Entstehung: Von der normalen Talgdrüse zum Pickel (um die Grafik ganz zu sehen, bitte auf die Lupe klicken!)
An der Entstehung von Akne sind mehrere Faktoren beteiligt. Bei Jugendlichen vergrößern sich in der Pubertät unter dem Einfluss männlicher Sexualhormone (Androgene) die am Haarbalg gelegenen Talgdrüsen und produzieren mehr Talg. Es kommt zu einer Talgdrüsen-Überfunktion.
Normalerweise dringt der Talg über den Haarbalg nach außen an die Oberfläche der Haut. Bei Akne kommt es jedoch zu einer gesteigerten Bildung von Hornmaterial, welches die Ausführungsgänge der Talgdrüsen verstopft. Zunächst entstehen geschlossene Mitesser. Durch Druck entleert sich fadenförmig der weißliche Inhalt – der Talg – des geschlossenen Mitessers. Aus den geschlossenen Mitessern können sich offene Mitesser entwickeln. Diese erkennt man an ihrem schwarzen Punkt in der Mitte. Diese schwärzlich verfärbte Stelle besteht aus Melanin, welches aus den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) der Talgdrüsen stammt. Es handelt sich also nicht um Schmutz. Aus offenen Mitessern kann der Talg ungehindert abfließen.
In den Talgdrüsen können sich bestimmte Bakterien (Proprionibacterium acnes) vermehren. Sie besitzen Enzyme, die den Talg zersetzen. Die entstehenden Zersetzungs- beziehungsweise Spaltprodukte fördern Entzündungsreaktionen. In der Folge bilden sich auf der Haut Pickel, Pusteln und Knötchen. Außerdem stimulieren die Bakterien die Bildung von neuen Mitessern.
Da die Talgproduktion durch männliche Geschlechtshormone stimuliert wird, sind junge Männer häufiger und stärker von Akne betroffen als junge Frauen. Aber neben den hormonellen Gegebenheiten spielen bei der Entstehung der Akne auch erbliche Faktoren eine Rolle. Die genauen Ursachen der Verhornungsstörung und des anschließenden Sekretstaus sind jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Bekannt ist, dass auch äußere Faktoren die Verstopfung der Talgdrüsen-Ausführungsgänge und die vermehrte Talgproduktion auslösen können. Zu ihnen zählen Fette oder Öle in Pflege- und Kosmetikprodukten, bestimmte Medikamente oder auch mechanische Reize, zum Beispiel durch zu enge Kleidung.
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13.09.2005, aktualisiert am 12.01.2011
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle
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