Für einen Glaskörper gibt es drei Ersatzmöglichkeiten:
1. Gleich bei der Operation wird eine klare Flüssigkeit auf Wasserbasis, die mit Elektrolyten angereichert ist (also eine ionenhaltige Flüssigkeit), ins Auge gefüllt. Diese Flüssigkeit hat die gleichen optischen Eigenschaften wie der Glaskörper. Der Patient kann damit genauso gut sehen.
2. Statt des Glaskörpers wird eine Luft- oder Gasblase ins Auge gefüllt. Das ist dann sinnvoll, wenn man die Netzhaut etwas unterstützen will. Da Gas leichter ist als Wasser, steigt es nach oben und drückt die Netzhaut auf ihre Unterlage. Diese Blase verschwindet nach ein paar Tagen oder Wochen von selbst und wird vom Augeninnenwasser ersetzt. Dabei entsteht oft das Gefühl, dass es im Auge "schwappt", ähnlich wie bei einer halbgefüllten Taucherbrille. Außerdem können Patienten durch die Luftblase vorübergehend ganz schlecht sehen. Weil sich Gas mit zunehmender Höhe ausdehnt, dürfen sich Patienten bis zum vollständigen Verschwinden der Blase in den Bergen nicht über eine bestimmte Höhe – etwa 1500 Meter – hinaus bewegen und auch nicht mit dem Flugzeug fliegen.
3. Der Glaskörper wird mit Silikonöl, einer zähflüssigen und durchsichtigen Flüssigkeit, ersetzt, die in der Regel mehrere Monate im Auge bleibt. Dieses Verfahren wird bei komplizierten Netzhautablösungen oder nach wiederkehrenden Blutungen eingesetzt. Da das Silikonöl leichter als das Augeninnenwasser ist, steigt es im Auge nach oben und drückt die Netzhaut auf ihre Unterlage. Durch seine Viskosität (Zähflüssigkeit) verhindert es Einblutungen, wirkt also wie ein innerer Verband. Der Nachteil: Durch die besagte hohe Viskosität und die besonderen Lichtbrechungseigenschaften der Ölblase werden die Patienten vorübergehend stark weitsichtig. Außerdem altert das Öl und ändert sich in seiner Beschaffenheit. In solchen Fällen ist ein weiterer Eingriff nötig, weil das Öl nach drei bis zwölf Monaten wieder aus dem Auge entfernt werden muss.
Prof. Dr. med. Peter Kroll, Dr. med. Steffen Hörle
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03.10.2006, aktualisiert am 19.12.2011
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