Die Erfahrungen westlicher TCM-Therapeuten stimmen allerdings nicht immer mit dem überein, was in China gilt. Das liegt daran, dass die Menschen hier und dort so verschieden sind. Europäer reagieren empfindlicher auf chinesische Medizin, weshalb die Dosierungen hier drei- bis sechsmal unter den in China üblichen Mengen liegen. Auch die Rezepturen sind bei uns einfacher komponiert und enthalten in der Regel höchstens acht statt der bis zu zwanzig Einzelmittel nach chinesischen Anweisungen.
"Wenn wir die traditionellen Lehren der Chinesen bei uns sinnvoll nutzen möchten, müssen wir unsere eigene Erfahrungswelt einbringen", betont Christian Schmincke. Daher würde sich hier zunehmend die Überzeugung festigen, dass die TCM im Westen ihren eigenen Weg gehen muss – auch wenn noch viel von chinesischen Ärzten zu lernen bleibt.
Durch mangelnde Umweltschutzbestimmungen in China sind Kräuter von dort zum Teil stark mit Schwermetallen oder Pestiziden belastet. Deutsche Apotheken tun viel dafür, dass die Kunden sicher sein können, "saubere" Ware zu erhalten. "Auch wir beziehen von unseren Lieferanten nur Ware mit Prüfprotokollen, die für die Qualität der Kräuter bürgen", bestätigt die Augsburger Apothekerin Regina Limmer, die sich auf TCM-Kräuter spezialisiert hat. "Außerdem sind wir verpflichtet, die Ware nach den strengen Vorgaben des Arzneibuchs zu prüfen." Vom Kauf der Kräuter über unbekannte Internet-Anbieter rät Limmer aus Sicherheitsgründen ab.
Dr. Luitgard Marschall / Apotheken Umschau;
26.09.2008, aktualisiert am 15.02.2012
Bildnachweis: Mauritius/Danita Delimond
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