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Arthrose vorbeugen: Das geht!

Viele nehmen eine Arthrose am Knie als zwangsläufiges Übel im Alter hin. Das müssen sie nicht: Was Sie präventiv gegen den Gelenkverschleiß tun können


Freudensprung: Wer fitte Gelenke hat, kann sich unbeschwert bewegen

Arthrose? Das bekommt irgendwann doch eh jeder, oder? Falsch! „Es stimmt zwar, dass die Wahrscheinlichkeit dafür mit zunehmendem Alter steigt“, sagt Dr. Alexandra Claus, Chefärztin der Orthopädischen Klinik am Bezirksklinikum Obermain in Ebensfeld (Oberfranken). „Doch nicht jeder Mensch bekommt zwangsläufig eine Arthrose“, erklärt die Orthopädin. Für Gelenkverschleiß gibt es verschiedenste Ursachen.

Das Risiko für Gelenkverschleiß am Knie, dem Gelenk im Körper, das am häufigsten von Arthrose betroffen ist, erhöht sich beispielsweise, wenn Sie zu viele Pfunde mit sich herumtragen. „Übergewicht ist ein häufig auftretender Risikofaktor für das Entstehen einer Kniegelenksarthrose“, warnt Claus. Verletzungen aller Art, die das Kniegelenk miteinbeziehen, begünstigen ebenfalls den Verschleiß. Dabei kann es sich unter anderem um einen Bruch handeln, der das Knie in Mitleidenschaft zieht, um einen Meniskusschaden oder Kreuzbandriss. Findet wegen der Verletzung eine Knie-OP statt, schützt der Eingriff nicht vor späterem Knorpelabbau. Auch O- und X-Beine wirken sich ungünstig auf das Knie aus, da die Fehlstellung das Gelenk ungleichmäßig belastet.


Besteht nun eine Möglichkeit, dem Gelenkverschleiß entgegenzuwirken? Eine Zauberformel, die Sie gänzlich davor bewahrt, gibt es nicht. Dennoch können Sie einiges für Ihre Knie tun. Einer der wichtigsten Faktoren: Auf das Gewicht achten! Bringen Sie zu viele Kilos auf die Waage, dann versuchen Sie abzunehmen. Außerdem wichtig: Wählen Sie eine Sportart aus, bei der Sie die Knie nicht übermäßig belasten und bei der das Verletzungsrisiko eher gering ist. Schwimmen, Aqua-Jogging, Nordic Walking oder Radfahren sind ideal. „Fahren Sie Rad, wird das gesamte Kniegelenk mit einbezogen, Sie bewegen es gleichmäßig und können den Widerstand, gegen den Sie anstrampeln, selbst vorgeben“, weiß die Ebensfelder Expertin. Aus diesen Gründen sei Fahrradfahren der ideale Knie-Sport.

Machen Sie Nordic-Walking, müssen Sie unbedingt auf die richtige Technik achten, sonst schaden Sie womöglich den Gelenken. Schwimmen und Aqua-Gymnastik eignen sich gut, weil das Wasser den Körper trägt und dadurch die Gelenke entlastet. Auch Joggen ist erlaubt. Allerdings sollten Sie weiche, gut dämpfende Schuhe benutzen und Waldboden bevorzugen. Sportarten wie Fußball, Eishockey, Tennis oder Squash führen leicht zu Verletzungen. „Außerdem wird das Kniegelenk, etwa beim Tennisspielen, sehr intensiv belastet“, merkt Claus an. Für alle Sportarten gilt: Vorher gut aufwärmen. Das mindert die Gefahr von Verletzungen.

Eine spezielle Diät, die vor Arthrose bewahrt, gibt es nicht. Trotzdem trägt eine gesunde Ernährung dazu bei, dass Sie Ihr Gewicht halten und damit auch die Gelenke schonen. Orthopädin Claus weist auf einen weiteren Faktor hin: Beachten Sie Ihre Risiken! Wissen Sie zum Beispiel, dass Sie O- oder X-Beine haben, dass Sie schon mal ein verletztes Knie hatten oder daran operiert wurden, dann besprechen Sie mit einem Facharzt, was Sie in Ihrem Fall tun können. O- und X-Beine lassen sich beispielsweise korrigieren. Und: Die Ausrede, ab einem gewissen Alter sei es zu spät um vorzubeugen, gilt nicht! „Es ist in jedem Alter sinnvoll, einem Gelenkverschleiß durch Bewegung und durch eine gesunde Lebensweise entgegenzuwirken“, so Claus.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 27.07.2011
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto, Hemera

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