Anmelden | Registrieren
Drucken

Immuntherapie gegen Allergien?

Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung): Welche Formen gibt es? Wie lange dauert sie im Allgemeinen, und wie sind die Erfolgsaussichten? Aus der "Experten-Sprechstunde Allergien"


Bei einigen Allergien, darunter gegen Gräser- und Roggenpollen, ist eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) möglich

Die spezifische Immuntherapie im Sinne der Hyposensibilisierung ist eine Erfolg versprechende Behandlungsform und bei verschiedenen Allergien – allerdings unterschiedlich nachhaltig – wirksam. Am besten untersucht ist die Hyposensibilisierung bei Allergien gegen Gräser- und Roggenpollen sowie Hausstaubmilben (Heuschnupfen – allergischer Schnupfen). Neben der Spritzenbehandlung gibt es zur Hyposensibilisierung bei Gräser- und Roggenpollen-Allergien noch eine Zubereitung als Lösung, die unter die Zunge getropft wird, und bei Allergien auf Gräserpollen inzwischen auch eine Tablette, die sich unter der Zunge auflöst (jeweils sublinguale Behandlung). Auch bei Milben- und bestimmten Formen der Tierhaarallergie (zum Beispiel Katzenhaarallergie) steht ein Präparat zur sublingualen Hyposensibilisierung zur Verfügung. Bei Gräserpollen-Allergien geht man von einer Mindestbehandlungszeit von wenigstens einigen Monaten aus, mindestens aber bis zur nächsten Allergen-Exposition, also zum Beispiel bis zum nächsten Pollenflug. Patienten mit Hausstaubmilben- oder Insektengiftallergien müssen einige Jahre behandelt werden. Dabei verlängert sich die Zeit zwischen den Behandlungen Schritt für Schritt – von einigen Tagen am Anfang auf viele Wochen am Ende.

Eine Gräserpollen-Hyposensibilisierung wird am besten im Herbst begonnen, damit das Immunsystem bis zum nächsten Pollenflug genügend Zeit hat, sich von einer überschießenden Abwehrreaktion auf eine verträgliche umzustellen. Auch noch kurz vor der Pollensaison gibt es sogenannte Schnell-Hyposensibilisierungen, deren Erfolgsrate jedoch etwas geringer ist. Hyposensibilisierungen gegen andere Allergene, die unabhängig von der Jahreszeit auftreten, können jederzeit begonnen werden. Bei einer Latexallergie ist bislang noch keine Hyposensibilisierung möglich.

 

 

Prof. Dr. med. Uwe Gieler, Gießen
Univ.-Prof. Dr. Werner Aberer, Graz (Österreich)


Die Experten der „Sprechstunde Allergien“ beantworten zahlreiche interessante Fragen zu diesem Thema.


Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


 



Körperatlas

Einblicke ins Innenleben:

Reisen Sie durch den menschlichen Körper

Lernen Sie das Immunsystem, Organe, Muskel und Skelett kennen - interaktiv! »

surfmed/www.apotheken-umschau.de; 21.01.2007, aktualisiert am 30.09.2011
Bildnachweis: iStock/SeaHorseTwo

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG