Was eine gute Sonnenbrille ausmacht

UV-Schutz, CE-Kennzeichnung, Blendschutz: Worauf Sie beim Kauf einer Sonnenbrille achten sollten

von Dagmar Fritz, 27.12.2015

Eine Sonnenbrille schützt die Augen – das ist auch im Schnee wichtig

Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC

Eine schicke Sonnenbrille gehört für die meisten Menschen zum Sommer wie Shorts und Badeschlappen. Doch eine Sonnenbrille ist mehr als nur ein modisches Accessoire: Sie schützt die Augen vor grellem Sonnenlicht und schädlicher UV-Strahlung. Beim Kauf sollten Sie ein paar wichtige Kriterien beachten.

Warum eine Sonnenbrille sinnvoll ist

Über Hornhaut und Linse kann das gesunde Auge zwar selbst zirka 98,5 Prozent des UV-Lichts filtern. Ungefähr 1,5 Prozent dringen aber trotz natürlichem Lichtschutz ins Auge und treffen auf die empfindliche Netzhaut. "Menschen mit hellen Augen sind lichtempfindlicher als Menschen mit stärker pigmentierter Iris", erklärt Augenarzt Dr. Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte.


Zudem kann es durch Sonnenlicht zu einer Bindehautentzündung kommen. "Die Augen sind dann gereizt und brennen", erklärt der Augenarzt. Auch auf lange Sicht kann zu viel UV-Strahlung dem Auge schaden. "Man nimmt an, dass der Graue Star, also die Linsentrübung im Alter, durch zuviel Sonneneinstrahlung ausgelöst werden kann", so  Eckert.

Auf den UV-Schutz der Brille achten

Wer sich eine Sonnenbrille zulegen möchte, sollte auf den UV-Schutz der Gläser achten. "Ob die Brille einen guten UV-Schutz hat, sieht man ihr nicht an – egal wie stark sie getönt ist", sagt Professor Michael Gebhardt, Spezialist für Sehhilfetechnik an der Fachhochschule Jena. Im Gegenteil: Dunkle Brillen mit schlechtem UV-Schutz schaden dem Auge. "Durch die starke Tönung der Brille fällt weniger Licht auf die Pupille, deshalb weitet sie sich. Wird die UV-Strahlung durch das Glas nicht ausreichend gefiltert, gelangt so noch mehr schädliche Strahlung ins Auge", erklärt Gebhardt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert UV-Licht als Licht mit der Wellenlänge von 1 bis 400 Nanometer. Brillen mit sehr gutem UV-Schutz absorbieren die kurzwellige UV-Strahlung bis 400 Nanometer vollkommen. Gekennzeichnet sind diese Brillen meist am Etikett und auf der Innenseite der Bügel mit: "UV400" oder "100 Prozent UV-Filter". Die CE-Kennzeichnung müssen laut Produktsicherheitsgesetz alle Sonnenbrillen tragen, die in Deutschland verkauft werden.

Wichtig: CE-Kennzeichnung

"Die CE-Kennzeichnung zeigt, dass die Brille europäischen Sicherheitsnormen entspricht und damit einen guten UV-Schutz besitzt", sagt Gebhardt. Für billige Raubkopien aus dem Ausland gilt dies oft nicht – bei solchen Brillen wird das CE-Zeichen häufig gefälscht.

Doch es gibt auch preisgünstige Brillen, die einen guten UV-Schutz bieten. Bei Stiftung Warentest schnitten einige Billigbrillen aus dem Supermarkt in Sachen UV-Schutz genauso gut ab wie teure Markenbrillen. "Wenn es um den UV-Schutz geht, sind günstige Brillen mit Kunststoffgläsern so gut wie Markenprodukte", stimmt der Brillenexperte aus Jena zu.

Aber: Besonders bei günstigen Gläsern sollten Sie vor dem Kauf darauf achten, dass die Brille frei von Einschlüssen und Unschärfen ist. Überprüfen können Sie dies, indem Sie die Brille 30 bis 50 Zentimeter vor eine gerade Linie halten und die Brille langsam hin- und herbewegen. Durch das Glas darf die Linie nicht geknickt oder gebogen wirken.

Den richtigen Blendschutz wählen

Die Blendschutzkategorie gibt an, wie stark die Brille getönt ist. Vor dem Kauf einer neuen Sonnenbrille sollten Sie sich überlegen, für welche Gelegenheiten Sie sie benutzen möchten: Für den alltäglichen Gebrauch genügt in unseren Breiten eine Brille der Blendschutzkategorie zwei oder drei. Wer mit der Brille ins Hochgebirge oder zum Segeln möchte, sollte eine Sportbrille mit der höchsten Kategorie vier wählen. Brillen mit derart starker Tönung sind für den Straßenverkehr ungeeignet, da sie nur noch drei bis acht Prozent Licht ans Auge lassen.

Die Farbe, in der die Gläser getönt sind, ist Geschmackssache: Eine stärkere Kontrastwirkung erreichen orangefarbene Gläser, die Blaufilter enthalten. Jedoch können diese Gläser die Farben verfälschen, weshalb sie sich nicht für den Straßenverkehr eignen.

Die Blendschutzkategorien im Überblick:  

  • Kategorie 0: 80 bis 100 Prozent Lichtdurchlässigkeit, sehr heller Filter, für leichten Lichtschutz oder für abends
  • Kategorie 1: 43 bis 80 Prozent Lichtdurchlässigkeit, heller bis mittlerer Filter, gut geeignet für bedeckte Tage und für die Stadt
  • Kategorie 2: 18 bis 43 Prozent Lichtdurchlässigkeit, dunkler Universalfilter, besonders geeignet für den Sommer in unseren Breitengraden
  • Kategorie 3: 8 bis 18 Prozent Lichtdurchlässigkeit, sehr dunkler Filter, empfehlenswert für südliche Länder, Aufenthalt am Strand und in den Bergen
  • Kategorie 4: 3 bis 8 Prozent Lichtdurchlässigkeit, extrem dunkler Filter, zu dunkel für den Straßenverkehr, ideal für Hochgebirge und Gletscher

Selbsttönende Brillen

Eine Besonderheit in Sachen Blendschutz sind selbsttönende Brillen. Diese "phototropen" Gläser sind mit einer sehr dünnen Spezialbeschichtung versehen. Je mehr UV-Licht auf das Glas trifft, desto stärker tönt sich die Sonnenbrille. "Weil die Gläser sich den Lichtbedingungen anpassen, hat man immer den optimalen Blendschutz", sagt Experte Gebhardt. Der Nachteil: Hinter Glasscheiben, wie beispielsweise im Auto oder im Wintergarten, funktioniert dieser Effekt kaum – hier fehlt der nötige UV-Reiz. Außerdem "ermüdet" die Brille nach ungefähr drei Jahren: Der Aufhellungsprozess läuft dann deutlich langsamer ab.

Lichtschutz ist auch Formsache

Neben UV- und Blendschutz sollten Sie beim Kauf auch auf die Brillenform achten. Ideal ist eine Brille, wenn die Gläser bis zu den Augenbrauen reichen und kein größerer Spalt zwischen Augenbrauen und Brille entsteht, durch den Licht einfallen kann. Breite Bügel halten seitliches Streulicht ab. Wer breite Brillenbügel nicht mag, der kann zu Brillen greifen, deren Gläser seitlich gebogen sind.



Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC

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