1. Medikamente
Die Wirkstoffe werden verschiedenen Gruppen zugeordnet:
- Kurzwirksame Betamimetika werden inhaliert und helfen bei Bedarf, indem sie die Atemwege erweitern und so die Luftnot lindern. Asthmatiker sollten solche Medikamente deshalb immer greifbar haben. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Herzrasen, Zittern, Unruhe und Schlaflosigkeit.
- Langwirksame Betamimetika erweitern ebenfalls die Bronchien. Ihre Wirkung hält länger an als die der kurzwirksamen Betamimetika, setzt jedoch bei manchen Präparaten auch entsprechend später ein. Langwirksame Betamimetika sind Medikamente zur Dauertherapie, werden ein bis zweimal täglich inhaliert und praktisch nur in Kombination mit inhalativen Kortikoiden eingesetzt.
- Kortikosteroide zum Inhalieren hemmen die Entzündung in den Bronchien. Sie sind deshalb das wichtigste Mittel in der Asthmabehandlung. Diese Medikamente ähneln dem in der Nebenniere hergestelltem Kortison. Bei dauerhafter Anwendung bewirken diese Sprays ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringern die Schleimproduktion und hemmen die allergische Reaktion. Die Dosis passt der Arzt je nach Schweregrad des Asthmas an. Bei einer sehr schweren Erkrankung kann es notwendig sein Kortikosteroide als Tabletten einzunehmen.
Mögliche Nebenwirkungen der inhalierten Kortikosteroide sind Heiserkeit und Pilzbefall der Mundschleimhaut (Mund-Soor). Vorbeugen kann man letzterem teilweise, indem man die Medikamente vor den Mahlzeiten inhaliert oder anschließend den Mund spült. Bei langfristigem Gebrauch von Kortikosteroiden als Tabletten kann es unter anderem zu einer Gewichtszunahme, zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, Knochenentkalkung (Osteoporose) und Störungen des Mineralhaushalts kommen.
- Leukotrienrezeptorantagonisten verhindern, dass die Leukotriene, Botenstoffe, die an der Entwicklung einer Entzündungsreaktion mitbeteiligt sind, ihre Wirkung entfalten können. Sie können in bestimmten Fällen eine Alternative zu den langwirksamen Betamimetika sein. Leuktotrienrezeptorantagonisten sind nicht bei allen Patienten wirksam. Zeigt sich nach ein bis zwei Wochen Behandlungsdauer noch keine Besserung, kann das eventuell ein entsprechender Hinweis sein. Diskutieren Sie dann mit Ihrem Arzt das weitere Vorgehen.
- Methylxanthine (zum Beispiel Theophyllin) wirken ähnlich wie Betamimetika: Sie erweitern die Bronchien und regen zusätzlich das Atemzentrum im Gehirn sowie die Atemmuskulatur an. Auf diese Weise lindern sie die Luftnot. Da Methylxanthine jedoch weniger wirksam sind als Betamimetika und zahlreiche und zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen haben, sind sie nur dann angezeigt, wenn die übrigen Therapieoptionen nicht ausreichen.
- Anticholinergika werden ebenfalls manchmal bei Asthma eingesetzt. Sie hemmen einen Teil unseres vegetativen, also die inneren Organe versorgenden Nervensystems, den sogenannten Parasympathikus. Der Parasympathikus hat unter anderem eine verengende Wirkung auf die Bronchien, die durch Anticholinergika aufgehoben werden kann. Anticholinergika sind bei Asthma jedoch nicht so gut wirksam wie andere Medikamente, weshalb sie nur noch selten eingesetzt werden.
Therapie in Stufen
Der Arzt passt die Behandlung dem aktuellem Befinden und Symptomen des Patienten und den Lungenfunktionswerten an. Als Basistherapie gelten inhalative Kortikosteroide. Als Bedarfsmedikation bekommen zusätzlich alle Asthmapatienten schnell wirksame bronchialerweiternde Mittel (kurzwirksame Betamimetika).
Nur Patienten mit ganz leichtem sporadisch auftretendem Asthma bekommen ausschließlich kurzwirksame Betamimetika zum inhalieren, damit sie für gelegentliche Asthmazustände ausgerüstet sind. Sobald ein Patient mehr als zweimal pro Woche diese Notfallmedikamente benötigt, braucht er bereits zusätzlich ein inhalatives Kortikosteroid, das er in einer niedrigen Dosis täglich einatmet. Alternativ kommt in bestimmten Fällen auch ein Versuch mit Leukotrienantantagonisten in Frage.
Reicht das niedrigdosierte inhalative Kortikosteroid nicht aus, kommen ergänzend langwirksame Betamimetika zum Einsatz, die nach Verordnung des Arztes ein bis zweimal täglich angewandt werden. Alternativ können auch die Dosis der Kortikosteroide gesteigert oder Leukotrienrezeptorantagonisten statt der langwirksamen Betamimetika versucht werden.
Als vierte Stufe kommen höhere Dosen inhalativer Kortikosteroide in Kombination mit langwirksamen Betamimetika in Frage. Gegebenenfalls können an Stelle letzterer auch Leukotrienrezeptorantagonisten oder Theophyllin versucht werden.
Als letzte Möglichkeit können Kortikosteroide auch als Tablette verabreicht werden. Bei allergischem Asthma kann auch Omalizumab, ein Antikörper gegen IgE, versucht werden, der die allergische Reaktion verhindern soll. Allerdings ist diese Behandlung sehr teuer und nur in bestimmten Fällen wirksam.
2. Meiden der Auslöser
Sind die Auslöser von Asthmaanfällen bekannt, sollten die Betroffenen sie so gut wie möglich meiden. Das gilt sowohl für Allergene, wie auch andere asthmaauslösende Reize wie kalte Luft, Nebel oder Stäube. Atemwegsinfekte sollten so früh und effizient wie möglich therapiert werden.
Stellt der Arzt die Diagnose eines durch Medikamente bedingten Asthmas, wird er die verursachenden Mittel absetzten und dem Patienten einen Allergiepass mit Nennung der Alternativen ausstellen. Bestimmte Arzneimittel, wie Betablocker, sind für Asthmatiker nicht geeignet, weil sie die Bronchien verengen und damit Atemnotsanfälle auslösen können. Weisen Sie Ihre behandelnden Ärzte daher darauf hin, wenn Sie unter Asthma leiden! Sie können dies dann bei der Auswahl der Medikamente berücksichtigen.
Bei einer Allergie gegen Pollen oder Hausstaubmilben kommt eventuell auch eine Hyposensibilisierung in Frage, bei der das Immunsystem langsam wieder an die entsprechenden Stoffe gewöhnt wird. Die Therapie dauert in der Regel drei Jahre und sollte nur von einem Spezialisten durchgeführt werden.
Bei der Methode, die auch als spezifische Immuntherapie bekannt ist, werden in regelmäßigen Abständen Extrakte des entsprechenden Allergens unter die Haut gespritzt. Für die Hyposensibilisierung gibt es auch Tropfen oder Tabletten zum Einnehmen, deren Wirkung jedoch noch nicht so gut gesichert ist, wie die der klassischen Therapie mit Spritzen.