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Arthrose des Hüftgelenks (Coxarthrose)

Der Verschleiß des Hüftgelenks (Hüftgelenksarthrose, Coxarthrose) ist eine relativ häufige Form von Arthrose


Abgenutzter Knorpel: Grafische Darstellung einer Hüftgelenksarthrose

Was ist Arthrose des Hüftgelenks?

Die Hüftgelenksarthrose, medizinisch Coxarthrose genannt, ist eine verschleißbedingte Erkrankung des Hüftgelenks. Prinzipiell kann jedes Gelenk des Körpers von Arthrose (Gelenkverschleiß) betroffen sein. Einige haben allerdings bedingt durch ihre anatomische Lage besonders intensiven Belastungen standzuhalten. Dies gilt vor allem für die Gelenke an den Beinen, auf denen der überwiegende Teil des Körpergewichtes ruht.

Normalerweise sorgt der Knorpel dafür, dass keine direkte Reibung zwischen den Knochen des Hüftkopfes des Oberschenkels und der Hüftpfanne des Beckens entsteht. Begünstigt durch Fehlstellungen, falsche Belastungen oder Verletzungen nutzt sich der Knorpel ab und die Menge des notwendigen „Puffers“ im Gelenk nimmt ab. Das kann soweit gehen, dass quasi Knochen auf Knochen reibt. Massive Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit bis hin zu einer steifen Hüfte sind die Folge und wichtige Symptome der Hüftarthrose.



Unser Experte: Professor Dr. med. Joachim Grifka, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Physikalische Medizin

Bis jede Belastung Gelenkschmerzen verursacht, ist es jedoch ein weiter Weg. Der Verschleiß des Hüftgelenks zieht sich über viele Jahre hin. Obwohl die Arthrose meist erst im höheren Erwachsenenalter in Erscheinung tritt, ist sie kein reines Altersleiden. Wie man heute weiß, beginnt bei mehr als der Hälfte aller Menschen die Abnutzung der Gelenke bereits ab dem 35. Lebensjahr.

Die Diagnose wird zusätzlich anhand von Röntgenaufnahmen gestellt. Arthrose ist zwar nicht heilbar, kann jedoch in ihrem Fortschreiten gestoppt oder zumindest verlangsamt werden. Physikalische Therapie und Medikamente können Schmerzen lindern und begleitende Entzündungsreaktionen eindämmen. Eine Physiotherapie kann die Muskeln kräftigen und so das Gelenk entlasten. Zudem hilft sie, falsche Bewegungsmuster zu korrigieren und damit weiterer Fehlbelastung vorzubeugen. Je eher in den schädlichen Prozess eingegriffen wird, desto größer sind die Chancen, trotz Hüftarthrose mobil zu bleiben. Ist die Krankheit zu weit fortgeschritten, hilft meist aber nur noch eine Operation, bei der ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wird.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: W&B/Szczesny, W&B/Privat
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Experten-Sprechstunde mit Dr. Roth


Priv. Doz. Dr. med. Andreas Roth ist Facharzt für Orthopädie


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Was sind die wichtigsten Ursachen von Schmerzen an der Hüfte?

Wie kommt es beispielsweise zu einer Schleimbeutelentzündung des Hüftgelenkes?

Schmerzen im Bereich des Hüftgelenkes können vielfältige Ursachen haben. Eine davon ist die Überlastung des Gelenkes, zum Beispiel durch Übergewicht oder übermäßiges sportliches Training mit falscher Belastung. Insbesondere Letzteres kann zu schmerzhaften Schleimbeutelentzündungen führen. Ursachen können aber auch Blockierungen oder ein Verschleiß im Bereich der Lendenwirbelsäule sein. Gelegentlich übertragen auch Erkrankungen innerer Organe des Bauches die damit verbundenen Schmerzen auf das Hüftgelenk.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Führt eine unbehandelte Hüftdysplasie später immer zur Arthrose?

Sollte vorbeugend die Gelenkmechanik „überholt“ werden, zum Beispiel mit Hilfe einer Gelenkspiegelung?

Eine unbehandelte Hüftdysplasie, also eine fehlerhafte Ausbildung von Hüftkopf und gegenüberliegender Hüftpfanne, führt fast immer zur Hüftarthrose (Coxarthrose), wobei stärkere Dysplasien das Risiko erhöhen. Heutzutage ist es möglich, durch eine Umstellungsoperation die Passgenauigkeit (Kongruenz) zwischen den gelenkbildenden Teilen, nämlich Hüftpfanne und Hüftkopf, frühzeitig wieder herzustellen. Eine arthroskopische Verbesserung der Gelenkgeometrie ist jedoch nicht möglich.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Ab wann ist die erste Hüftgelenkprothese wegen Arthrose möglich?

