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Das hilft bei trockenen Augen

Sehstörungen, Brennen, Fremdkörpergefühl. Was hilft, wenn das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit bildet?


Ein Tränenfilm schützt uns vor dem trockenen Gefühl im Auge

Künstliche Tränen

Bei trockenem Auge bietet sich rezeptfreier Tränenersatz aus der Apotheke an: als Tropfen, Gel oder Spray. „Das Spektrum reicht von dünn- bis dickflüssig, neuerdings gibt es auch Produkte mit Fettzusatz“, berichtet Brewitt. „Welches sich am besten eignet, müssen Arzt und Patient mit viel Geduld gemeinsam aus tüfteln.“

Wie oft er das Mittel anwendet, entscheidet jeder individuell. „Der eine kommt mit drei- bis fünfmal täglich aus, andere träufeln häufiger.“ Weil es sich um ein harmloses Präparat handelt, könne man es bei Bedarf ohne Bedenken zeitlebens anwenden, beruhigt der Augenarzt.


Sandkörner im Getriebe

„Wenn zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet wird oder zu viel davon verdunstet, weil die Zusammensetzung der Fettschicht nicht stimmt, kann der schützende Tränenfilm abreißen“, sagt Professor Horst Brewitt. Dann treten Symptome des trockenen Auges (Keratokonjunktivitis sicca) auf.

Meist spüren Betroffene ein Fremdkörper- oder Sandkorngefühl, verbunden mit Brennen und Kratzen. Schmerzen, „müde Augen“, geschwollene oder verklebte Lider, Bindehautrötung, Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen und – paradoxerweise – tränende Augen sind ebenfalls Anzeichen.

Lüften und blinzeln

Was tun, damit es gar nicht erst zum trockenen Auge kommt? Apotheker Ralf Reisinger aus Geisenfeld in der Nähe von Ingolstadt rät: „Viel an die frische Luft gehen oder, wenn das nicht möglich ist, regelmäßig kurz die Fenster öffnen. Topfpflanzen und Luftbefeuchter sorgen für ein augenfreundliches Raumklima.“

Bei der Bildschirmarbeit, so der Pharmazeut weiter, solle man öfter einmal bewusst mit den Augen blinzeln und den Blick von Zeit zu Zeit aus dem Fenster in die Ferne schweifen lassen. „Wer empfindlich auf Zugluft reagiert“, ergänzt Augenarzt Brewitt, „sollte eine spezielle Brille mit Seitenschutz tragen.“

Dreiteiliger Film

„Der Tränenfilm besteht aus drei Komponenten“, erkärt Horst Brewitt, „die von verschiedenen Drüsensystemen in der Augenhöhle, in der Bindehaut und am Lidrand produziert werden.“ Zwischen einem schleimigen Film direkt auf dem Auge und einem äußeren fettigen Überzug liegt die mittlere wässrige Schicht.

Vormittags erzeugen die Drüsen am meisten Flüssigkeit. Gegen Abend lässt die Produktion nach, und in der Nacht, wenn die Lider geschlossen sind, läuft sie sozusagen auf Sparflamme. Brewitt: „Wenn wir am nächsten Morgen die Augen aufschlagen, kommt sie an der frischen Luft allmählich wieder in Gang.“



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Apotheken Umschau; 20.07.2010
Bildnachweis: vario images GmbH & Co. KG/Bilderlounge

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