Machen Kartoffeln dick?

Fettige Bratkartoffeln, Pommes, Chips: Kartoffeln haben einen schlechten Ruf. Aber nur die Zubereitungsweise ist ungesund. Wir räumen mit alten Vorurteilen auf
von Sophie Kelm, aktualisiert am 15.11.2016

Pellkartoffeln – eine gesunde und figurfreundliche Beilage

Thinkstock/Stockbyte

"Kind, iss nicht so viele Kartoffeln, sonst wirst du noch dick", hat die Großmutter oft gewarnt. Aber hat Omi mit ihrem Ratschlag überhaupt recht? "Nein, es gibt kein Lebensmittel, das generell dick macht. Das Zuviel von etwas ist das Problem", erklärt Professorin Ina Bergheim, Ernährungswissenschaftlerin an der Universität Jena.

Wahr ist: Kartoffeln haben wenig Kalorien

Köstlich und kalorienarm: Ofenkartoffeln mit fettarmem Kräuterquark

Fotolia/NilsZ/2010

100 Gramm Kartoffeln haben rund 70 Kilokalorien und sind damit vergleichsweise kalorienarm. Sie haben zum Beispiel weniger Kalorien als Bananen. Die gesunden Knollen sind nur deshalb so in Verruf geraten, weil viele ihrer beliebtesten Zubereitungweisen recht fettreich sind. Das gilt beispielsweise für Chips, Bratkartoffeln oder Pommes frites.

Außerdem gibt es einen Bestandteil der Kartoffel, der bei vielen die Alarmglocken schrillen lässt: die Stärke. Das Wort allein klingt schon nach Übergewicht. "Stärke ist ein Kohlenhydrat und macht genauso wenig dick, wie andere Makronährstoffe, solange man sie in einem gesunden Maß genießt", so Bergheim. Als Makronährstoffe bezeichnet man die drei Hauptnährstoffe unserer Nahrung: Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß (Proteine).

Keine Angst vor Kohlenhydraten

Kohlenhydrate sind, pro Gramm gesehen, wesentlich figurfreundlicher als beispielsweise Fett. Ein Gramm Kohlenhydrate liefert rund 4 Kilokalorien, ein Gramm Fett ist mit 9 Kilokalorien mehr als doppelt so energiegeladen. Wenn man Kartoffeln sehr lange kaut, bekommen sie einen süßen Geschmack. Das liegt daran, dass sich die Stärke nach einer Weile im Mund in kleinere Zuckermoleküle aufspaltet.

Je mehr Stärke eine Kartoffel enthält, desto mehliger ist sie. Auf den Kaloriengehalt hat das aber kaum einen Einfluss. Die einzelnen Sorten eignen sich lediglich unterschiedlich gut für die Zubreitung verschiedener Speisen. Mehlige Sorten sind gut für Brei, Gratins oder Suppe. Festere Sorten können Sie für Bratkartoffeln, Kartoffelsalat oder Salzkartoffeln verwenden.

Tipp: Kartoffeln mit Schale kochen

Besonders gesund und figurfreundlich leben Sie übrigens, wenn Sie Kartoffeln in der Schale kochen oder im Dampfgarer zubereiten. Vor dem Verzehr sollten Sie das Gemüse, aufgrund des giftigen Solaningehaltes der Schale, aber pellen. Wegen des Gehaltes an Solanin sollten Sie auch etwaige grüne Stellen von Kartoffeln ausschneiden.

Das Garen in der Schale ist deshalb so gesund, weil Kartoffeln sonst an Vitaminen und Mineralstoffen verlieren. "Kartoffeln haben relativ viel Vitamin C", so Bergheim. 15 Milligramm pro 100 Gramm rohes Gemüse. Dazu kommen noch 415 Milligramm Kalium.


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