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Alzheimer Krankheit:
Ursachen

Bei der Alzheimerschen Krankheit lassen sich im Gehirn verschiedene Veränderungen beobachten. Obwohl viele Details der Erkrankung inzwischen bekannt sind, konnten die Ursachen noch nicht zweifelsfrei geklärt werden


Veränderungen im Gehirn: Bei Alzheimer-Patienten finden sich typischerweise faserförmige Ablagerungen und Eiweiß-Ablagerungen (sogenannte Beta-Amyloid-Plaques) innerhalb der beziehungsweise zwischen den Nervenzellen

Die genaue Ursache der Alzheimer Krankheit ist noch nicht bekannt. Eine Rolle scheinen auf jeden Fall die Ablagerungen des Eiweißes Beta-Amyloid zu spielen, die sich bei vielen Alzheimer-Patienten vermehrt nachweisen lassen. Daneben beobachtete schon Alois Alzheimer faserförmige Ablagerungen, die sogenannten Neurofibrillenbündel, von denen heute bekannt ist, dass sie ebenfalls aus Eiweißbruchstücken, dem sogenannten Tau-Protein bestehen. Des Weiteren scheinen auch veränderte Konzentrationen der Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) sowie bestimmte genetische Konstellationen an der Entstehung der Krankheit beteiligt zu sein.

Beta-Amyloid und Tau-Protein

Mehrheitsmeinung ist, dass ein bestimmtes Eiweiß, das sogenannte Beta-Amyloid, eine zentrale Rolle spielt. Es ist ein Spaltprodukt eines größeren Eiweißmoleküls, dessen Funktion bisher nicht genau bekannt ist. In der grauen Gehirnsubstanz von vielen Alzheimer-Patienten finden sich Beta-Amyloid-Ablagerungen, sogenannte Plaques, in besonders hoher Dichte.


Die Ablagerungen bestehen aus einem zentralen Amyloid-Kern, der von krankhaft veränderten Nervenzellfortsätzen und aktivierten Astrozyten, dem häufigsten Zelltyp des Gehirns, umgeben wird. Bei vielen Patienten lagert sich das Amyloid auch in der Wand kleiner Blutgefäße ab. Dadurch kann sich deren Durchlässigkeit verschlechtern und es kommt zu Störungen der Sauerstoff- und Energieversorgung des Gehirns.

Nicht abschließend geklärt ist, warum es zu der krankhaften Anhäufung des Beta-Amyloid kommt. Denn es konnte gezeigt werden, dass das Eiweiß im menschlichen Körper konstant und während des gesamten Lebens produziert wird. Dabei finden sich die höchsten Konzentrationen in den Nervenzellen (Neuronen), wo das Beta-Amyloid als Nebenprodukt eines normalen Stoffwechselprozesses anfällt. Während des Alterns, so die Vermutung, wird dann in der grauen Substanz zwischen den Nervenzellen vermehrt Amyloid abgelagert. Diese „normalen“ senilen Plaques sind aber wesentlich rarer gesät als das üblicherweise bei der Alzheimer-Demenz der Fall ist.

Typisch für die Alzheimer Krankheit ist auch, dass das Absterben von Nervenzellen mit der Bildung von abnorm veränderten Eiweißbruchstücken vergesellschaftet ist, die sich in Form von Fäserchen, den Fibrillen, im Gehirn ablagern. Dabei handelt es sich um die bereits von Alois Alzheimer beschriebenen Neurofibrillenbündel.

Diese innerhalb vieler Nervenzellen nachweisbaren Knäuel bestehen aus dem sogenannten Tau-Protein, einem eigentlich normalen Bestandteil des Zellskeletts. Bei der Alzheimer-Krankheit wird das Tau-Protein jedoch übermäßig mit Phosphatgruppen beladen. Dadurch können in der Zelle Stabilisierungs- und Transportprozesse gestört werden, was letztlich zu ihrem Untergang führt.

Veränderte Botenstoff-Konzentrationen

Charakteristisch für die Alzheimer-Demenz ist schließlich die veränderte Konzentration von Botenstoffen (Neurotransmittern) im Gehirn. Dazu gehören unter anderem das Acetylcholin und das Glutamat, die für die regelrechte Funktion der Nervenzellen und die Signalübertragung zwischen den Neuronen eine wichtige Bedeutung haben. Auf Kenntnis dieser Vorgänge beruht auch die Entwicklung von Medikamenten, die zum Beispiel den Abbau von Acetylcholin durch die sogenannte Acetylcholin-Esterase hemmen (Acetylcholin-Esterase-Hemmer) und damit zur Verbesserung der Symptome von Alzheimer-Kranken beitragen. Ein anderes Medikament greift regelnd in die Signalübertragung ein, indem es einen bestimmten Botenstoffrezeptor blockiert.

Die Rolle der Gene

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob die Demenz, vor allem der Morbus Alzheimer, vererbbar ist. Dazu weiß man heute, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, bei Verwandten ersten Grades von Alzheimer-Patienten etwas höher ist als in der übrigen Bevölkerung. Diese Art der Vererbung basiert vermutlich auf einer Vielzahl von Genen, die eine sogenannte Prädisposition für die Erkrankung schaffen, also das Risiko zu erkranken erhöhen. In wenigen Fällen ist Alzheimer „fest“ in den Genen verankert. Mehrere solcher Gene sind bisher bekannt und wer ein solches Gen trägt, kann es natürlich auch an seine Kinder weitergeben.

Die mit den „festen Alzheimer-Genen“ weitervererbten Erkrankungen treten meist relativ früh ab dem 40. Lebensjahr auf. Der Nutzen von Gentests, mit denen sich nachweisen ließe, wer entsprechende Erbanlagen besitzt, ist bislang umstritten, unter anderem auch deshalb, weil bisher keine medizinischen Maßnahmen zur Verfügung stehen, die eine Heilung der chronischen Krankheit ermöglichen und die drohende Demenz sicher abwenden könnten.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 25.01.2011
Bildnachweis: W&B/Jörg Neisel

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