Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose)

Als Gonarthrose (Arthrose des Kniegelenks) bezeichnen Mediziner den Gelenkverschleiß des Knies

aktualisiert am 19.11.2015

Kniearthrose: In fortgeschrittenen Stadien kann das Knie auch in Ruhe schmerzen

PhotoDisc/ RYF

nach obenWas ist Arthrose des Kniegelenks?

Die Arthrose des Kniegelenks, Gonarthrose genannt, gehört zu den häufigsten Abnutzungserscheinungen der Gelenke. Der fortschreitende Gelenkverschleiß führt dazu, dass der Knorpel im Kniegelenk zerstört wird.

Schließlich kann der Patient das Gelenk nicht mehr schmerzfrei bewegen, im Extremfall versteift es sogar. Bei einer fortgeschrittenen Kniearthrose sind daher oft eine Operation und ein künstliches Gelenk erforderlich, um die Beweglichkeit zu erhalten.

Anhaltende Schmerzen im Knie und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks sind also Symptome, die auf jeden Fall zum Arzt führen sollten. Denn bei frühzeitiger Therapie lässt sich das Voranschreiten der Arthrose oftmals verhindern.


Stoßdämpfer: Gesunder Knorpel verteilt den Druck, kranker kann das nicht mehr

W&B/Setzer

nach obenUrsachen

Arthrose ist nicht nur altersbedingt. Denn während bei manchem Siebzigjährigen die Gelenke noch prima in Schuss sind, zeigen sie bei anderen bereits mit Dreißig deutliche Verschleißerscheinungen. Viele verschiedene Ursachen können die Entstehung einer Gonarthrose begünstigen. Zunächst werden zwei verschiedene Formen unterschieden: Sind äußere Faktoren an der Entstehung des Gelenkverschleißes beteiligt, sprechen Mediziner von einer sekundären Arthrose. Manchmal lassen sich aber auch überhaupt keine Gründe dafür finden, warum die Krankheit bei einer Person auftritt – in diesem Fall sprechen Mediziner von einer primären Arthrose.

    •    Primäre Arthrose
Dabei handelt es sich um Arthrose, die ohne ersichtlichen Grund auftritt. Die genauen Ursachen sind noch nicht ausreichend erforscht. Die Wissenschaft vermutet eine erbliche Veranlagung. Deshalb wird intensiv nach Genen geforscht, die hinter der Krankheit Arthrose stecken könnten. Klar ist inzwischen jedenfalls, dass eine genetische Vorbelastung nicht zwangsläufig zum Verschleiß der Gelenke führen muss: Auch wer eine entsprechende Veranlagung besitzt, kann ein Leben lang gesunde Gelenke haben. Es steht also nicht allein in den Erbanlagen geschrieben, wer Arthrose bekommt.

    •    Sekundäre Arthrose
Die häufigere Ausprägung, deren Hintergründe heute besser bekannt sind: Äußere Faktoren wie Übergewicht oder aber Vorerkrankungen wie Sportverletzungen, Fehlstellungen oder anhaltende Belastungen. Meist steht eine Kombination aus mehreren Ursachen hinter dem Krankheitsgeschehen. Diese sollten möglichst genau identifiziert werden, um gezielt in den Abbauprozess eingreifen zu können.

Mögliche Ursachen einer sekundären Arthrose:

- Verletzungen und Unfälle

Viele Kniearthrosen treten in Folge von Unfällen und Verletzungen auf – mitunter erst nach Jahren.

- Anhaltende Überlastung

Werden bestimmte Bewegungen Tag für Tag und über Jahre hinweg ausgeführt, kann dies zur Überlastung der betreffenden Gelenke führen. Berufsbedingte Arthrosen sind keine Seltenheit. So entwickeln beispielsweise Fliesenleger häufig eine Kniegelenksarthrose.

- Fehlstellungen

Manche Menschen entwickeln in der Jugend eine Fehlstellung des Kniegelenks, zum Beispiel in Form von O-Beinen. Dies führt zu einer ungünstigen Mehrbelastung und kann den Abbau des Knorpels beschleunigen.

- Übergewicht

Überflüssige Pfunde sind Gift für die Gelenke. Besonders für jene, die am schwersten an der Leibesfülle zu tragen haben – die Hüft- und vor allem die Kniegelenke.

- Gelenkentzündungen

Entzündliche Gelenkerkrankungen können den Knorpel schädigen und eine Arthrose begünstigen.


