7 Selbsthilfe-Tipps für Asthma-Patienten

Richtige Körperhaltung, Lippenbremse, Asthma-Tagebuch: Mit einigen Tipps können Patienten ihre Symptome selbst lindern

von Dr. Reinhard Door, aktualisiert am 25.01.2016

Ein Asthmaspray hilft bei akuten Atembeschwerden

istock/OJO Images

Asthmaanfälle kommen oft unerwartet. Dann ist es gut, Pulverinhalator oder Dosieraerosol zur Hand zu haben, die binnen einer Minute Erleichterung verschaffen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, bei schleichend zunehmenden Symptomen oder einem Anfall besser atmen zu können.

Dazu zählen zum Beispiel die Lippenbremse (Galeriebild 1) sowie der Atemreizgriff: die Bauchhaut unterhalb der Rippenbogen beim Einatmen vom Körper wegziehen und beim Ausatmen wieder loslassen. Eine weitere Möglichkeit, effektiver Luft zu holen, bieten die gezeigten Körperhaltungen in Galeriebild 2 – von Asthmatherapeuten entwickelt und mit leicht zu merkenden Namen versehen. Was dem einzelnen Patienten am besten hilft, lässt sich nur durch Ausprobieren herausfinden.


Selbsthilfe-Tipps für Asthma-Patienten

  • Asthma
    W&B/Dr. Ulrike Möhle

    Lippenbremse

    Diese Übung hilft, Schleim zu lösen und tiefer auszuatmen. Schließen Sie den Mund, und atmen Sie langsam durch die verengte Öffnung aus. Durch den erhöhten Druck bleiben die Bronchien länger geöffnet.

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  • Asthma
    W&B/Dr. Ulrike Möhle

    Atemmuskeln unterstützen

    Diese Körperstellungen entlasten die Atemmuskeln vom Gewicht des Schultergürtels und der Arme. Am besten mit der Lippenbremse (Galeriebild 1) kombinieren.

    Von links nach rechts: Torwartstellung, Kutschersitz, Stuhlstütze, Paschasitz, Wandstellung.

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  • Asthma
    W&B/Dr. Ulrike Möhle

    Asthma-Tagebuch

    Damit lässt sich verfolgen, ob die Krankheit unter Kontrolle ist oder ob sich eine Therapieänderung empfiehlt. Das Tagebuch gibt es bei vielen Ärzten oder zum Herunterladen im Internet, zum Beispiel unter:
    www.lungeninformationsdienst.de/service/download.

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  • Asthma
    W&B/Dr. Ulrike Möhle

    Sport

    Es scheint widersinnig, Sport zu treiben, wenn das Atmen ohnehin schwerfällt. Und doch ist es sinnvoll: Training verbessert Ausdauer und Belastbarkeit, das Luftholen fällt leichter. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welcher Sport mit welcher Intensität sich für Sie eignet und ob Sie vorher ein Medikament nehmen sollten. Neben individuellem Sport bieten sich auch Lungen- oder Asthmasportgruppen an. Meistens ist hierfür ein ärztliches Attest nötig. Viele Kassen erstatten die Kosten teilweise oder ganz.

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  • Asthma
    W&B/Dr. Ulrike Möhle

    Impfungen

    Zusätzlicher Stress für die Atemwege durch Infektionen lässt sich zumindest teilweise vermeiden. Dazu empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut die jährliche Grippe-Impfung sowie die Impfung gegen Pneumokokken.

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  • Asthma
    W&B/Dr. Ulrike Möhle

    Patientenschulung

    Dort erlernen Betroffene zum Beispiel, richtig zu inhalieren und akute Anfälle zu vermeiden. Auch Atemtechniken wie die Lippenbremse und atmungserleichternde Körperhaltungen werden in Patientenschulungen und in der Atemphysiotherapie vermittelt. Unbedingt empfehlenswert, um besser mit der Krankheit zurechtzukommen!

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  • Asthma
    W&B/Dr. Ulrike Möhle

    Disease-Management-Programm (DMP)

    Übersetzt bedeutet DMP ein Programm, um die Krankheit besser zu bewältigen. Es handelt sich um ein Angebot der gesetzlichen Kassen; die Teilnahme ist freiwillig. Ziel des DMP ist es, dass Haus- und Fachärzte sowie Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen geordnet zusammenarbeiten. Die Behandlung muss dem Stand der Wissenschaft entsprechen. Für Patienten bietet das DMP die Chance auf eine abgestimmte, gute Betreuung. Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er am Programm teilnimmt.

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Auch Stress und Anspannung lösen mitunter Asthmasymptome aus oder verstärken sie. Dagegen helfen Techniken wie die progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitstraining oder einige Yoga-Formen, die für eine gleichmäßigere Atmung sorgen können. Streng wissenschaftlich bewiesen ist ihr Effekt bei Asthma nicht. Doch einen Kurs zu besuchen und eine Methode zu erlernen ist allemal einen Versuch wert.

Hilfsmittel lösen Schleim

Erleichterung schaffen auch Atemtherapiegeräte, die durch Vibrationen beim Ausatmen den Schleim in den Bronchien lösen und ihn in Richtung Mund abtransportieren. Weitere Tipps, um die Krankheit besser in den Griff zu kriegen, finden Sie oben in der Bildergalerie.


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Bildnachweis: istock/OJO Images, W&B/Dr. Ulrike Möhle

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