Bei Coxarthrose oft nicht zu umgehen: Ein künstliches Hüftgelenk
Gerade im Anfangsstadium der Hüftgelenksarthrose können die Patienten selbst viel dazu beitragen, dass die Erkrankung nicht oder zumindest langsamer fortschreitet. Neben Medikamenten können ihnen auch verschiedene nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren helfen, besser mit der Erkrankung zurecht zukommen. Durch eine operative Umstellung des Gelenkes (Osteotomie) kann in manchen Fällen ebenfalls etwas erreicht werden. In schwereren Fällen kommt ein Gelenkersatz infrage. Ist dies absehbar, sollte man damit nicht zulange warten: Denn was an Beweglichkeit bereits ganz verloren gegangen ist, ist nach der Operation nur schwer wieder zu erreichen.
In Bewegung bleiben: Das ist auch bei Arthrose wichtig
Gehstock: Kann bei richtigem Einsatz auch helfen, ein krankes Gelenk zu entlasten
Kurzfristige Hilfe: Medikamente lindern die Schmerzen vorrübergehend
Ein Beispiel von vielen: Es gibt zahlreiche unterschiedliche Hüftgelenksprothesen
Operative Methoden
Zur Anwendung kommen zwei Verfahren. Das eine ist die Osteotomie, die das Hüftgelenk durch eine Umstellung der Gelenkachse zu erhalten versucht. Die andere Methode ersetzt das erkrankte Hüftgelenk ganz oder teilweise durch ein künstliches Gelenk, die sogenannte Endoprothese.
- Osteotomie: Durch das Umstellen des Oberschenkelknochens oder der Hüftpfanne wird die Belastungsfläche im Hüftgelenk so verändert, dass die Hauptlast auf noch gesunden Gelenkteilen ruht. Schrauben und Platten fixieren die neue Position. Sie werden wieder entfernt, sobald die neue knöcherne Verbindung ausreichend stabil geworden ist.
- Endoprothese: Eine der häufigsten in Deutschland durchgeführten operativen Eingriffe ist die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes. Die Operationsmethoden wie auch die Implantate haben sich in den letzten Jahren entscheidend verbessert, so dass die Erfolgsaussichten inzwischen sehr gut sind. Nach wie vor existiert jedoch kein Material, das an die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit des natürlichen Gelenks heranreicht. Die Erfahrung zeigt aber, dass Hüftgelenksprothesen durchschnittlich etwa 15 Jahre halten.
Die Auswahl an Prothesen für das Hüftgelenk ist groß – ob aus Keramik, Metall oder Plastik, zum teilweisen oder kompletten Ersatz. Welche Prothese und Operationsmethode am besten sind, lässt sich nicht so einfach sagen: Die Wahl ist abhängig vom Zustand des Knochen rund um das zu ersetzende Gelenk, vom Körpergewicht und weiteren individuell unterschiedlichen Faktoren.
In den ersten Wochen und Monaten nach der Operation müssen geschwächte und verkürzte Muskeln wieder mittels Krankengymnastik aufgebaut werden. Ebenso sollte ein Koordinations- und Ausdauertraining durchgeführt werden. Empfehlenswerte Sportarten nach einem Hüftgelenksersatz sind Schwimmen, Wandern auf ebenem Gelände, Golf und Radfahren. Ungeeignet sind Sportarten mit häufigem Tempowechsel und ruckartigen Belastungen wie Fußball, Handball, Tennis und alpiner Skilauf.