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Traditionelle Chinesische Medizin: Heilkunst aus Fernost

Von der Volksheilkunde zur ernstzunehmenden Alternativmedizin: Die Entstehung der Traditionellen Chinesischen Medizin – kurz TCM –, des Konfuzianismus sowie des Yin und Yang


Alte Heilkunde – Akupunktur, Kräuterkunde, Tuina und Qigong entstanden lange vor Beginn unserer Zeitrechnung

Wenn es im Knie zwickt, hilft Akupunktur, Entspannung bringt ein Qigong-Kurs an der Volkshochschule, und von innen reinigt ein Tee mit chinesischen Kräutern. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist den Deutschen vertraut. Laut einer Erhebung der Berliner Charité nutzen mehr als 60 Prozent Akupunktur oder andere TCM-Methoden. Nirgendwo in Europa steht die Heilkunde aus Ostasien so hoch im Kurs.

Wo die westliche Medizin trotz modernster Verfahren nicht alle Heilsversprechen halten kann, ist die TCM eine willkommene alternative Medizin. In China sind die Fronten zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin dagegen weniger klar: „Dort besteht die TCM gleichwertig neben der Schulmedizin und zählt zu den ganz normalen Heilmethoden“, sagt Professor Carl-Hermann Hempen, Internist und TCM-Arzt aus München.


Die Ursprünge der chinesischen Medizin liegen weit in der Vergangenheit – etwa 3000 Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung. Das belegen Akupunktur-Nadeln aus Bambus und Stein, die bei Ausgrabungen gefunden wurden. Die Übungen des Qigong existieren bereits seit mehr als 4000 Jahren.

Der Taoismus

Ähnlich wie in Europa entstand die Medizin in China zu einer Zeit, als Dämonen und Geister als die Verursacher von Krankheit und Schmerz galten. Eng verknüpft damit ist die Philosophie des Taoismus. Diese sehr naturverbundene Denkschule orientiert sich an Erfahrungen, Beobachtungen und Symbolik: Yin und Yang sowie die fünf Wandlungsphasen sind aus dem Taoismus hervorgegangen.

Das Wertepaar Yin und Yang, in dem gegensätzliche Pole – weiblich und männlich, Nacht und Tag, Schatten und Licht – gemeinsam eine Einheit bilden, ist das Urprinzip des chinesischen Denkens und der TCM. Das bedeutet auch: Alles gehört zusammen und findet in einem Kreislauf statt.

Das ganzheitliche Wesen

Unter „Gesundheit“ versteht die chinesische Medizin die Harmonie zwischen den Gegensätzen Yin und Yang. Dieses Gleichgewicht versucht sie zu erhalten oder wiederherzustellen. „Der Grundgedanke ist, dass der Mensch ein ganzheitliches Wesen ist, das man nicht nur symptomatisch betrachten darf“, erklärt Gerd Wiesemann, TCM-Therapeut am Mercurius-Institut für chinesische Medizin in Köln/Bonn.

Körper und Seele gelten als Einheit und können nicht getrennt voneinander untersucht werden. Lebensumstände, familiäre Situation, Stimmungen – jede Einzelheit hat Einfluss auf die Diagnose des Arztes und wird von ihm ausführlich erfragt.



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Nadja Katzenberger / Apotheken Umschau; 29.07.2008, aktualisiert am 03.01.2012
Bildnachweis: Mauritius/Image Source

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