Stadium 1: Der Knorpel (blau) ist verdickt und in seiner Struktur verändert. Die Gelenkinnenhaut (grün) kann gereizt sein

W&B/Martina Ibelherr

nach obenStadien der Arthrose

Arthrose ereilt keinen von heute auf morgen. Der Verschleiß der Kniegelenke zieht sich über viele Jahre hin. Zu Beginn sind die Beschwerden noch so harmlos, dass sie meist nicht wahrgenommen werden. Bis schließlich jede Belastung des Gelenks Schmerzen verursacht, ist es ein weiter Weg. Nicht umsonst wird Arthrose oft erst erkannt, wenn sie schon fortgeschritten ist. Das ist fatal, denn je früher die Therapie beginnt, desto aussichtsreicher ist sie. Daher ist es auch so wichtig, die Warnsignale einer Arthrose zu kennen und unverzüglich vom Arzt abklären zu lassen.


Stadium 2: Die Oberfläche des Knorpes ist uneben und fasert sich auf

W&B/Martina Ibelherr
  • Frühstadium


Ausgangspunkt jeder Arthrose ist ein Defekt im Knorpelüberzug, der sogenannte "Knorpelschaden". Er ist zunächst meist nur auf kleine Flächen begrenzt, aber keineswegs harmlos: Selbst durch kleine Knorpelschäden kann es zu Veränderungen im Kniegelenk kommen. Auf einigen Abschnitten des Gelenks liegt dann eine zusätzliche Last, dort wird zunächst der Knorpel und auf Dauer auch der darunter liegende Knochen angegriffen.


Arthrose im Knie, Stadium 3

Stadium 3: Der Glenkspalt ist enger geworden, der Knochen verändert sich

W&B/Martina Ibelherr
  • Zwischenstadium


Viele Patienten befinden sich in einem Zwischenstadium. Wie lange sich dieses hinzieht, ist individuell verschieden und davon abhängig, wie stark das geschädigte Kniegelenk strapaziert wird und zwar nicht nur durch das Körpergewicht, sondern auch durch Verdrehbewegungen oder Sportarten mit rascher Beschleunigung oder starken Bremsmanövern.

Indem der Knorpel allmählich abgenutzt wird, wird der Druck auf den darunter liegenden Knochen immer höher. Das einzige Mittel, ihn auszugleichen, ist, ihn besser zu verteilen: Die Gelenkfläche vergrößert sich und bildet dazu knöcherne Ausziehungen, Osteophyten genannt. Diese Auswüchse sind in einigen Fällen tastbar und manchmal sogar zu sehen. Die Veränderungen machen das betroffene Kniegelenk immer unbeweglicher und der Knorpelschaden breitet sich immer weiter aus. Die Knochen der beiden Gelenkflächen rücken dadurch immer näher zusammen: Nach und nach verengt sich der Gelenkspalt.


Stadium 4: An manchen Stellen ist kein Knorpel mehr vorhanden, im Knochen haben sich Verhärtungen (subchondrale Sklerosierungen) und Ausziehungen (Osteophyten) gebildet

W&B/Martina Ibelherr
  • Spätstadium

Die Knorpelschicht ist allmählich abgebaut worden. Die darunter liegenden Knochen liegen nun quasi ohne Schutz auf den Knochen der Gegenseite. Die Struktur der Knochen im Röntgenbild hat sich verändert: Es zeigen sich Verdichtungen und Verhärtungen des Knochens, die der Mediziner "subchondrale Sklerosierung" nennt. Ist der Gelenkspalt vollkommen verschwunden, wird das betroffene Kniegelenk steif.


Knieschmerzen? Das kann auf Arthrose hinweisen

W&B/Simon Katzer

nach obenSymptome

Zu den typischen Anzeichen einer Kniegelenksarthrose zählen:

  • Schmerzen im Knie beim Treppensteigen sowie beim Gehen auf unebenem Gelände
  • Die Schmerzen sind zu Beginn der Bewegung stark (Anlaufschmerz), lassen dann langsam nach, tauchen aber nach anhaltender Belastung wieder auf (Belastungsschmerz)
  • Durch Tragen von schweren Gegenständen verstärken sich die Beschwerden
  • Nach langem Sitzen treten Schmerzen hinter der Kniescheibe auf
  • Knirschende und knackende Geräusche beim Bewegen des Knies
  • Empfindlichkeit gegenüber feucht-kaltem Wetter

Je weiter die Beeinträchtigung des Kniegelenks fortgeschritten ist, desto intensiver die Symptome: Die Schmerzen werden häufiger und treten alsbald auch in Ruhe auf. Die Bewegungsfähigkeit des Knies nimmt immer mehr ab.


