Bandscheibenvorfall

Anatomie der Bandscheiben und Wirbelkörper (Um das komplette Bild zu sehen, bitte auf die Lupe klicken!)

Zusammenfassung:
Beim Bandscheibenvorfall löst sich der Gallertkern einer Bandscheibe ganz oder teilweise aus dem ihn umgebenden Faserring. Eine Bandscheibenvorwölbung liegt vor, wenn sich der Gallertkern im Faserring verlagert, aber nicht aus ihm heraustritt. Die Vorwölbung ist die Vorstufe des Vorfalls. Als Bandscheibenschaden werden alle Schäden bezeichnet, die an der Bandscheibe auftreten können, angefangen bei Rissen im Faserring bis hin zum Bandscheibenvorfall.
Ein Bandscheibenvorfall hat so wie eine Bandscheibenvorwölbung viele Gesichter. Er kann völlig unbemerkt verlaufen, unerträgliche Schmerzen verursachen oder gar mit Lähmungserscheinungen oder einem Taubheitsgefühl einhergehen. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Behandlungsformen, die von krankengymnastischen Übungen über medikamentöse Behandlung bis hin zu ausgedehnten chirurgischen Maßnahmen gehen. Ein rückenfreundliches Leben und kräftige Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur sind die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung.

Die Bandscheibe besteht aus einem Faserring und einem Gallertkern. Sie liegt zwischen zwei Wirbelkörpern und hilft mit, die Wirbelsäule abzufedern. Bei einer Bandscheibenvorwölbung verlagert sich der Gallertkern im Faserring, sie ist Vorstufe des Bandscheibenvorfalls. Bei diesem tritt Material des Gallertkerns aus dem Faserring teilweise oder vollständig aus. Der Sammelbegriff für alle Veränderungen an der Bandscheibe lautet Bandscheibenschaden.
Ein vorgefallener Gallertkern kann auf die Nervenwurzeln drücken, die vom Rückenmark ausgehen. Die von diesen Nerven versorgten Muskeln können Lähmungserscheinungen zeigen, oder es kommt zu einem Taubheitsgefühl bestimmter Hautbezirke. Bandscheibenprobleme treten häufig auf. In vielen Fällen wissen die Betroffenen gar nichts davon. Am häufigsten werden Menschen mittleren Alters davon betroffen. Die meisten akuten Schmerzen im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall bei älteren Patienten entstehen durch eine Lageveränderung eines bereits bestehenden Vorfalls. Bis zu 70 Prozent der Gesamtbevölkerung hat einen Bandscheibenvorfall, der allerdings symptomlos und somit unerkannt bleibt. Bei Jugendlichen und im hohen Alter ist diese Krankheit selten.
Betroffen sind in 95 Prozent der Fälle die Bandscheiben zwischen oberstem Kreuzbeinwirbel und unterstem Lendenwirbel und zwischen dem untersten und dem nächst höheren Lendenwirbel. Etwa fünf Prozent der Bandscheibenvorfälle ereignen sich im Halswirbelbereich, die Bandscheiben der Brustwirbel sind außerordentlich selten betroffen.
 
Letzte Aktualisierung:
22.05.2007 (Inge Smolek)
Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.

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