„Jedes Gewichtsproblem hängt mit einem Mangel an Bewegung zusammen“, sagt der Internist, Sportmediziner und Olympiaarzt Dr. Karlheinz Zeilberger aus München. Umgekehrt gilt: Wer sich bewegt, verbrennt mehr Kalorien und kommt einer negativen Energiebilanz ein gutes Stück näher. Schätzungen zufolge sind zwei Drittel aller Deutschen körperlich nicht ausreichend aktiv. Bewegungsmangel und das ständige Überangebot an Nahrung sind die Gründe dafür, warum zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig sind, wie aktuelle Erhebungen nachweisen.
Bewegungstagebuch
Wir haben Ihnen unter Punkt drei bereits ein Ernährungstagebuch ans Herz gelegt. Dasselbe gilt für Ihre tägliche Bewegung. Indem Sie eine Zeit lang Buch führen, bekommen Sie einen besseren Überblick, wie viel Sie sich jeden Tag bewegen. Es zählen auch Hausarbeit oder Treppen steigen. Weiterer Pluspunkt: Ihr Bewegungstagebuch wird Ihnen Schwarz auf Weiß den Beweis liefern: Je aktiver Sie sind, desto wohler fühlen Sie sich. Der wöchentliche Fitness-Check motiviert zusätzlich. Schon nach wenigen Wochen werden Sie feststellen, dass Kraft und Fitness größer werden, Bauchumfang und Gewicht dafür kleiner. Zeilberger prophezeit schon nach zwei bis drei Wochen messbare Erfolge! Hier können Sie Ihr Bewegungstagebuch herunterladen. Pro Woche benötigen Sie einen Ausdruck:
Tragen Sie bitte täglich in Ihr Bewegungstagebuch ein, welchen Sport (beziehungsweise welche andere Aktivität) Sie gemacht haben, wie lange Sie sich bewegt haben, wie anstrengend dies für Sie war und wie Sie sich währenddessen und danach gefühlt haben. Notieren Sie auch, wie lange Sie sich insgesamt in einer Woche bewegt haben.
Einmal pro Woche sollten Sie einen kurzen Fitness-Check durchführen, zum Beispiel immer sonntags. Notieren Sie Ihr Gewicht, Ihren Bauchumfang und Ihre Ruhe-Herzfrequenz – letzteres am besten am Morgen vor dem Aufstehen. Messen Sie außerdem Ihre Kraft, zum Beispiel, indem Sie ausprobieren, wie viele Kniebeugen Sie schaffen oder wie oft Sie ohne sich abzustützen von einem Stuhl aufstehen können.
Hinweis: Bei größerer Fitness wird Ihr Ruhepuls mit der Zeit niedriger. Bei wenig sportlichen Menschen liegt der Ruhepuls oftmals über 80 Schlägen pro Minute. Bei sportlich Aktiven bewegt sich die Ruhe-Herzfrequenz in Richtung 70 Schläge oder weniger.
Der richtige Sport für jeden Typ
„Jeder Mensch kann und soll sich bewegen”, sagt Sportmediziner Zeilberger. Wie und wie viel, das sei abhängig von der individuellen Belastbarkeit. Denken Sie daran: Aktivität fängt im Alltag an. Es ist bereits viel gewonnen, wenn Sie künftig öfter mal die Treppen statt den Aufzug nehmen oder mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zur Arbeit fahren.
Warum ein aktives Leben so wichtig ist für Ihre neue Traumfigur? Die bei Bewegung und Sport zusätzlich verbrannten Kalorien helfen nicht nur beim Abnehmen. Sie fühlen sich insgesamt fitter und attraktiver. Weiterer Pluspunkt: Haben Sie erst einmal Muskeln aufgebaut, erhöht sich Ihr Energieumsatz bereits in Ruhe: Untätige Muskeln verbrauchen pro Kilogramm Muskelmasse 30 Kilokalorien am Tag. Einfach so beim Nichtstun!
„Das langfristige Ziel ist, über den Sport 1000 zusätzliche Kilokalorien in der Woche zu verbrennen”, sagt Sportarzt Zeilberger. Fangen Sie mit kurzen Trainingseinheiten an und steigern Sie sich langsam. Vorsicht ist geboten, wenn Sie länger keinen Sport mehr getrieben haben oder deutlich übergewichtig sind. Lassen Sie sich in diesem Fall vorher grünes Licht von Ihrem Arzt geben. Er kann Ihnen auch empfehlen, welcher Sport für Sie der gesündeste ist.
Simone Herzner / www.apotheken-umschau.de;
24.03.2011, aktualisiert am 05.04.2011
Bildnachweis: iStock/photo4you, Thinkstock/Bananastock
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