Durchleuchtet: Auf den Zustand des Knorpels lässt ein Röntgenbild nur indirekte Schlüsse zu, denn man sieht vor allem die Knochen

Pitopia/Thomas Weissenfels

nach obenDiagnose

Am Beginn des Arztbesuches steht in der Regel eine ausführliche Befragung des Patienten: Der Arzt ermittelt Eckdaten wie Krankheitsvorgeschichte, Lebens- und Ernährungsweise sowie auch, ob ähnliche Fälle in der Familie aufgetreten sind und damit möglicherweise eine erblich (mit-)bedingte Arthrose vorliegt. Der Mediziner wird sich auch nach etwaigen vorangegangenen Unfällen oder Verletzungen erkundigen.

  • Untersuchung

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Dabei prüft der Arzt zunächst Gang und Haltung, um mögliche Fehlstellungen wie einen Beckenschiefstand, Muskelschwächen oder Schonhaltungen zu erkennen. Im Rahmen der sogenannten Palpation tastet er mit den Händen die Gelenke ab und untersucht, ob und welche davon druckempfindlich oder geschwollen sind. Nach der Palpation wird die Beweglichkeit der Gelenke überprüft. So lässt sich eingrenzen, ob und inwieweit die Arthrose bereits zu Beeinträchtigungen führt.

  • Röntgenuntersuchung

Hat sich der Verdacht auf eine Arthrose des Kniegelenks erhärtet, wird der Arzt ein Röntgenbild der Knie veranlassen. Ist der Abstand zwischen den Gelenkflächen verschmälert, ist das ein typisches Zeichen für den Verschleiß des Knorpels. Je kleiner der Gelenkspalt, desto ausgeprägter die Arthrose. Sind die Knorpelschäden allerdings noch gering, können sie im Röntgenbild meist nicht erkannt werden.

  • Ultraschalluntersuchungen

Eine Ultrschalluntersuchung (Sonografie) ist eine gute Ergänzung zur Röntgenuntersuchung, da sich mit Ultraschall die Weichteile wie Muskeln und Kapsel gut darstellen lassen. Anders als beim Röntgen sind also nicht nur knöcherne Strukturen zu erkennen. Eine Sonografie ist damit zum Beispiel optimal dafür geeignet, um einen Kniegelenkserguss zu erkennen.

  • Magnetresonanztomografie

Bei Beschwerden am Kniegelenk wird häufig auch eine Magnetresonanztomografie durchgeführt, da mit dieser Technik Schäden an Bändern, Sehnen oder Menisken des Knies optimal darzustellen sind.

  • Arthroskopie

Bei der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) führt der Arzt über kleine Schnitte im Kniebereich Untersuchungsinstrumente in das Gelenk ein. Damit kann er direkt in das Gelenk und den Gelenkspalt schauen, sich ein Bild vom Zustand des Knorpels machen und gegebenenfalls auch bereits kleinere chirurgische Eingriffe durchführen.

  • Gelenkpunktion

Liegt ein Gelenkerguss vor, kann mit einer Punktion die angesammelte Gelenkflüssigkeit abgezogen werden. Die Untersuchung der Flüssigkeit liefert auch Hinweise auf mögliche Krankheitserreger und entzündlich-rheumatische Zustände. Darüber hinaus hat die Punktion therapeutische Effekte: Sinkt der Druck im Inneren des Kniegelenks, wirkt das entlastend und schmerzlindernd.

Allerdings bildet sich ein Gelenkserguss bei Arthrose bald wieder nach. Eine Punktion ist also unter Umständen zur Klärung der Ursache des Ergusses sinnvoll. Ständige Punktionen machen dagegen keinen Sinn, sondern erhöhen das Infektionsrisiko.


nach obenTherapie

Eine Behandlung, die an den Ursachen ansetzt und diese beseitigt, gibt es bislang nicht. Deshalb beschränken sich die Maßnahmen auf die Schmerzlinderung, Erhöhung von Beweglichkeit und Gehleistung sowie darauf, das Fortschreiten der Arthrose zu bremsen. Doch obwohl Arthrose nicht heilbar ist, stellt sie keinen Schicksalsschlag dar, dem man sich beugen muss. Im Gegenteil, man kann sehr viel selbst dazu beitragen, um den Abbau des Knorpels zu verlangsamen und die Symptome zu lindern, insbesondere durch Kräftigung der Muskeln und bestimmte Verhaltensweisen.

