Wenn eine Schimmelpilzallergie durch aussagekräftige Allergietests (an der Haut und durch Labortests im Blut mit Bestimmung des spezifischen Immunglobulin E, also IgE, nicht des Immunglobulin G!) gesichert ist und eine schwerwiegende körperliche Reaktion wie Asthma auftritt, ist eine komplette Sanierung der Wohnung leider unvermeidlich. Inzwischen gibt es gut einsetzbare Verfahren, mit denen eine effiziente "Trockenlegung" der Wohnverhältnisse möglich ist, um so die Schimmelpilze weitgehend zum Verschwinden zu bringen. Medikamente reichen in der Regel aus, um die Symptome zu beherrschen.
Umziehen – das empfiehlt sich nur im äußersten Notfall. Vor einer so radikalen Maßnahme sollte auf jeden Fall zuverlässig nachgewiesen sein, dass die Beschwerden tatsächlich nur in der eigenen Wohnung auftreten, indem man als Betroffene oder Betroffener sich einige Zeit in einer anderen, schimmelpilzfreien Umgebung aufhält (zum Beispiel in der Wohnung von Verwandten oder Freunden). Gerade Schimmelpilzallergien verleiten häufig zu übereilten Schritten. Es kommt gar nicht so selten vor, dass weniger die tatsächliche – oftmals geringe – Schimmelpilzbelastung als vielmehr der Gedanke daran auch heftige allergische Reaktionen provoziert. Solche Gedanken werden oft nicht bewusst wahrgenommen. Und wer in der Folge tatsächlich Schimmelpilz in seiner Wohnung entdeckt, ist dann natürlich überzeugt, dass allein dieser die Symptome hervorgerufen hat. In so einem Fall würde ein Umzug natürlich keine Lösung des Problems bedeuten.
Prof. Dr. med. Uwe Gieler, Gießen
Univ.-Prof. Dr. Werner Aberer, Graz (Österreich)
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21.01.2007, aktualisiert am 26.06.2010
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