Karneval: 5 Tipps gegen den Kater

Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen – typische Beschwerden nach einer durchzechten Nacht. Was hilft, einen Kater zu bekämpfen

von Larissa Gaub, aktualisiert am 04.02.2016

Verkatert aufwachen ist kein Vergnügen: Einfache Tipps helfen vorzubeugen

Getty Images

In England bekämpft man einen Kater mit gebratenem Speck und Brot. Amerikaner vertreiben ihn mit einer Prärie-Auster: ein rohes Ei, gewürzt mit Worcestershire Sauce, Tomatensaft und Pfeffer. In Bayern hilft ein deftiges Weißwurstfrühstück mit süßem Senf und Brezn.

"Durch den Alkohol gerät das Gleichgewicht zwischen den Mineralstoffen wie Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium und dem Wasser im Körper durcheinander", erklärt Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). "Die Blutgefäße im Kopf weiten sich und es herrscht ein Migräne-ähnlicher Zustand", sagt Professor Helmut Seitz vom Salem Medical Center in Heidelberg und Leiter des Alkoholforschungszentrums der Universität Heidelberg. Deswegen brummt der Schädel. Und man fühlt sich schlapp.

Manche leiden an Kopfschmerzen und Müdigkeit, andere an Herzrasen, Schwindel, Übelkeit und großem Durst. Es gibt viele Hausmittel die gegen einen fiesen Kater helfen sollen. Aber ein Allheilmittel dagegen gibt es nicht. "Durch einen Kater muss man durch", sagt Professor Seitz. Nur mit einer Methode lässt sich der Kater vermeiden: keinen Alkohol trinken. Doch in geselliger Runde fällt es oft schwer ganz zu verzichten oder nur bei einem Glas zu bleiben. Deswegen rät Seitz: "Wichtig ist, dass jeder nur so viel trinkt, wie er verträgt." Seitz selber weiß genau: "Nach zwei 0,3-Liter-Bieren geht es mir gut. Von mehr bekomme ich Kopfschmerzen."


1. Eine gute Grundlage schaffen

Schon vor dem Feiern ist es wichtig eine gute Grundlage zu schaffen und ausreichend zu trinken und zu essen. "Fettreiche Speisen bleiben länger im Magen, so kann die Alkoholaufnahme etwas verzögert werden", sagt Keller. Je schneller der Alkohol ins Blut gelangt, umso stärker spürt man die Folgen.

Deswegen rät Keller vorher eine ausgewogenen Mahlzeit zu essen: "Zum Beispiel ein Pastagericht mit einem kleinen Salat oder einen deftigen Eintopf." Wer lange feiert und Alkohol trinkt, sollte auch zwischendurch hin und wieder etwas essen, wie ein belegtes Brot, eine saure Gurke oder gesalzene Nüsse.

Besonders wichtig ist es schon im Vorhinein ausreichend zu trinken. "Erstmal mit nicht-alkoholischen Getränken, wie Mineralwasser oder einem anderen energiearmen Getränk, den Durst löschen", empfiehlt Keller. Denn Alkohol verursacht einen Flüssigkeitsverlust im Körper. Wer immer wieder eine anti-alkoholische Pause einlegt, nimmt wahrscheinlich auch weniger Alkohol zu sich. "Außerdem ist der Dehydrierungseffekt am nächsten Tag nicht so stark," sagt Seitz. Auch die Schnelligkeit spielt eine Rolle: "Es macht einen Unterschied, ob ich zwei Bier in 20 Minuten oder in einer Stunde trinke," sagt Keller.


2. Schwer verträglichen Alkohol meiden

"Manche alkoholischen Getränke haben Fuselöle oder andere Stoffe beigemischt", sagt Seitz. Diese Substanzen können die Blutgefäße im Hirn beeinflussen und dazu beitragen, dass der Kopf dröhnt. Seitz rät dazu, qualitativ gute Getränke ohne beigemischte Nebenstoffe, wie hochwertigen Wein, zu trinken.

