Arthrose des Hüftgelenks: Ursachen

Übergewicht, Fehlstellungen, Verletzungen oder entzündliche Gelenkerkrankungen: Viele Faktoren können die Entstehung einer Arthrose begünstigen
aktualisiert am 27.03.2017

Gesunder Knorpel verteilt die Belastung. Ist der Knorpel abgebaut, funktioniert das nicht mehr

W&B/Setzer

Letztendlich liegt bei einer Arthrose immer ein Verschleiß des Gelenkknorpels vor. Die Ursachen für seine Entstehung können jedoch sehr unterschiedlich sein.

Verschleiß des Gelenkknorpels

Eine Arthrose des Hüftgelenks ist ein schleichender Prozess. Ausgangspunkt ist, wie bei jeder anderen Arthrose auch, ein Defekt im Knorpelüberzug des Gelenks, der sogenannte "Knorpelschaden". Der Knorpel wird immer dünner, reißt hier und dort ein und raut auf.

Diese Schäden sind zunächst auf kleine Flächen begrenzt und verursachen noch keine Beschwerden. Doch es kommt zu Veränderungen im Hüftgelenk, wodurch auf einigen Abschnitten eine Zusatzlast ruht, was wiederum dazu führt, dass sich dort der Knorpel schneller abbaut.

Indem der Knorpel nach und nach zurückgeht, wird der Druck auf den darunter liegenden Knochen immer höher. Seine Struktur verändert sich – im Röntgenbild erkennbar durch Verdichtungen und Verhärtungen, sogenannte subchondrale Sklerosierungen. Das einzige Mittel, den höheren Druck auszugleichen, ist ihn besser zu verteilen: Die Gelenkfläche vergrößert sich daher und bildet knöcherne Ausziehungen, Osteophyten genannt. Diese Auswüchse machen das betroffene Hüftgelenk nach und nach unbeweglicher.

Der Knorpelschaden breitet sich aus und der Gelenkspalt verengt sich mehr und mehr. Es kann sogar so weit kommen, dass die Knorpelschicht vollkommen abgerieben wird. Die darunter liegenden Knochen liegen nun praktisch frei und ohne Schutz auf dem Knochen der Gegenseite.

Von der ruhenden zur aktivierten Hüftarthrose

Eine Hüftarthrose kann sich über Jahre hinweg vergleichsweise still verhalten und nur wenig Beschwerden hervorrufen. Von einer aktivierten Arthrose spricht man, wenn zusätzlich Anzeichen für eine Gelenkentzündung vorliegen. Das Gelenk ist rot und warm, angeschwollen und bereitet starke Schmerzen. Auslöser für eine solche aktivierte Arthrose sind Überlastungen.

Nicht optimal: Hier hat die Hüfte viel zu schleppen

Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD

Ursachen

Den Abbau des Gelenkknorpels können zahlreiche Faktoren begünstigen:

  • Fehlstellungen: Manche Menschen haben eine angeborene Fehlstellung des Hüftgelenks, eine sogenannte Hüftdysplasie. Dabei ist die Hüftpfanne nicht richtig ausgebildet und bietet dem Hüftkopf nicht genügend Halt. Eine Hüftdysplasie kann zu einer Fehlbelastung des Gelenkknorpels führen und damit Knorpelschäden und eine Arthrose der Hüfte begünstigen.

    Auch X- oder O-Beine können eine Hüftarthrose verursachen: Die Krümmung – ob nach außen oder nach innen – bewirkt eine einseitige Belastung der Kniegelenke, was wiederum auch die Belastung der Hüfte verändert. Durch den anhaltenden, ungleichmäßig verteilten Druck auf die Knorpelfläche des Knie- und Hüftgelenks kann es zu Arthrose kommen.
  • Verletzungen: Viele Hüftarthrosen treten in Folge von Verletzungen auf – mitunter erst viele Jahre nach dem schädigenden Ereignis. Bei der Heilung der Verletzung kann es zu Veränderungen im Gelenkbereich kommen, welche die Belastungssituation verschieben und die Entstehung einer Arthrose begünstigen können.
  • Anhaltende Überlastungen: Werden bestimmte Bewegungen Tag für Tag und über Jahre hinweg ausgeführt, kann dies zur Überlastung der betreffenden Gelenke führen. Dies kann bei bestimmten beruflichen Belastungen der Fall sein – etwa Arbeiten am Fließband. Aber auch in der Freizeit kann es riskant werden: Sport, vor allem falls sehr intensiv und monoton ausgeübt, kann ebenso zum vorzeitigen Verschleiß des Hüftgelenks führen.
  • Übergewicht: Überflüssige Pfunde sind Gift für die Gelenke. Besonders für jene, die am schwersten an der Leibesfülle zu tragen haben – die Hüft- und Kniegelenke.
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen: Chronische Entzündungen der Gelenke, zum Beispiel im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen oder der Gicht, können den Knorpel schädigen und so das Risiko für eine Arthrose erhöhen.
  • Vererbung: Studien haben bestätigt, dass erbliche Veranlagung für den Verschleiß der Hüftgelenke mit verantwortlich ist.

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