Für die einen ist es Scharlatanerie, für die anderen eine geniale Idee: die Behandlung mit Eigenurin. Damit eingeriebene Hautwunden verheilen angeblich schneller; und ins Muskelgewebe gespritzt, soll der gelbe Saft auch Allergien, Kopfschmerzen und Wechseljahresbeschwerden lindern können. Was steckt hinter dieser uralten Behandlungsmethode, die hierzulande viele Heilpraktiker anbieten? Tatsächlich ist Urin eines der ältesten Therapiemittel in der Medizin. Äußerlich angewandt wurde er schon vor über 2000 Jahren bei Wunden, Tierbissen oder Augenentzündungen.
Drei Therapie-Varianten
In der Medizin gibt es drei Anwendungsbereiche für den Eigenurin:
Eigenurin: Aus Erfahrung gut
Dennoch schwören neben Heilpraktikern auch einige naturheilkundlich tätige Ärzte auf die ungewöhnliche Behandlungsweise. Zu ihnen gehört Dr. Helmut Sauer, niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin. Er hat sich auf das Injizieren von Eigenurin spezialisiert. „Eine Urinspritze wirkt relativ rasch und löst bei den Patienten auch keinen Ekel aus“, sagt Sauer. Der Urin bewirke im Körper einen Reiz, der sich günstig auf den nervlichen und hormonellen Haushalt auswirkt. Sauer behandelt mit der Urinspritze Menschen, die über Kopfschmerzen oder Migräne klagen, außerdem Allergiker sowie Frauen, die in den Wechseljahren unter Hitzewallungen, depressiven Verstimmungen oder Schlafstörungen leiden.
Nicht für jeden Patienten sinnvoll
Die Beschwerden müssen jedoch genau abgeklärt werden. „Eigenurin hilft nicht bei jedem“, sagt Sauer. „Wer beispielsweise unter einer stressbedingten Migräne leidet, dem rate ich eher zu einer anderen Behandlung. Übrigens sollte sich nach drei Injektionen das Beschwerdebild schon deutlich verbessert haben. Sonst hat die Behandlung keinen Sinn“, gibt Sauer zu bedenken.
Weitere Informationen:
Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren
Am Promenadenplatz 1
72250 Freudenstadt
Internet: www.zaen.org
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Apotheken Umschau
Apotheken Umschau;
05.08.2005, aktualisiert am 28.06.2010
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer
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