Anmelden | Registrieren
Drucken

Ist Angst etwa auch oder teilweise hormonell bedingt?

Gibt es da eine Verbindung zwischen Angst und Hormonen? In welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Sind Frauen häufiger betroffen? Aus der "Experten-Sprechstunde Angsterkrankungen"


Angststörungen: Nach der Häufigkeit mehr ein Problem von Frauen

Alle Arten von Angsterkrankungen treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Warum das so ist, lässt sich nicht auf einfache Weise erklären. Sexualhormone haben zwar einen Einfluss auf Stimmungen, erklären aber nicht allein, warum Angststörungen bei Frauen häufiger auftreten. Vielmehr sind vermutlich weitere Faktoren wie beispielsweise unterschiedliche Sozialisationsbedingungen, psychosoziale Umstände, Inanspruchnahme von therapeutischen Angeboten, gesellschaftliche Rollenerwartungen oder Bewältigungsstrategien mitverantwortlich.

So weiß man beispielsweise, dass Frauen auf Angstsymptome eher mit Vermeidung reagieren, während Männer stärker zum Alkoholmissbrauch neigen. Eventuell spielen auch entwicklungsgeschichtliche Faktoren bei geschlechtsspezifischen Unterschieden eine Rolle.

Angst hat eine wichtige Funktion für den Menschen; sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Angst können je nach Situation hinderlich sein. Für den urzeitlichen Mann wäre vermutlich allzu viel Angst bei der Jagd und Nahrungssuche ein Hemmnis gewesen, auf der anderen Seite wäre ein Zuwenig an Angst beim Schutz des Nachwuchses auf mütterlicher Seite fatal gewesen. Vielleicht lassen sich Unterschiede in der Neigung zu Angstsymptomen auch auf solche entwicklungsgeschichtlichen Faktoren zurückführen.

Unabhängig von diesen Überlegungen muss bei einer Angsterkrankung immer eine hormonelle Störung, zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion, ausgeschlossen werden.

Prof. Dr. med. Ulrich Voderholzer
Ärztlicher Direktor / Chefarzt
Schön Klinik Roseneck
Prien am Chiemsee



Unser Experte beantwortet in der Sprechstunde "Angsterkrankungen" weitere interessante Fragen zum Thema krankhafte Angst (Angsterkrankung, Angststörung)



Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Körperatlas:

Einblicke ins Innenleben

Reisen Sie durch den Körper

Lernen Sie Gelenke, Muskeln, Nerven und andere Organsysteme kennen – interaktiv »

www.apotheken-umschau.de; 03.04.2009, aktualisiert am 07.06.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Ablestock

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Zum Thema

Alkoholabhängigkeit (Alkoholsucht)

Alkohol kann gravierende Auswirkungen auf Gesundheit und Psyche haben »

Angst

Ängste gehören zum Leben. Doch sie können außer Kontrolle geraten und krankhaft werden. Hier finden Sie ausführliche Informationen über die Ursachen von Angststörungen – von Phobie bis Panikattacke – und über geeignete Therapien »

Depressionen

Die Depression ist eine ernste psychische Krankheit. Frühe Diagnose und Therapie sind wichtig »

Phobien (phobische Störung)

Sie haben panische Angst vor Spinnen, Flugangst oder Höhenangst? Dann leiden Sie vermutlich an einer Phobie, einer Form der Angststörung. Krankhafte Ängste können das Leben stark einschränken. Mehr über die Ursachen, Symptome und Therapie der Angsterkrankung »

Schilddrüsenüberfunktion

Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert das Organ zu viel von den Schilddrüsenhormonen Thyroxin und Trijodthyronin »

Zwangsstörungen (Zwangserkrankungen)

Immer wieder Hände waschen, immer wieder nachdenken, ob die Tür tatsächlich verschlossen ist – wenn belastende Zwangshandlungen und Zwangsgedanken den Alltag stören, kann es sich um eine Zwangserkrankung handeln. Mehr über Ursachen, Symptome und Therapie »

Klick in die Sprechstunde

Experten-Sprechstunde

Angsterkrankungen

Keiner ist frei von Angst. Problematisch wird es, wenn sie überhandnimmt und die Betreffenden in die Isolation treibt »

Experten-Sprechstunde

Depression – Ursachen, Diagnose, Therapie

Was tun, wenn ein Stimmungstief sich festsetzt und nicht mehr weichen will? »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG