokrinen Tumor der Bauchspeicheldrüse. Dieses ist eine Krebserkrankung der hormonproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Dieser Tumor ist nicht ganz so aggressiv und metastasiert langsamer, meist in die Leber. Die Betroffenen leben oft über mehrere Jahre mit der Erkrankung.
Was sind die Risikofaktoren?
Man weiß wenig über die Risikofaktoren. Besonders bei dem Neuroendokrinen Tumor sind bisher keine bekannt. Beim klassischen Bauchspeicheldrüsenkrebs diskutieren die Ärzte als mögliche Auslöser: Übergewicht, Rauchen und – sehr selten – familiär vererbte Fälle.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de; 06.10.2011, aktualisiert am 07.10.2011
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