Jegliche alkalische oder saure Flüssigkeit kann eine Verätzung des Auges hervorrufen. Im Alltag typische Substanzen sind Haushaltsreiniger und Putzmittel. Im Arbeitsleben passieren oft Verätzungen mit Laugen (Natronlauge als Reinigungsmittel), ungelöschtem Kalk (bei Malerarbeiten) und Säuren (Batteriesäure im Kfz-Handwerk beziehungsweise nach unsachgemäßem Laden von Kfz-Batterien).
Allererste Maßnahme sollte eine Spülung sein, idealerweise mit Wasser oder Kochsalzlösung. Im Zweifelsfall kann jede andere griffbereite Flüssigkeit wie Mineralwasser, Bier oder Ähnliches angewendet werden. Für Gewerbebetriebe gibt es speziell angefertigte Spülbeutel mit vorbereiteter Flüssigkeit.
Mit bloßen Händen lässt sich ein fest zugekniffenes beziehungsweise krampfendes Auge nur schwer öffnen. In einem solchen Fall sind für eine Augenspülung meist tatsächlich zwei Ersthelfer von Nöten: Einer legt den Daumen einer Hand auf das Oberlid, den der anderen Hand auf das Unterlid und spreizt die Lider, ein weiterer nimmt dann die Spülung vor.
Der Augenarzt wird bei einem Lidkrampf Betäubungsmittel verabreichen, damit der Patient das Auge öffnen kann. In manchen Fällen kann es notwendig werden, eine Klammer (Lidsperrer, Lidhaken) zwischen die Lider zu setzen, um eine Spülung vornehmen zu können (siehe auch Frage "Lidkrampf bei Augenverletzung: Was macht der Arzt?" aus dieser Sprechstunde).
Prof. Dr. med. Peter Kroll, Dr. med. Steffen Hörle
Unsere Experten der Sprechstunde "Augen" beantworten viele interessante Fragen zu Sehproblemen und Augenkrankheiten.
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29.09.2006, aktualisiert am 06.09.2011
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