Dr. Friedrich Molsberger ist TCM-Arzt
Heute ist die Akupunktur in Europa beliebter als in China, wo sie fast nur noch von der armen Landbevölkerung in Anspruch genommen wird. In Deutschland jedoch erlebte sie gerade in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufschwung.
„Der Boom ist gerechtfertigt“, meint Dr. Friedrich Molsberger von der Forschungsgruppe Akupunktur. „Die Akupunktur ist eine Therapie, die bei vielen Indikationen der Standardtherapie deutlich überlegen ist und bei der fast keine Nebenwirkungen auftreten.“ So haben groß angelegte Vergleichsstudien nachgewiesen, dass die Nadelheilkunst etwa bei Rückenschmerzen doppelt so gut wirkt wie eine medikamentöse Therapie.
Bisher konnte allerdings nicht bewiesen werden, auf welche Weise die Nadelstiche heilen. „Wir können den Fluss des Qi entlang der Meridiane mit anerkannten Methoden nicht messen“, gibt Molsberger zu. „Aber wenn wir etwas mit den heutigen Methoden nicht messen können, heißt das automatisch, dass es nicht existiert?“
Immerhin halten westliche Forscher erste Erklärungen bereit. Einige gehen davon aus, dass die Nadelstiche die Durchblutung fördern und Selbstheilungskräfte aktivieren. Andere sehen sie als Signal für den Körper, spezielle Botenstoffe (Endorphine) freizusetzen, die Schmerzen an anderer Stelle blockieren. Ganz erklären lassen sich die Erfolge der Akupunktur mit dem Konzept der westlichen Medizin aber nicht. Den meisten Rückenschmerz-Patienten dürfte das egal sein, solange die 2500 Jahre alte Heilkunst in der Praxis hält, was sie verspricht.
Michael Aust / Apotheken Umschau;
18.08.2008, aktualisiert am 01.09.2009
W&B/Andreas Friese
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