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Papilleninfarkt

Auge
Zusammenfassung:
Beim Papilleninfarkt (akute anteriore ischämische Optikusneuropathie - AION) entsteht durch einen plötzlichen Gefäßverschluss ein akuter, schmerzloser Ausfall des Gesichtsfeldes oder es kommt zur Erblindung. Der Papilleninfarkt betrifft in der Regel ein Auge einseitig.
Der Papilleninfarkt ist ein häufiger Grund für eine plötzliche Sehminderung, vor allem im höherem Alter, zwischen dem 60. Und 70. Lebensjahr, und eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnervenkopfs. Die Häufigkeit liegt bei drei von 100.000 Einwohnern pro Jahr. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Die Ursachen für den Papilleninfarkt sind Bluthochdruck und Arteriosklerose sowie die Riesenzellarteriitis (Gefäßentzündungen).
Die Diagnose wird mit der Untersuchung mit dem Augenspiegel, der Sehschärfenprüfung und der Gesichtsfelduntersuchung gestellt. Eine Riesenzellarteriitis muss rasch durch eine labormedizinische Untersuchung und eine Biopsie festgestellt werden, um das zweite Auge vor dem Erblinden zu retten.
Für die Behandlung der Riesenzellarteriitis ist hoch dosiertes Kortison das Mittel der Wahl. Beim arteriosklerotisch bedingten Papilleninfarkt gibt es keine sicher wirksame Therapie. Die Heilungschancen sind schlecht.

Bei der akuten anterioren ischämischen Optikusneuropathie ( AION) entsteht durch einen plötzlichen Gefäßverschluss ein akuter, schmerzloser Ausfall des Gesichtsfeldes oder es kommt zu plötzlicher Erblindung. Der Papilleninfarkt betrifft in der Regel ein Auge einseitig.
Der Papilleninfarkt ist häufiger Grund für eine plötzliche Sehminderung, vor allem im höherem Alter zwischen dem 60. Und 70. Lebensjahr, und eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnervenkopfs.
Die Häufigkeit liegt bei drei von 100.000 Einwohnern pro Jahr. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Ursachen

Am häufigsten wird der Papilleninfarkt durch einen Verschluss der hinteren Sehnerv-Arterien bei arteriellem Bluthochdruck und Arteriosklerose verursacht. Seltener ist ein Verschluss der kleinen hinteren Arterien, die die Sehnervenfasern versorgen.
Der Gefäßverschluss kann auch durch eine Riesenzellarteriitis (Arteriitis temporalis), das ist eine immunologisch verursachte Durchblutungsstörung mittlerer und kleiner Arterienäste am Auge (Arterienentzündung) bedingt sein.
Vorbeugung
Dem Papilleninfarkt kann durch Vermeidung von Bluthochdruck und Arteriosklerose vorgebeugt werden.

Beschwerden

Bei dieser Erkrankung besteht durch die drohenden Gefäßverschlüsse Lebensgefahr. Ein rascher Arztbesuch ist daher wichtig.
  • Beim Papilleninfarkt fällt die plötzliche Sehstörung und der Ausfall von Teilen des Gesichtsfeldes, meist der unteren Hälfte, auf. Auch eine völlige Erblindung ist möglich. Allerdings merken Betroffene den Sehverlust des einen Auges manchmal gar nicht.
  • Eine Riesenzellarteriitis als Ursache des Papilleninfarkts macht sich durch allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Kauschmerzen, Fieber und Gewichtsverlust bemerkbar.

Diagnose

  • Bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel (Ophthalmoskopie) sieht der Augenarzt eine blasse Schwellung der Papille und häufig am Rand Blutungen.
  • Die Sehschärfenprüfung ergibt immer stark herabgesetzte Werte.
  • Die Gesichtsfelduntersuchung zeigt einen Ausfall des Gesichtsfeldes. Bei schweren Fällen bleibt nur eine kleine Gesichtsfeldinsel übrig oder das Auge ist völlig erblindet.
  • Labormedizinische Untersuchung der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit BSG: Die Riesenzellarteriitis ist an der stark beschleunigten Blutsenkungsgeschwindigkeit diagnostizierbar, mit Werten von 50 bis 80 mm n.W. in der ersten Stunde und über 100 mm n.W. in der zweiten Stunde.
  • Ist die Schläfenarterie betroffen, dann ist sie als entzündlicher, geröteter Strang ohne Pulsanzeichen tastbar.
  • Bei Verdacht auf Riesenzellarteriitis sollte eine Gewebeentnahme (Biopsie) gemacht werden, um das Gewebe histologisch zu untersuchen. Im Mikroskop ist die Aufsplitterung einer Schicht der Arterienwand mit dazwischen liegenden Riesenzellen sichtbar. Die rasche Diagnose der Riesenzellarteriitis ist wichtig, um das zweite Auge durch eine Kortisontherapie vor dem Erblinden zu retten.

Behandlung

Ist eine Riesenzellarteriitis Ursache des Papilleninfarkts, sollte sofort eine hoch dosierte Therapie mit Kortison einsetzen. Andernfalls erkrankt auch das zweite Auge mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb von wenigen Stunden.
Bei arteriosklerotisch bedingtem Papilleninfarkt gibt es keine sicher wirksame Therapie. Ob Kortison und eine operative Sehnervschlitzung helfen, ist fraglich. Oft wird eine durchblutungsfördernde Infusionstherapie eingeleitet. 
Heilungschancen

Die Prognose ist meist schlecht. Bei der Erkrankung ist selbst bei frühzeitig einsetzender Therapie die Funktion des betroffenen Auges oft nicht zu retten. Innerhalb von drei Wochen zeigt sich ein Sehnervenschwund. Erkrankt auch das zweite Auge, führt das mit größter Wahrscheinlichkeit zur völligen Erblindung.

Letzte Aktualisierung:
02.03.2007 (Inge Smolek)
Autor:
Inge Smolek
Experten für die Seite:
Univ. Prof. Dr. med. Andreas Wedrich (Augenheilkunde)
Univ. Prof. Dr. med. Gerhard Schuhmann (Augenheilkunde)
 

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 11.04.2007
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