Das Durcheinandertrinken und Mischen von mehreren alkoholischen Getränken verursacht anscheinend einen schlimmeren Kater. Denn umso größer ist der Mix an Begleitalkoholen den man zu sich nimmt. Deshalb lieber bei einem Getränk bleiben.

Vorsicht bei Glühwein, süßen Weinen oder Likör: "Warmer, zucker- oder kohlensäurehaltiger Alkohol geht schneller ins Blut", sagt Keller. Und umso stärker spürt man auch die Folgen.

3. Vor dem Einschlafen Mineralwasser trinken

Wer von einer langen Party nach Hause kommt, sollte vor dem Einschlafen noch ausreichend Mineralwasser trinken. Dann ist der Körper mit Flüssigkeit versorgt und kann die Defizite ausgleichen.

Menschen mit einer angegriffenen oder empfindlichen Magenschleimhaut sollten auf die Kopfschmerztablette vor dem Schlafengehen besser verzichten. Denn viele Medikamente gegen Kopfschmerzen reizen den Magen zusätzlich. Dadurch ist das Risiko für eine Magenblutung höher. Blutungen bleiben anfangs meist unbemerkt. Seitz rät die Tablette erst am nächsten Tag einzunehmen: "Aber möglichst nicht auf nüchternen Magen und nicht mit Alkohol zusammen."

4. Das geeignete Katerfrühstück

Wenn am nächsten morgen trotzdem der Schädel brummt, lindert ein ausgewogenes Frühstück den Kater. "Das muss nicht unbedingt der Rollmops sein, es kann auch einfach ein belegtes Vollkornbrot oder ein Müsli mit frischem Obst sein", sagt Keller. Ideal sind leicht bekömmliche Speisen mit vielen Mineralstoffen. Außerdem ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Denn der Körper muss das Flüssigkeitsdefizit ausgleichen und den Mineralstoffspeicher auffüllen. Hier eignen sich Mineralwasser und Fruchtsaftschorlen, wie etwa eine Apfelschorle oder ein Glas Orangensaft. "Sie versorgen den Körper nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Natrium und Kalium", sagt Keller. 

Wer mit einem flauen Magen aufwacht, sollte stilles Wasser trinken. Oder eine Gemüsebrühe löffeln. Und dann am besten ausruhen. Oder den Kreislauf mit einem kleinen Spaziergang an der frischen Luft wieder in Schwung bringen.

5. Zweifelhafte Kater-Mythen

Es gibt viele Heilmittel gegen katerbedingtes Unwohlsein. Zum Beispiel das Konterbier. Das Bier zum Frühstück, dass angeblich den Kater vetreibt. Aber es hilft nicht, sondern zögert die Symptome nur hinaus. Zusätzlich führt häufiger Alkoholkonsum schnell in eine gefährliche Abhängigkeit.

Zum Frühstück nur ein Kaffee und eine Kopfschmerztablette? Seitz rät davon ab: "Das reizt den Magen zusätzlich." Also bleibt der sicherste Weg einen Kater zu verhindern: auf zuviel Alkohol verzichten.


Rezepte für den Morgen danach

Antikaterfrühstück

Tipps für das Anti-Kater-Frühstück »

Eine feuchtfröhliche Feier hat Sie etwas beschädigt? Geben Sie dem Kater Saures! Unsere Rezepte für ein herzhaftes Frühstück wecken die Lebensgeister »


Bildnachweis: Getty Images

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Krankheits-Ratgeber zum Thema

Alkohol Schnaps

Alkoholabhängigkeit (Alkoholsucht)

Wie lässt sich eine Alkoholsucht erkennen? Welche Symptome treten bei Alkoholmissbrauch auf? Informationen zu Diagnose und Therapie der Alkoholkrankheit »

Wie entspannen Sie sich im Urlaub am besten?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages