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Was hinter einem Lidzucken steckt

Zuckt auf einmal das Augenlid unkontrolliert hin und her, kann das ziemlich stören. Obwohl über die Ursachen wenig bekannt ist, gilt das Phänomen als eher harmlos


Ein zuckendes Augenlid kann nerven. Doch meist verschwindet das Symptom von selbst wieder

Urplötzlich geht es los. Das Augenlid spielt verrückt. Zuckt, wackelt, pocht. Unweigerlich kommt sich der Betroffene beobachtet vor, denn das Lid scheint sich in abstrakter Weise zu verziehen. Doch andere bemerken von den Zuckungen oft kaum etwas. Denn in Wirklichkeit fallen sie wenig auf.

„Erstaunlich viele Menschen klagen über Lidzucken“, sagt Dr. Georg Eckert, Augenarzt aus Senden. Die "benignen Faszikulationen", wie sich das Phänomen im Fachjargon nennt, sind zwar lästig, doch sie gelten meist als harmlos. Feine Muskeln, die sich am Lid befinden, ziehen sich spontan zusammen und lösen damit das Zucken aus.


Weshalb es mal am linken und mal am rechten Auge zuckt, ist nicht bekannt. Auch warum das obere Lid genauso flattern kann wie das untere, scheint ungeklärt. Ähnlich steht es um die möglichen Ursachen. Experten vermuten, dass Stress, Müdigkeit oder lange Bildschirmarbeit hinter dem Symptom stecken könnte. Auch körperliche Anstrengung, ein grippaler Infekt oder ein Mangel an Mineralien werden als Auslöser diskutiert. Wissenschaftlich nachgewiesen sind diese Spekulationen aber nicht.

Augenarzt Eckert hat einen ganz anderen Ansatz: „Eine leichte Fehlsichtigkeit, die nur vorübergehend auftritt oder nicht perfekt durch eine Brille korrigiert wird, kann zu Zuckungen am Augenlid führen.“ Hintergrund: Ist jemand zum Beispiel nur leicht weitsichtig, können die Augenmuskeln diesen Fehler korrigieren und der Mensch sieht normal. Die Ausgleichsmanöver jedoch, strengen die sensible Muskulatur an. Ist sie überarbeitet, beginnt das Lid zu zittern.

Deshalb rät der Experte, sicherheitshalber einen Augenarzt aufzusuchen und eine mögliche Fehlsichtigkeit überprüfen zu lassen. Ein Arzt kann zudem feststellen, ob nicht doch etwas Ernsteres das Lidzucken herbeiführt. Denn selten können geschädigte Nerven, Fehlsteuerungen im Gehirn oder ein bösartiger Tumor das Zucken hervorrufen. In solchen Fällen stören die Zuckungen allerdings meist dauerhaft oder das Lid verkrampft so, dass sich das Auge schließt.

Normalerweise hält das nervige Gewackel nur wenige Sekunden an, verschwindet wieder, taucht dann erneut kurz auf. „Nach ein bis zwei Tagen ist der Spuk aber meist vorbei“, beruhigt Eckert. Wer es aushält, wartet daher am besten einfach ab. Sonst können entspannende Maßnahmen helfen: Einfach das Lid – bei geschlossenem Auge – vorsichtig mit den Fingern massieren. Oder für kurze Zeit einen sauberen Waschlappen mit warmem Wasser auf das geschlossene Auge halten.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 09.12.2010, aktualisiert am 23.09.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera

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