Alzheimer Krankheit: Symptome

Alzheimer kann sich auf verschiedene Arten äußern. Symptome wie Vergesslichkeit, Sprech- und Orientierungsschwierigkeiten sowie Änderungen der Persönlichkeit weisen darauf hin
aktualisiert am 04.11.2013

Das Mittagessen vergessen? Lässt die Gedächtnisfunktion nach, kann das auf eine beginnende Demenz hinweisen

PhotoDisc/ RYF

Meistens ist es eine auffällige Vergesslichkeit, die bei den betroffenen älteren Menschen selbst oder bei ihren Angehörigen die Frage nach einer beginnenden Demenz aufkeimen lässt. Wenn diese Gedächtnisstörung tatsächlich auf einer Alzheimer Krankheit beruht, dann hat das Gehirn zu diesem Zeitpunkt meist schon eine über viele Jahre andauernde schleichende Veränderung durchgemacht. Unbemerkt sterben dabei im Gehirn zuerst die Fortsätze und Verbindungen von Nervenzellen und später die Nervenzellen selbst ab. Der Zerfall führt zum Rückgang des Hirngewebes (Atrophie). Diese Schädigung breitet sich schleichend über das Gehirn aus.

Je nach geschädigtem Hirnareal lassen die dort befindlichen Funktionen und Fähigkeiten nach. So schwinden Stück um Stück das Kurzzeitgedächtnis, das Vermögen, tägliche Routinearbeiten zu erledigen, die Urteilsfähigkeit und die Sprache. Es ändern sich die Gefühlsäußerungen, das Verhalten, das Erkennungsvermögen sowie die Kommunikation. Ist die Demenz weiter fortgeschritten, verlieren die Patienten zudem oft die Kontrolle über Blasenentleerung und Stuhlgang.

Charakteristische Symptome für Alzheimer

Auch wenn die Symptome und Beschwerden eines Demenz-Kranken meist sehr vielfältig sind, lassen sich bei genauer Beobachtung doch einige charakteristische Anzeichen erkennen. Folgende Veränderungen eines Menschen sollten ihn oder seine Umgebung hellhörig machen:

  • Vergesslichkeit, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, später auch des Langzeitgedächtnisses (Betroffener wiederholt ständig die gleichen Fragen; vergisst das aktuelle Datum)
  • Schwierigkeiten, alltägliche und häusliche Aufgaben korrekt zu erledigen (eine geübte Hausfrau macht plötzlich Fehler beim Essen kochen, Waschmaschine oder Herd kann nicht mehr korrekt bedient werden)
  • Probleme, sich sprachlich auszudrücken (Person findet keine Worte mehr; verwendet Ersatzwörter)
  • Verlust der Orientierung über Zeit, Raum und Ort (Betroffener weiß nicht mehr, wann Weihnachten ist; findet sich zuerst in fremder, später in vertrauter Umgebung nicht mehr zurecht; läuft nachts herum, schläft tagsüber)
  • Nachlassen des Urteilsvermögens
  • Probleme mit der Konzentration und dem abstrakten Denken (Betroffener kann kein Konto mehr führen; kann keine Banküberweisung mehr ausfüllen)
  • Falsche Zuordnung von Gegenständen und Gegebenheiten (Betroffener legt Butter in den Kleiderschrank; geht im Morgenmantel zum Einkaufen)
  • Gelegentlich treten Sehstörungen trotz normaler Augenfunktion auf (Gesichter und Gegenstände werden nicht erkannt, Betroffener greift daneben)
  • Verhaltensänderungen (Betroffener ist übertrieben misstrauisch; hat plötzliche extreme Stimmungsschwankungen)
  • Persönlichkeitsstörungen (bisher ausgeglichener Mensch wird aggressiv; entwickelt unbegründete Ängste)
  • Antriebslosigkeit (Person verliert allgemein das Interesse für das Zeitgeschehen, Arbeit und Hobbys; zieht sich immer mehr zurück, wird depressiv)

Verlauf der Alzheimer-Demenz

Der Verlauf kann individuell sehr unterschiedlich sein. Die Alzheimer Krankheit ist jedoch ein chronisch fortschreitender Prozess, der bislang medikamentös verzögert, aber nicht dauerhaft abgewendet werden kann. Der Verlauf lässt sich in drei Stadien einteilen, von denen jedes – mit individuellen Unterschieden – mehrere Jahre andauern kann:

Symptome für Alzheimer im frühen Stadium

  • Gedächtnis- und Merkfähigkeitsstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Probleme in der Ausführung schwieriger Tätigkeiten, Einbußen der Leistungsfähigkeit
  • Verlust an präziser sprachlicher Ausdrucksweise
  • Arbeitsfähigkeit und soziale Kontakte deutlich reduziert

Symptome im mittleren Stadium

  • Alle intellektuellen Leistungseinbußen verstärken sich ebenso wie die Veränderungen von Psyche und Persönlichkeit
  • Der Patient ist zwar häufig noch bis zu einem gewissen Grad zu einer selbständigen Lebensführung fähig, benötigt aber zunehmend Unterstützung auch in alltäglichen praktischen Dingen

Symptome im späten Stadium

  • Der Patient ist nicht mehr fähig, ohne fremde Hilfe zu leben. Persönliche Hygiene ist alleine nicht mehr möglich, das Kurzzeitgedächtnis ist fast völlig erloschen

Körperliche Symptome und ihre Folgen verschlimmern die Situation: Krampfanfälle, Kontrollverlust über die Körperhaltung (Stürze) und über die Blasen- und Darmfunktion sowie Schluckstörungen können beispielsweise auftreten. Die häufigste Todesursache bei Alzheimer-Patienten sind Infektionen.


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