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Was könnte gegen eine trockene Makuladegeneration helfen?

Die trockene Form der Makuladegeneration (AMD) ist die häufigere und verläuft langsamer als die oft schneller zum Verlust des Lesevermögens führende feuchte Form. Therapie? Aus der "Experten-Sprechstunde Augen"


Vergrößernde Sehhilfe: Lupenbrille

Derzeit gibt es keine wissenschaftlich gesicherte Therapieform der trockenen Makuladegeneration oder AMD. Erste Ergebnisse der AREDS-Studie (Age-Related Eye Disease Study) weisen darauf hin, dass die Zufuhr bestimmter Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Zink möglicherweise bei einer bestimmten Unterform der AMD den Krankheitsverlauf verlangsamt, wenn diese über lange Zeit eingenommen werden. Es gibt allerdings keine Studie, die zeigt, ob nicht eine lebenslange gesunde Ernährung denselben Effekt hat. Die Studienergebnisse sind derzeit noch umstritten.

Um einem Patienten mit trockener AMD die Lesefähigkeit wiederzugeben, können derzeit nur vergrößernde Sehhilfen, etwa Lupen, Lupenbrillen oder Bildschirmlesegeräte, eingesetzt werden.
Die meisten Experten gehen heute davon aus, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit Zufuhr von viel Obst und Gemüse zusammen mit der Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen die Gefahr einer AMD mindern. Allerdings gibt es wohl auch eine erbliche Komponente bei dieser Erkrankung, die nicht durch die Ernährung zu beeinflussen ist. Die Rolle der Antioxidanzien, das heißt Stoffe, die der Bildung schädlicher sauerstoffreicher Verbindungen im Stoffwechsel entgegenwirken, wie beispielsweise Vitamin C, Vitamin E und Beta-Karoten, ist derzeit noch ebenso umstritten wie die medikamentöse Gabe von Lutein und Zeaxanthin. Das sind Substanzen, die in den Sinneszellen der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, natürlicherweise vorkommen und dort einen lichtschützenden Effekt haben. Die meisten Krankenversicherungen übernehmen daher auch die Kosten für diese Behandlungsformen nicht, da deren Wirksamkeit bisher nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist. Viele Augenärzte, uns eingeschlossen, empfehlen daher bisher eine solche Therapie nicht ausdrücklich.


Prof. Dr. med. Peter Kroll, Dr. med. Steffen Hörle


Unsere Experten beantworten in der Sprechstunde "Augen" viele interessante Fragen zu Sehproblemen und Augenkrankheiten.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 03.10.2006, aktualisiert am 09.09.2011
Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber

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