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Kneippen – aber richtig!

Kaltes Wasser weckt die Lebensgeister. Knieguss, Armbad, Gesichtsguss und Wassertreten für daheim


Kneipp-Anwendung: Ein Armbad durchblutet Arme, Herz und Lunge

Kalte Güsse und Teilbäder – richtig gemacht, wirken sie Wunder zum Beispiel bei schweren Beinen oder Kreislaufproblemen. „Kleine Kneipp-Anwendungen wie Gesichts- oder Kniegüsse lassen sich leicht lernen und durchführen“, sagt Dr. Miriam Ortiz von der Ambulanz für Präven­tion und Integration an der Charité in Berlin. So kann der Kneipp’sche Knieguss gut auf die morgendliche Dusche folgen. Das kalte Wasser vermag Schwellungen der Beine vorzubeugen. Gerade bei warmen Außentemperaturen ist das ein häufiges Problem, da sich wegen der Hitze die Gefäße weit stellen und Flüssigkeit in das Gewebe austritt.


So kneippen Sie richtig

  • Kalte Wasseranwendungen dürfen Sie nicht machen, wenn Sie frieren. Im Sommer deshalb Zugluft vermeiden!
  • Nach kalten Güssen sollten Sie nicht frösteln: rasch wieder erwärmen – beispielsweise durch Bewegung.
  • Auch für kleine Anwendungen gilt: bei Vorerkrankungen erst den Arzt fragen! Nicht kneippen bei offenen Wunden oder arterieller Verschlusskrankheit. Den Arzt aufsuchen, falls Ihre Füße nach einem Guss nicht wieder warm werden (Verdacht auf Verschlusskrankheit).
  • Empfehlenswert: Zwischen den einzelnen Anwendungen sollten Sie einen Zeitabstand von etwa zwei Stunden einhalten.

Wassertreten – so geht's

Wirkung: Regt Kreislauf, Durchblutung und Stoffwechsel an. Hilfreich bei Venenproblemen. Härtet bei regelmäßiger Anwendung ab.

Anleitung: Unterwegs laden gelegentlich Kneipp’sche Anlagen zum Wassertreten ein. Auch ein nicht zu tiefer Bach oder Teich eignet sich. Zu Hause füllen Sie die Badewanne oder ein Plastikwännchen bis zur Wadenhöhe mit leitungskaltem Wasser und treten im Storchengang auf der Stelle: das Bein ganz aus dem Wasser heben, die Fußspitze nach unten. Aufhören, wenn ein starker Kältereiz eintritt. Das Wasser ab­streifen, sich durch Herumgehen erwärmen. In der Wohnung sind Wollsocken sinnvoll.

Armbad

Wirkung: „Der Kaffee des Kneippianers“ erfrischt bei Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Fördert die Durchblutung von Armen, Herz und Lunge.

Anleitung: Waschbecken mit leitungskaltem Wasser füllen. Erst den rechten, dann den linken Arm bis zur Mitte des Oberarms eintauchen. Herausnehmen, wenn Sie ein unangenehmes Kältegefühl spüren – in der Regel nach 10 bis 40 Sekunden. Das Wasser sanft abstreifen. Zum Wiedererwärmen die Arme leicht schwingen und eventuell etwas Langärmeliges anziehen.

Gesichtsguss

Wirkung: Belebend. Leichte Anwendung, die man auch mehrmals am Tag machen kann. Lindernd bei Kopfschmerzen, müden Augen und Abgeschlagenheit. Weil diese Kaltwasser-Anwendung zudem die Durchblutung der Haut fördert und ein frisches Aussehen schenkt, sprechen Kneipp-Anhänger auch vom Schönheitsguss.

Anleitung: Wählen Sie kühles bis kaltes Wasser. Nehmen Sie den Brausekopf des Duschschlauchs ab. An der rechten Schläfe beginnen und das Gesicht langsam umkreisen. Einige Male den Strahl über die Stirn und in Längsstrichen rechts und links über das Gesicht führen. Danach das Gesicht abtrocknen. Wichtig: Während des Gusses gleichmäßig durch den Mund ein- und ausatmen.

Knieguss

Wirkung: Unterstützt die Venen bei Venenschwäche sowie Krampf­aderleiden und beugt schweren Beinen vor. Regt den Kreislauf an und hilft bei gefäßbedingten Kopfschmerzen.

Anleitung: Im Sommer lässt sich der Knieguss gut im Garten mit einem Schlauch machen. Benutzen Sie den Duschschlauch ohne Brausekopf und mit fast drucklosem Wasserstrahl, damit das Wasser wie ein Mantel über die Haut fließt. An den Zehen des rechten Fußes beginnen. Den Strahl dreimal über den Fußrücken leiten. Langsam außen aufwärts bis eine Handbreit über der Kniekehle. Dann den Wasserstrahl auf der Innenseite des Unterschenkels zurück zum Fuß führen. Am linken Bein wieder­holen. Danach wieder zum rechten Bein. Den Strahl an der Innen­seite nach oben führen, über der Kniescheibe kurz halten und auf der Beinaußenseite zum Fuß zurückführen. Links wiederholen. Dann das Wasser abstreifen und sich bewegen.




Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber

Maria Haas / Apotheken Umschau; aktualisiert am 05.05.2014, erstellt am 05.09.2012
Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber

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