Instant-Kaffee: Eine flüssige Kalorienbombe?

Löslicher Kaffee lässt sich schnell und einfach zubereiten. Doch es lohnt sich, die Zutatenliste genau unter die Lupe zu nehmen – besonders bei Cappuccino-Pulvern!

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 26.01.2017

Lieber einen "echten" Latte Macchiato oder die Pulvervariante? Beide Produkte sehen sich zwar ähnlich, bestehen aber aus unterschiedlichen Zutaten

iStock/Mammuth

Ein Teelöffel Kaffee und heißes Wasser in die Tasse – fertig ist das Instant-Produkt. Löslicher Kaffee, auch Kaffee-Extrakt oder Instantkaffee genannt, besteht ausschließlich aus Röstkaffee und wird im Prinzip auch wie dieser hergestellt. Allerdings entziehen die Hersteller anschließend das Wasser, wodurch ein Konzentrat entsteht: der lösliche Kaffee, der in Form von Granulatkügelchen oder Pulver vorliegt.

Für dieses Produkt gilt ein strenges Reinheitsgebot, es sind keine weiteren Zutaten erlaubt. Dennoch kann die Instant-Variante anders schmecken als der typische Bohnenkaffee. Wer sich daran nicht stört, kann diese schnelle Zubereitung wählen. Wach macht der Extrakt ebenfalls, denn "Koffein gehört zu den löslichen Kaffee-Inhaltsstoffen", sagt Daniela Krehl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Ohne Zucker und Milch enthält diese Kaffeeart genauso wie Bohnenkaffee keine Kalorien.


Cappuccinopulver: Bis zu 60 Prozent Zucker

Die Zutatenliste wächst zum Teil beträchtlich, wenn es sich um Cappuccinopulver handelt. "Neben Kaffee finden sich zum Beispiel Zucker, Kaffeeweißer und jede Menge Zusatzstoffe wie Aromen, pflanzliche Fette und Stabilisatoren", erläutert Krehl. Der Zucker macht das aufgebrühte Pulver angenehm süß, er enthält aber zahlreiche Kalorien.

Eine Untersuchung von Stiftung Warentest ergab: Bis zu 60 Prozent Zucker können in einem Instant-Cappuccino stecken. Auch ein Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigte: Umgerechnet können vier Würfelzucker in einer Tasse (200 Milliliter) des Gebräus vorkommen. Auch hinter Bezeichnungen wie "Glukosesirup", "Laktose" und "Süßmolkenpulver" verstecken sich Zuckerarten. Expertin Krehl rät: "Überprüfen Sie auf der Zutatenliste, an welcher Stelle der Zucker steht." Entdecken Sie ihn ganz vorne, kommt er mengenmäßig am meisten im Produkt vor.

Instant-Cappuccino enthält oft sehr wenig Kaffee

Andere Zusatzstoffe erzeugen eine Art Milchschaum und lassen das Pulver cremig erscheinen. Schmeckt es nach Vanille, Haselnuss oder Karamell, können laut dem aid infodienst aromatisierte Zuckersirupe enthalten sein. Die eigentliche Hauptzutat des Cappuccinos – der Espresso – fehlt dagegen oft ganz. Stattdessen vermischen die Hersteller das Pulver mit löslichem Bohnenkaffee, der häufig nur einen kleinen Anteil in der gesamten Mixtur ausmacht. "Einige der von uns getesteten Cappuccinopulver enthielten so wenig Koffein, dass sie kaum wach machten", so Krehl.

Latte Macchiato-Pulver und Eiskaffees wie Café frappé sind teilweise noch kalorienreicher. "Der Fettanteil liegt hier manchmal über dem der klassischen Cappuccinopulver", erklärt Krehl. Außerdem wird der Eiskaffeemix häufig mit Milch angerührt, die ihrerseits Kalorien enthält.

Fazit

Purer löslicher Kaffee lässt sich schnell und einfach zubereiten. Er unterscheidet sich kaum vom normalen Bohnenkaffee. Viele Cappuccinopulver bestehen in erster Linie aus Zucker und anderen Zutaten, Kaffee enthalten sie oft nur wenig. Die Hersteller sparen dadurch Geld, denn Kaffee ist teuer. Aber der gewünschte anregende Effekt von Kaffee kann ausbleiben.

Und: Je nachdem, wie viel Teelöffel Pulver Sie in eine Tasse geben, können einige Kalorien zusammenkommen. Fügen Sie noch Milch hinzu, steigt die Kalorienzahl weiter. Tipp: Bereiten Sie sich am besten selbst einen Cappuccino zu – ob mit Espresso oder Bohnenkaffee. So bestimmen Sie, wie viel Milch in die Tasse kommt und ob Sie ihn mit Zucker versetzen möchten oder nicht.



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