Früher hatte man einen Schäferhund oder einen Dackel. Heute führen viele Menschen Labradoodle, Puggle und Schnoodle spazieren. Bei den letzten drei handelt es sich allerdings nicht um Hundenamen, sondern um neu gezüchtete Kreuzungen zweier Hunderassen.
Zum Beispiel der Labradoodle: Er ist das Ergebnis, wenn ein Labrador mit einem Pudel (amerikanisch = doodle) Junge bekommt. "Früher nannte man das einfach "Mischling", heute wird gleich ein Designerhund daraus gemacht", kritisiert Udo Kopernik, Pressesprecher des Verbands für das Deutsche Hundewesen.
Das besondere am Labradoodle ist, dass Züchter versprechen, durch sein pudeliges Fell würde er bei Tierallergikern keine Symptome hervorrufen. Der Pudel gilt allgemein als allergikerfreundlich. Der Labradoodle wurde erstmals bewusst in den 80er-Jahren gezüchtet – und zwar als Führhund für allergisch reagierende Blinde. Aber können Allergiker wirklich ohne Probleme mit den Tieren leben?
"Eine seriöse Empfehlung können wir zur Zeit noch nicht abgeben, da die Kreuzung einfach noch zu neu ist", so Daniel Schönfelder, der Leiter des Allergienetzwerkes myAllergo.de. Er erklärt, dass der Labradoodle zur Zeit weder als allergikerfreundlich noch als allergikerfeindlich eingestuft wird. Das gleiche gilt auch für die anderen Pudel-Kreuzungen wie den Schnoodle, der statt dem Labrador den Schnauzer beinhaltet. Der Puggle mischt Mops und Beagle, auch diese Kreuzung ist nicht sonderlich allergikerfreundlich.
Menschen, die in der Nähe von Hunden tränende Augen und Niesanfälle bekommen, reagieren in der Regel allergisch auf ein bestimmtes Protein. Dieses findet sich laut Kopernik zum einen im Speichel und im Urin der Tiere, zum anderen in Hautschuppen. Es gibt Hunderassen, die dieses Allergen verstärkt absondern. Bei anderen wiederum trifft genau das Gegenteil zu.
"Ob ein Welpe später einmal viele allergieauslösende Partikel verliert oder nicht, kann man leider im Welpenalter noch nicht feststellen", so Kopernik. Wenn der Verdacht auf eine Hundeallergie besteht, dann sollte der Betroffene sich auf jeden Fall von einem Arzt testen lassen, bevor er sich einen Vierbeiner zulegt. Wenn sich die Vermutung bestätigt, rät der Experte in jedem Fall von dem Kauf abzusehen.
Eine Allergie ist auch immer eine Frage der Intensität der Exposition mit dem Allergen. "Es kann sein, dass ein Allergiker beim Besuch von befreundeten Hundbesitzern keine Symptome zeigt. Wenn er aber ein eigenes Tier rund um die Uhr betreut, dann beginnen in der Regel schon bald die Reaktionen", so Kopernik. Da man meistens sehr schnell eine enge emotionale Bindung zu dem Tier aufbaut, fällt der Abschied dann sehr schwer. Das kann dem Menschen und auch Tier schaden.
Auch Marion Dudla, Sprecherin vom Deutschen Tierschutzbund steht den süßen Mischlingen eher skeptisch gegenüber: "Labradoodle sind keine vom Internationalen Züchterverband anerkannte Rasse." Es gibt also keine Garantie, dass die angestrebten Zuchtziele auch erreicht werden.
Laut Dudla festigen sich die gewünschten Merkmale erst nach 30 Generationen. Und bereits wenn zwei Labradoodle Junge bekommen, weiß man nicht, was dabei herauskommt. Es können Welpen mit überwiegend Labrador-Eigenschaften sein, solche mit Pudelfell oder auch wieder eine Mischung.
Tipp: Wenn Sie trotz ihrer Allergie nicht komplett auf einen Hund verzichten möchten, dann denken Sie doch einmal über eine Patenschaft nach. Fragen Sie im Tierheim nach. Dort freut man sich, wenn Sie ab und an bei der Arbeit mit den Tieren assistieren. Oder Sie holen einen der pelzigen Freunde zum Spaziergang ab. Ansonsten hören Sie sich doch mal im Freundeskreis und in der Nachbarschaft um. Auch dort wird sich sicherlich eine Möglichkeit ergeben, von der Hund, Herrchen und auch Sie selber profitieren.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
22.04.2010, aktualisiert am 17.06.2011
Bildnachweis: iStock/sbrogan
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