  • Medikamente


Das Ziel der Behandlung mit Medikamenten ist es, die Symptome der Kniegelenksarthrose zu beseitigen: Schmerzen zu lindern, die Entzündungen zu hemmen und so die Beweglichkeit wieder herzustellen, beziehungsweise zu verbessern. Schließlich sollen Bewegungen so bald als möglich wieder schmerzfrei oder zumindest weniger schmerzhaft auszuführen sein.

- Nichtsteroidale Antirheumatika

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind Medikamente, welche die Schmerzen lindern und Entzündungsprozesse hemmen können. Sie enthalten kein Kortison, daher ihr Name: Mit der Bezeichnung "nichtsteroidal" grenzt man sie von den kortisonhaltigen Präparaten ab. Typische Vertreter dieser Arzneigruppe sind zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Ketoprofen. Sie alle kommen bei schmerzhaften Gelenkbeschwerden zum Einsatz und sind bis auf wenige Ausnahmen ohne Rezept erhältlich.NSAR sollten nur kurzzeitig und in möglichst geringer Dosierung angewendet werden: Sie sollen akute Beschwerden lindern.

- Andere Schmerzmittel

Manchmal werden bei Kniegelenksarthrose auch andere Schmerzmittel, ohne den entzündungshemmenden Effekt der NSAR eingesetzt. Sie dienen ausschließlich der Linderung der Beschwerden.

- Kortisoninjektionen

Die heute übliche Art der Anwendung von Kortison in der Arthrosetherapie ist die Injektion: Dabei wird ein Glukokortikoid, das dem körpereigenen Kortikoid verwandt ist, direkt in das Kniegelenk gespritzt (oft kombiniert mit einem lokalen Betäubungsmittel). Das hat den Vorteil, dass der Stoff ausschließlich dort wirkt, wo er auch gebraucht wird. Anders als mit Kortison in Tablettenform ist also nicht der gesamte Organismus belastet. Kortikoide wirken entzündungshemmend. Injektionen mit diesen Arzneimitteln können daher bei einer aktivierten Arthrose, bei der anderen Therapiemaßnahmen nicht greifen, kurzfristig sinnvoll sein.


Akupunktur kann bei Kniegelenksarthrose helfen

W&B/Jan Greune
  • Nichtmedikamentöse Behandlung


Dabei kommen Physiotherapie, physikalische Behandlungen, wie unter anderem Wasseranwendungen, sowie orthopädische Verfahren zum Einsatz. Sind diese Optionen ausgeschöpft, werden operative Maßnahmen herangezogen, um eine Besserung der Beschwerden zu erreichen.

- Krankengymnastik

Krankengymnastische Übungen verbessern die Beweglichkeit der Kniegelenke und wirken zugleich muskelstärkend und schmerzlindernd.
 Eine gute und regelmäßige Krankengymnastik kann im Frühstadium der Arthrose bereits ausreichend sein, um die Beschwerden zu lindern. Sofern die Übungen richtig ausgeführt werden – weshalb Krankengymnastik auch unter Aufsicht geschulter Therapeuten erfolgen muss. Dabei lernen die Patienten auch, wie sie ihre Gymnastik zu Hause durchführen sollen.

 - Wärmebehandlung

Vielen Patienten mit Arthrose tut Wärme gut. Bei einer aktivierten Arthrose, bei der zusätzlich eine Entzündung des Gelenkes dazu kommt, kann es aber auch genau umgekehrt sein: Statt Wärme wird Kälte als angenehm empfunden.

 - Kältebehandlung

Patienten mit einer akuten Reizung oder Entzündung des Kniegelenks können von Kälteanwendungen profitieren. Dazu gehören unter anderem kalte Moorpackungen und Kaltluft. Auch bei Umschlägen mit essigsaurer Tonerde oder Quark werden Kältereize genutzt.

- Elektrotherapie

Elektrische Ströme verhindern oder verlangsamen die Weiterleitung von Schmerzsignalen, regen die Regeneration des Gewebes an und verbessern die Durchblutung. Eines der bekanntesten Verfahren aus diesem Bereich ist die TENS-Therapie, die Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation. Dabei kommen kleine tragbare Geräte zum Einsatz, die über Batterien gespeist niederfrequente Ströme erzeugen. Diese werden durch Elektrodenplättchen übertragen, die mit einer Kontaktpaste versehen am Kniegelenk auf die Haut geklebt werden.

 - Akupunktur

Akupunktur kann bei Patienten mit Kniearthrose die Schmerzen lindern. Dies ergab 2005 eine Studie an der Charité in Berlin.

