Welche Schlange hat die schlechtesten Augen? Natürlich die Brillenschlange! Leidgeplagte Brillenträger können über diese Scherzfrage gar nicht lachen. Ständig ein Gestell auf der Nase tragen zu müssen, das manchmal sogar richtig stört – da kann man schon mal seinen Sinn für Humor verlieren.
Kontaktlinsen sind eine mögliche Lösung. Sie verschwinden fast unsichtbar im Auge und behindern nicht beim Sport. Unproblematisch sind sie allerdings auch nicht. „Das Tragen von Kontaktlinsen stellt immer ein gewisses Risiko dar“, sagt Dr. Gerald Böhme, Leiter des Ressorts Kontaktlinsen beim Berufsverband der Augenärzte in Deutschland. Eines, das man ohne Kontaktlinsen eben nicht hat.
Kontaktlinsen liegen im Auge auf der Tränenflüssigkeit auf, die die Hornhaut vor Austrocknung oder Infektionen schützt und Fremdkörper aus dem Auge entfernt. Kontaktlinsen können den Fluss der Tränenflüssigkeit behindern und die Sauerstoffzufuhr der Hornhaut beeinträchtigen.
Weiche und formstabile Kontaktlinsen
Wie groß das Risiko für die Augen ist, hängt unter anderem von der Art der Linse ab. Weiche passen sich elastisch der Augenoberfläche an und sitzen großflächig auf dem Auge auf. So gelangen weniger Tränenflüssigkeit und Sauerstoff an die Hornhaut. „Der Großteil der Augenschäden, die durch Kontaktlinsen verursacht werden, stammt von weichen Linsen“, sagt Böhme.
Formstabile (harte) Kontaktlinsen sind in der Regel kleiner als weiche. Sie bedecken daher meist einen geringeren Teil der Hornhaut. Die Tränenflüssigkeit kann zwischen ihnen und der Augenoberfläche besser durchfließen.
Wie lange darf man Kontaktlinsen tragen?
Für das tägliche Tragen rät Böhme deshalb auf jeden Fall zu formstabilen Linsen. Sind sie zudem vom Augenarzt gut angepasst, das Risiko von Augenschäden ist so sehr gering. Weiche Kontaktlinsen eignen sich eher für Personen, die die Linsen lediglich ein paarmal in der Woche tragen. Bei allen Kontaktlinsenarten sollte man auf jeden Fall die Angaben zur Höchsttragedauer einhalten.
„Eine gut angepasste, formstabile Linse kann man ruhig einmal 18 bis 24 Stunden ohne Unterbrechung tragen“, erklärt Böhme. Weiche sollte man dagegen nach acht Stunden besser aus dem Auge entfernen. Grundsätzlich gilt: Alle Linsenarten vor dem Schlafengehen herausnehmen. "Auch solche, die vom Hersteller als zum Schlafen verwendbar gekennzeichnet sind", empfiehlt Böhme.
Die Augen regelmäßig untersuchen lassen
Auch wenn viele sich darüber gar nicht im Klaren sind: Kontaktlinsen sind ein medizinisches Produkt. Deshalb sind für Kontaktlinsenträger regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt wichtig. Bei weichen Linsen ist alle sechs Monate eine Untersuchung sinnvoll, bei harten einmal im Jahr.
Diese Termine sollten auch dann eingehalten werden, wenn der Träger keine spürbaren Beschwerden hat. „Gerade bei weichen Linsen kann es zu Veränderungen im Auge kommen, ohne dass ein Betroffener sie bemerkt“, sagt Böhme.
Im Zweifelsfall auf Kontaktlinsen besser verzichten
Bei den ersten Anzeichen von Irritationen dürfen die Kontaktlinsen auf keinen Fall weiter getragen werden. Also: Bei Rötung oder einem Schmerz am Auge, aber auch einer spürbaren oder plötzlichen Veränderung der Sehstärke raus mit den Linsen und unbedingt den Augenarzt aufsuchen.
Wer Kontaktlinsen zum ersten mal ausprobieren möchte, sollte das keinesfalls auf eigene Faust machen, sondern nur nach Absprache mit dem Augenarzt. Der prüft im Vorfeld, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind und nicht etwa eine Erkrankung dem Tragen entgegensteht. Erst danach kann der richtige Linsentyp ausgewählt und die Linsen den Augen des Trägers individuell angepasst werden.
Auf die Pflege kommt es an
Bestimmte Hygienemaßnahmen sind für Kontaktlinsenträger wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Dazu gehört, die Linsen nach jedem Tragen zu reinigen und zu desinfizieren. Außerdem sollte man sich vor dem Einsetzen und Herausnehmen gründlich die Hände waschen. Auch beim Duschen und Schwimmen sollte man wenn möglich keine Kontaktlinsen tragen.
Kontaktlinsen sind also nicht zwangsläufig schädlich für die Augen. Wer sich an bestimmte Dinge hält, kann sie problemlos tragen. Und spart sich zudem das lästige Drahtgestell auf der Nase.
Stephan Soutschek / www.apotheken-umschau.de;
05.07.2011, aktualisiert am 27.07.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Goodshot
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