Arthrose der Hand- und Fingergelenke: Ursachen, betroffene Gelenke

Die Fingerpolyarthrose ist bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern. Eine Veranlagung zur Krankheit steckt bereits im Erbgut

17.11.2014

Arthrose (s. Kreise) betrifft oft Fingermittel-, Fingerendgelenke und Daumensattelgelenk. Auch am Handgelenk ist Arthrose häufig. Mehr dazu im Text. Zum Vergrößern bitte auf die Lupe klicken!

W&B/Martina Ibelherr

An den Händen sind folgende Gelenke besonders häufig von Arthrose betroffen (siehe auch Grafik links):

- die Fingermittelgelenke und Fingerendgelenke

- das Daumensattelgelenk

- das Handgelenk und zwar die Gelenkverbindung zwischen Speiche und Kahnbein sowie zwischen Speiche und Elle

Ausgangspunkt einer Arthrose ist ein Defekt in der schützenden Knorpelschicht des Gelenks. Im Gegensatz zu vielen anderen Körperstrukturen – zum Beispiel Haut oder Haaren– verliert der Knorpel im Erwachsenenalter die Fähigkeit nachzuwachsen. Er kann Schäden nur schlecht oder gar nicht reparieren.


Was passiert beim "Gelenkverschleiß"?

Wie "Scharniere" verbinden unsere Gelenke die Knochen miteinander und ermöglichen damit Bewegungen. Es gibt verschiedene Arten und Formen von Gelenken. Viele sind nach dem folgenden Prinzip aufgebaut:


Gesundes Gelenk: Eine glatte Knorpelschicht (im Bild blau) schützt die Knochen

W&B/Martina Ibelherr

Außen umschließt eine Kapsel aus Bindegewebe die beiden Knochenenden, die das Gelenk bilden und die gegeneinander bewegt werden sollen. Die Innenseite dieser Gelenkkapsel ist ausgekleidet mit der Gelenkinnenhaut. Sie produziert Gelenkflüssigkeit (Synovia), die in den schmalen Spalt zwischen den beiden Knochenenden hineinfließt. Die Gelenkflüssigkeit "schmiert" die Bewegung – so ähnlich wie ein paar Tropfen Öl ein mechanisches Scharnier beweglich halten. Die Gelenkflüssigkeit hat aber noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie transportiert Nährstoffe zu der Knorpelschicht, die die beiden Knochenenden wie eine Schutzschicht überzieht. Dieser Gelenkknorpel besitzt keine eigenen Blutgefäße, die ihn ernähren könnten. Er ist deshalb auf die Nährstoffversorgung über die Gelenkflüssigkeit angewiesen. Auch seine Stoffwechsel-Abbauprodukte entsorgt der Knorpel auf diesem Weg. Der Transportmechanismus funktioniert jedoch nur dann perfekt, wenn das Gelenk regelmäßig bewegt wird – ohne dass es dabei zur Überlastung kommt. Der Knorpel vermindert die Reibung im Gelenk und verteilt den Druck gleichmäßig auf den Knochenenden.


Beginnende Arthrose: Der Knorpel ist rauh, stellenweise abgerieben

W&B/Martina Ibelherr

Kommt es zu Schäden im Knorpel, raut er auf, wird rissig und dünner. Er kann seine Funktion als Schutzschicht nicht mehr richtig erfüllen, Stöße und Druck nicht mehr gleichmäßig auf den ganzen Knochen verteilen. An manchen Stellen müssen Knorpel und darunter liegender Knochen nun extreme Belastungen aushalten. Dieser Zustand verursacht zunächst noch keine Schmerzen, denn der Knorpel enthält keine Nervenfasern, die den Schmerz weiterleiten könnten. Der benachbarte Knochen reagiert auf die ungünstige neue Situation, indem er stellenweise dichter und massiver wird und an den Rändern kleine Knochenanbauten bildet, die den übermäßigen Druck aufnehmen sollen.

Meistens funktioniert diese "Hilfskonstruktion" aber längst nicht mehr so gut wie das ursprünglich geformte Gelenk. Es kommt zu Abrieb und damit zur Reizung der Gelenkinnenhaut. Sie produziert mehr Gewebeflüssigkeit als im Normalfall, so dass sich ein Gelenkerguss bilden kann. Auch die Zusammensetzung der Flüssigkeit ändert sich: Sie enthält Entzündungsstoffe und Abwehrzellen. Eine Entzündung und Schmerzen können die Folge sein. Das Gelenk fühlt sich geschwollen an, ist warm und rot.


Fortgeschrittene Arthrose: Der Gelenkspalt ist enger geworden, der Knorpel kann stellenweise fehlen. Die Knochen bilden Anbauten (Osteophyten, siehe rote Pfeile) und Verhärtungen (subchondrale Sklerosierungen)

W&B/Martina Ibelherr

Die Entzündung bessert sich nach einiger Zeit oft vorübergehend wieder. Meistens folgen aber auf schmerzarme Intervalle neue Schmerzepisoden. Die wiederholten Entzündungsschübe schädigen den Knorpel weiter. Betroffene schonen die kranken Gelenke gezwungenermaßen – was wiederum zur Folge hat, dass die Gelenkflüssigkeit den Knorpel schlechter mit Nährstoffen beliefern kann. Der Knorpel wird so zusätzlich geschwächt.

Die Knorpelschicht kann stellenweise sogar komplett abgerieben werden, so dass der Knochen völlig ungeschützt frei liegt. Langfristig werden unter Umständen weitere Gelenkstrukturen wie Bänder und Sehnen in Mitleidenschaft gezogen, es kann zu Fehlstellungen kommen. Die Gelenkbeweglichkeit nimmt ab.




Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr
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