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Ursachen

Schematische Darstellung von einem Bandscheibenvorfall
Beim natürlichen Alterungsprozess werden die Bandscheiben mehr und mehr entwässert, das macht den Faserring spröde. Risse und Verletzungen treten häufiger auf. Der geschwächte Faserring kann den Gallertkern nicht mehr gut stützen, der Gallertkern kann sich allmählich oder bei schnellen Bewegungen und plötzlicher Überbeanspruchung als Bandscheibenvorwölbung verlagern oder beim Bandscheibenvorfall aus dem Faserring austreten.
Rissig wird der Faserring auch durch andauernde Druckbelastung der Bandscheibe. Ständige Vibrationen der Wirbelsäule schwächen die Bandscheiben enorm. Eine angeborene Bindegewebsschwäche kann die "Haltbarkeit" der Bandscheiben zusätzlich herabsetzen. Ungenügend trainierte Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskeln begünstigen die Entstehung eines Bandscheibenschadens, weil die Wirbelsäule schlecht gestützt wird. Eine schlechte Haltung, langes Sitzen und falschen oder zu häufiges Bücken, Tragen und Heben zu schwerer Gewichte belasten die Wirbelsäule sehr stark, das setzt die "Lebenserwartung" der Bandscheiben herab.
Psychische "Verspannungen" begünstigen eine schlechte Haltung und damit auch Bandscheibenschäden.

Vorbeugung
Eine allgemein "rückenfreundliche" Lebensweise beugt Bandscheibenschäden vor. Die Einhaltung einfacher Regeln im Alltag trägt bereits sehr viel dazu bei. So entlastet es die Bandscheiben, beim Bücken in die Knie zu gehen und beim Heben die Oberschenkelmuskulatur die Hauptarbeit machen zu lassen. Lasten sollten immer gleichmäßig auf beide Seiten verteilt werden. Eine aufrechte Haltung bringt die Wirbelsäule in ihre natürliche Form. Die richtige Matratze ermöglicht es, sogar beim Schlafen die Bandscheiben zu schonen.
Das Sitzen belastet den Rücken stärker als das Stehen, daher ist bei sitzender Tätigkeit am Arbeitsplatz besonders auf ergonomisch richtig eingestellte Sessel zu achten. Einen Ausgleich schafft es, immer wieder aufzustehen, herumzugehen und sich hin und wieder durchzustrecken.
Rückengymnastik kräftigt die Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur, die Wirbelsäule wird dadurch besser unterstützt. Übergewicht "drückt" auf die Bandscheiben, es sollte reduziert werden.
Bandscheibenvorfälle haben meist nicht nur körperliche Ursachen. Eine entspannte Lebenseinstellung, die genügend Raum für die eigenen Bedürfnisse lässt, wirkt sich auch positiv auf die Haltung des Menschen aus. Hat sich über die Jahre die Seele "verspannt" und dabei der Rücken versteift, so kann eine Psychotherapie helfen. Chiropraktik kann dem Bandscheibenvorfall vorbeugen, ist jedoch schon eine Bandscheibe vorgefallen, ist davon abzuraten, weil zusätzlich Nerven eingeklemmt werden können und der Zustand sich verschlimmern kann.


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 14.06.2010
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