Hüftgelenkprothesen werden heute auch bereits bei relativ jungen Menschen eingesetzt. „Jung“ bedeutet in diesem Falle ab 40 Jahren, in seltenen Fällen sogar früher. Dabei werden zunehmend auch kürzere Prothesen verwendet, da man davon ausgeht, dass bei später notwendigen Wechseloperationen ausreichend eigener Knochen erhalten bleibt. Falls erforderlich, wird in der Folge eine etwas längere Prothese eingesetzt. Die Haltbarkeit einer Hüftgelenkendoprothese sollte durchschnittlich bei zwölf Jahren liegen. Wahrscheinlich sind aber viel längere Standzeiten möglich. Entscheidend für die Haltbarkeit einer Totalendoprothese des Hüftgelenkes scheint der Verschleiß zwischen dem künstlichen Hüftkopf und der künstlichen Hüftpfanne zu sein, da dort entstehende, sehr kleine Verschleißpartikel den Knochen schädigen können, in dem die Prothese verankert ist. Ist der Knochen nicht geschädigt, so müssen lediglich die verschlissenen Gelenkpartner ausgetauscht werden. Ob dieses Konzept funktioniert, ist noch nicht bekannt, da bis vor wenigen Jahren Hüftendoprothesen erst im höheren Alter eingesetzt wurden.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


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Geht es bei einem minimal invasiven Eingriff ohne Vollnarkose?

Welche örtlichen Betäubungsverfahren kommen da in Frage?

Ob eine örtliche oder eine Vollnarkose durchgeführt wird, hängt vor allem vom Gesundheitszustand der Patienten ab. Nach wie vor sind es häufig ältere Menschen, die sich ein neues Hüftgelenk einpflanzen lassen. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Lebensalter zunehmen, sind sie oft ausschlaggebend für die Wahl der Betäubungsform. An den unteren Gliedmaßen kommen als Regionalanästhesie Blockaden der Nerven oberhalb der zu operierenden Region zur Anwendung, oder aber sogenannte Rückenmarksanästhesien. An den oberen Gliedmaßen werden vor allem Blockaden der den Arm versorgenden Nerven eingesetzt. Gerade bei Eingriffen an den Gliedmaßen sind örtliche Betäubungsverfahren vorteilhaft für den Patienten, da schon nach wenigen Stunden keinerlei Nachwirkungen der Narkose mehr bestehen.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 


Was heißt prothesenfreundlich leben?

Was kann ich selbst für die möglichst lange Haltbarkeit meines neuen Hüftgelenks tun?

Das künstliche Hüftgelenk ist ein mechanisches Gelenk, das sich nicht selber regeneriert. Die Haltbarkeit wird in erster Linie durch den Verschleiß zwischen Gelenkpfanne und künstlichem Hüftkopf bestimmt. Den Verschleiß niedrig zu halten und somit die Haltbarkeit zu erhöhen, ist damit der wesentliche Schlüssel für eine lange Lebensdauer des Kunstgelenks. Konkret heißt dies: Übergewicht und andauernde extreme Belastungen, zum Beispiel ausgedehnte Wanderungen ohne Pausen, alpine Ski-Abfahrten, regelmäßiges Heben schwerer Lasten, Stoßbelastungen für das Hüftgelenk vermeiden.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


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Warum kann sich eine Hüftprothese lockern?

Welche Warnsignale gibt es dafür und welche ärztlichen Kontrollmöglichkeiten sind normalerweise vorgesehen?

Häufigste Ursache für die Lockerung einer Prothese ist der Verschleiß zwischen künstlichem Gelenkkopf und Kunstpfanne. Die dabei entstehenden Partikel sind mikroskopisch klein und können letztendlich zur Lockerung von Prothesenkomponenten führen. Das Problem dabei: Die Patienten selbst bemerken davon kaum etwas. Leider entpuppt sich die Annahme „Was nicht weh tut, kann auch nicht kaputt sein“ oft genug als Irrtum. Die kleinen Partikel reiben über Jahre das Polyethylen-Innenteil der Prothese (das so genannte Inlay) durch, bis der Hüftkopf (aus Keramik oder Metall) irgendwann auf die Metallschale der Pfanne trifft.

Wird das Problem zu diesem Zeitpunkt erkannt, ist eine Reparatur noch vergleichsweise einfach möglich. Der Wechsel eines beschädigten Inlays geht meist problemlos vonstatten. Wird der Verschleiß nicht rechtzeitig bemerkt und kommt es in der Folge auch zu einer Beschädigung der unter dem Inlay liegenden Metallschale der Pfanne, ist das schon deutlich schwerer zu reparieren. Beim Wechseln der fest eingewachsenen Pfanne kommt es zwangsläufig zu Schäden am Knochen.
Bleibt der Verschleiß noch länger unbemerkt, droht binnen relativ kurzer Zeit auch die Zerstörung des Knochens selbst. In diese Defekte muss dann eine neue Pfanne eingesetzt werden, was deutlich aufwändiger ist.

Wichtig ist daher eine jährliche Kontrolle beim Arzt. In den ersten zehn Jahren werden Röntgenkontrollen nur bei Bedarf nötig und sinnvoll sein, danach sollten sie jährlich erfolgen. Zeigt sich eine Verschiebung der Drehpunkte der Pfanne und des Hüftkopfes, so liegt eine Wanderung vor, die durch den Verschleiß verursacht ist. Dann muss ein Wechsel der "Verschleißpartner" erfolgen.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 11.09.2014, erstellt am 13.09.2005
Bildnachweis: W&B/Szczesny, W&B/Privat

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