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Einwärtsgedrehtes Lid

Zusammenfassung:
Beim Entropium (einwärtsgedrehtes Lid) wendet sich der Lidrand in Richtung Augapfel, sodass die Wimpern über die Hornhaut schleifen. In der Folge kann die Hornhaut geschädigt werden.
Die Ursache liegt meist in einem altersbedingten Schlaffwerden des Aufhängeapparats des Augenlids oder einen Krampf der Lidmuskeln, die Lidplatte kippt wegen der nun überwiegenden Wirkung eines Teils der Lidmuskulatur nach innen.
Mittels Färbetest werden vom Augenarzt mögliche Schäden der Hornhaut festgestellt.
Wenn mit dem Finger über das Unterlid, und zwar von der Nase weg hin zum äußeren Augenwinkel gewischt wird, kippt das Lid nach außen. Es empfiehlt sich, bei leichter Neigung zum Entropium diese Fingerbewegung häufig durchzuführen.
Bei dauernder Einwärtsdrehung muss operiert werden. Bei rechtzeitiger Operation sind die Heilungschancen gut.

Zehnmal pro Minute erfolgt ein unwillkürlicher Lidschlag, der für die gleichmäßige Befeuchtung der empfindlichen Hornhaut sorgt. Dabei gleiten die Lider direkt über die Hornhaut. Am Oberlid wachsen etwa 150 Wimpern, am Unterlied etwa halb soviel.
Beim Entropium (einwärtsgedrehtes Lid) wendet sich der Lidrand in Richtung Augapfel, sodass die Wimpern über die Hornhaut schleifen. In der Folge kann die Hornhaut geschädigt werden und sich ein Hornhautgeschwür entwickeln.

Ursachen

Die Ursache liegt meist in einem altersbedingten Schlaffwerden des Aufhängeapparats des Augenlids oder durch einen Krampf (Spasmus) der Lidmuskeln, die Lidplatte kippt wegen der nun überwiegenden Wirkung eines Teiles der Lidmuskulatur nach innen. Ein Entropium kann aber auch in Folge einer Narbenbildung, etwa nach einer Verletzung, Verbrennung oder Verätzung des Lids entstehen. Bindehaut und Lidplatte schrumpfen und führen zum Einwärtsdrehen der Lidkante.
Das angeborene Entropium ist in Europa selten, kommt aber häufig in der asiatischen Bevölkerung vor.
Vorbeugung
Eine Vorbeugung gibt es nicht.

Beschwerden

Das einwärtsgedrehte Lid führt zu unangenehmem Fremdkörpergefühl durch die nach innen gerichteten und an der Hornhaut entlang schleifenden Wimpern. Die dadurch verursachte ständige Reizung führt dazu, dass die Betroffenen die Augen krampfhaft geschlossen halten (Lidkrampf). Dadurch verstärkt sich wiederum die Einwärtsdrehung des Lids. Die chronisch gereizte Bindehaut ist gerötet und tränt.
Das angeborene Entropium verursacht keine Beschwerden und bildet sich häufig nach einigen Monaten zurück.

Diagnose

Das einwärtsgedrehte Unterlid wird vom Arzt durch Blickdiagnose diagnostiziert. Mittels Färbetest werden mögliche Schäden der Hornhaut durch Abschliff der Oberfläche durch die Wimpern festgestellt: Fluoreszeinlösung wird wie Augentropfen eingetropft. Durch Blinzeln verteilt sich der Farbstoff gleichmäßig auf der Hornhautoberfläche. Defekte Stellen färben sich an, während auf gesunder Hornhaut der Farbstoff durch den Lidschlag leicht weggewischt wird.

Behandlung

Wenn das Entropium nur vorübergehend durch eine Entzündung oder Operation entstanden ist, kann ein Heftpflasterzug die Beschwerden durch das einwärtsgedrehte Lid kurzfristig verringern.
Indem man mit dem Finger über das Unterlid von der Nase weg hin zum äußeren Augenwinkel wischt, kippt das Lid nach außen. Es empfiehlt sich bei leichter Neigung zum Entropium, diese Fingerbewegung häufig durchzuführen. Bei dauernder Einwärtsdrehung muss operiert werden. Dabei wird eine horizontale Verkürzung des Lids vorgenommen, indem ein Teil der Lidhaut und der darunter liegenden Muskulatur unter dem Auge entfernt wird. Eine spezielle Nahtführung bewirkt, dass ein Zug nach außen entsteht, wodurch die Einwärtsdrehung der Lidkante aufgehoben wird.   
Heilungschancen
Bei rechtzeitiger Operation heilt das Entropium gut ab, es kann aber erneut auftreten. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einer Schädigung der Hornhaut durch Abschliff, woraus sich Infektionen entwickeln können, die bis zum Hornhautgeschwür führen.

Letzte Aktualisierung:
02.03.2007 (Inge Smolek)
Autor:
Inge Smolek
Experten für die Seite:
Univ. Prof. Dr. med. Gerhard Schuhmann (Augenheilkunde)
Univ. Prof. Dr. med. Andreas Wedrich (Augenheilkunde) 

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 10.04.2007

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