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Schlecht sehen im Dunkeln – die häufigsten Gründe

Sie haben das Gefühl, Sie erkennen nachts gar nichts mehr? Meist steckt dahinter nicht die Nachtblindheit, sondern eine andere Ursache

Es ist stockdunkel, der Regen prasselt auf die Windschutzscheibe. Die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos blenden derart, dass die Umgebung fast ausschließlich schwarz wirkt. Kurz: Wir sehen nachts ziemlich schlecht.

Dahinter verbirgt sich ein physiologischer Prozess. Auf der Netzhaut unserer Augen befinden sich Zapfen und Stäbchen. Durch Erstere sehen wir farbig. Letztere sorgen dafür, dass wir Hell- und Dunkel unterscheiden können. Während wir die Stäbchen für das Sehen in der Dunkelheit brauchen, spielen die Zapfen dabei keine Rolle. Daher kommt auch das Sprichwort, nachts seien alle Katzen grau.


Der Ort des schärfsten Sehens, also der gelbe Fleck, ist vollgepackt mit Zapfen. Stäbchen dagegen kommen in den Bereichen der Netzhaut vor, an denen wir undeutlicher sehen. Daher ist es ganz normal, wenn uns nachts alles etwas unschärfer erscheint.

Nimmt die Licht- und Blendempfindlichkeit der Augen überhand, steckt oft eine organische Ursache hinter den Beschwerden. „Eine echte Nachtblindheit ist allerdings eher selten der Auslöser“, sagt Dr. Georg Eckert, Augenarzt aus Senden. Von Nachtblindheit sprechen Mediziner, wenn die Funktion der Stäbchen nachlässt, zum Beispiel in Folge einer Retinitis pigmentosa. Das Auge kann sich dann nicht mehr an schwache Lichtverhältnisse anpassen.

Vielmehr liegt häufig eine Fehlsichtigkeit zugrunde, die noch nicht ausreichend korrigiert wurde. „Solche Defizite machen sich vor allem bei schlechter Beleuchtung, als nachts, bemerkbar“, erklärt Eckert. Auch ein beginnender grauer Star verschlechtert das Nachtsehen und führt insbesondere zu vermehrter Licht- und Blendungsempfindlichkeit.

Meinen wir also, die Autoscheinwerfer blenden zu stark oder die Straßenschilder verschwimmen vor unseren Augen, sollten wir unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Der kann die mögliche Ursache entdecken und Abhilfe schaffen.

Mit ein paar Handkniffen können wir unseren Augen zudem einen Gefallen tun: Windschutzscheibe sauber halten, Scheinwerfer richtig einstellen, Scheibenwischer regelmäßig kontrollieren und nachts nicht direkt in die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos starren. Besser zur Seite blicken, an den rechten Straßenrand.

Übrigens: Hinter der Nachtblindheit verbirgt sich nur selten ein Mangel an Vitamin A, sondern fast immer – wie bereits erwähnt – eine Augenerkrankung.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 21.01.2010, aktualisiert am 12.01.2012

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