- Spezial-Schuhe und Einlagen

Speziell gefertigtes Schuhwerk  oder Einlagen können das Gehen beschwerdefreier machen und die Gelenke vor weiteren (Fehl-)belastungen schützen. Beraten Sie sich gegebenenfalls mit Ihrem Arzt, ob solche Maßnahmen auch bei Ihnen sinnvoll erscheinen!


Knieprothese: Manchmal bleibt nichts, als das kranke Gelenk zu ersetzen

W&B/Marcel Weber
  • Operative Maßnahmen

Heute stehen viele verschiedene Verfahren zur Verfügung. Dabei ist es auch nicht immer erforderlich, in eine Klinik zu gehen. Eine Reihe von Operationen können inzwischen auch ambulant durchgeführt werden.

- Arthroskopische Eingriffe

Mit diesem Verfahren lässt sich das Gelenk säubern und spülen, und der Knorpel glätten. Der Vorteil der Arthroskopie ist, dass es sich dabei um einen sogenannten minimal-invasiven Eingriff handelt. So wird wenig Gewebe verletzt und es bleiben nur zwei winzige Narben zurück. Inzwischen erfolgt die Arthroskopie oft ambulant. Ob eine arthroskopische Internvention sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Untersuchungen zeigen, dass eine konservative Behandlung zum Beispiel mit Medikamenten und Physiotherapie in der Regel genauso erfolgreich ist, wie diese Interventionen.

- Knorpelglättung

Die aufgefaserte oberflächliche Knorpelschicht kann mit feinen Fräsen (Shavern) geglättet werden, damit sich die Auffransungen und Zerklüftungen nicht schnell weiter fortsetzen und die Reizung des Gelenks verringert wird.

- Knorpeltransplantation

Ein noch nicht allzu weit verbreitetes Verfahren ist die Knorpeltransplantation. Dabei werden oft in einem arthroskopischen Eingriff gesunde Knorpelzellen aus dem Knie entnommen, im Labor dann weiter gezüchtet und anschließend auf die geschädigten Stellen aufgebracht. Dieses Verfahren kommt jedoch nur bei kleinen – meist verletzungsbedingten – Knorpelschäden und bei noch vorhandenen Stellen mit gesundem Knorpel in Frage. Außerdem ist sie nur bis zum 45sten Lebensjahr gut anwendbar.

- Gelenkersatz

Erst wenn anhaltende Schmerzen bei Belastung auftreten, ständig Schmerzmedikamente nötig sind oder die Nachtruhe gestört ist, ist ein künstlicher Gelenkersatz ratsam. Die Operationsmethoden wie auch die Implantate haben sich in den letzten Jahren entscheidend verbessert, so dass die Erfolgsausichten dieser Maßnahme inzwischen sehr gut sind. Welche Prothese und Operationsmethode sich am besten eignet, ist von Patient zu Patient verschieden. Die Wahl ist abhängig vom Zustand des Knochens rund um das zu ersetzende Gelenk, vom Körpergewicht und weiteren individuell unterschiedlichen Faktoren.


Nordic Walking belastet die Gelenke nur wenig

W&B/Jan Greune

nach obenBewegung und Sport

Verursacht das Bewegen des Kniegelenks Schmerzen, nimmt man unwillkürlich eine Schonhaltung ein. Verständlich, schließlich will man die Beschwerden so weit es geht reduzieren. Doch das ist der Beginn einer schädlichen Spirale: Im Versuch, das Gelenk zu schonen, fügt man diesem noch mehr Schaden zu. Denn durch das Meiden bestimmter Bewegungsabläufe kommt es zu Verspannungen der Muskeln am Kniegelenk. Nach einer Weile beginnt der überbeanspruchte Muskel, sich zu verkürzen.

Als Betroffener kann man viel selbst tun: Viel bewegen, aber wenig belasten sollte das Motto sein. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) empfiehlt bei Kniegelenksarthrose: Gymnastik, Radfahren, Walking, Kraulschwimmen, Aqua-Jogging.

Wichtig: Menschen, die bereits eine Kniearthrose oder Knieschmerzen haben, chronisch Kranke, Senioren und Personen, die schon länger keinen Sport mehr getrieben haben, sollten sich unbedingt bei einem Arzt beraten lassen, bevor sie aktiv werden.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF, Pitopia/Thomas Weissenfels, W&B/Setzer, W&B/Simon Katzer, W&B/Jan Greune, W&B/Marcel Weber, W&B/Martina Ibelherr

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