Erst einatmen, dann sprühen, dann Luft anhalten? Oder gleichzeitig tief Luft holen und das Spray betätigen? Wer Asthmamittel benutzt, gerät bei der Inhaliertechnik schnell ins Grübeln. „In der Tat passieren die meisten Anwendungsfehler bei Arzneimitteln, die inhaliert werden“, sagt auch Dr. Wolfgang Kircher, Apotheker aus Peißenberg.
Kircher beschäftigt sich als Mitglied der Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker (AMK) – die Nebenwirkungen von Medikamenten erfasst – schon länger mit Asthmasprays und dergleichen. Er weiß daher: „Das kniffligste ist die richtige Inhaliertechnik.“ Wer ein Dosieraerosol – also eine Spraydose – anwendet, scheitert oft daran, dass er gleichzeitig einatmen und sprühen muss. „Ziemlich häufig vergessen Patienten auch, nach dem Sprühstoß die Luft kurz anzuhalten“, weiß Kircher. Ähnliches gilt für sogenannte Pulverinhalatoren. Hierbei gelangt der Wirkstoff nicht wie beim Aerosol automatisch durch den Sprühvorgang fein verteilt in die Lunge. Er wird erst durch das Einatmen in winzige Teilchen zerkleinert. Auch bei dieser Methode inhalieren viele Patienten falsch oder atmen sofort wieder aus.
Warum ist es so wichtig, die Technik zu beherrschen? Weil nur dann der Arzneistoff tief genug in die Bronchien eindringt und dort seine Wirkung entfalten kann. Atmen Sie zum Beispiel nicht tief genug ein, bleibt ein großer Teil des Asthma-Mittels in den oberen Lungenbereichen hängen. Halten Sie nach dem Inhalieren nicht kurz die Luft an, atmen Sie den Wirkstoff quasi wieder aus.
Benutzen Sie ein Spray, gehen Sie deshalb am besten folgendermaßen vor:
Verwenden Sie einen Pulverinhalator, verfahren Sie am besten so:
Müssen Sie Kortison inhalieren, dann spülen Sie nach der Anwendung den Mund gründlich mit Wasser aus und essen Sie eine Kleinigkeit. „So beugen Sie einer möglichen Pilzinfektion im Mund-Rachenraum vor“ erklärt Arzneimittelexperte Kircher.
Für alle Asthmasprays gilt zudem: regelmäßig reinigen – idealerweise alle drei bis sieben Tage. Denn im Mundstück können sich Wirkstoffreste ablagern und es verstopfen. Benutzen Sie ein Dosieraerosol, dann nehmen Sie das Mundstück ab, spülen es mit Wasser durch und lassen Sie es danach gründlich an der Luft trocknen. Bei Pulverinhalatoren dürfen Sie das Mundstück nur mit einem trockenen Tuch säubern.
Tipp: Lassen Sie sich das Gerät, gerade wenn Sie es neu bekommen, gründlich vom Arzt oder Apotheker erklären. Machen Sie vor Ort einen Probe-Sprühstoß und überprüfen Sie, ob Sie es richtig benutzt haben. Bei manchen Inhalatoren ertönt ein Klicken oder Ähnliches, wenn der Vorgang funktioniert hat.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
16.12.2010, aktualisiert am 16.04.2012
Bildnachweis: Thinkstock/Stockbyte
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